Gefangene des Monats

  • Chinesische Pastorin: Acht Jahre Haft für Spendensammeln

    Chinesische Pastorin: Acht Jahre Haft für Spendensammeln

    Frankfurt am Main. Als „Gefangene des Monats Juli“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und IDEA die chinesische Pastorin Hao Zhiwei benannt. Sie rufen dazu auf, sich für die 51-jährige Witwe und Mutter von zwei Söhnen einzusetzen und für sie zu beten. Die Christin wurde im Juli 2019 in der Stadt Ezhou (Provinz Hubei) verhaftet. Ein dortiges Bezirksgericht verurteilte sie im Februar 2022 wegen angeblichen Betrugs zu acht Jahren Gefängnis. Der Vorwurf: Sie soll von Mitgliedern ihrer Hauskirche ohne staatliche Genehmigung Spenden gesammelt haben. Die Pastorin hatte ein Angebot zur Zusammenarbeit mit dem kommunistischen Staat abgelehnt. Sie hat Berufung gegen das Urteil eingelegt.
    2018 starb Haos Mann, der ebenfalls Pastor war. Im August 2019 wurde das Kirchengebäude der Gemeinde abgerissen. Danach folgten weitere Anklagen gegen Leitungsmitglieder wegen angeblichen Betrugs. Aus dem Gefängnis heraus ermutigte Hao ihre Söhne, mehr in der Bibel zu lesen und daraus zu lernen. So schrieb sie: „Gott hat einen Plan für unser Leben.“ Sie bat ihre Söhne, „in fester Beziehung zu Gott zu stehen“.

    Bitte, appellieren Sie an den chinesischen Staatpräsidenten Xi Jinping, sich für die sofortige Freilassung der Pastorin einzusetzen. Sie ist laut Menschenrechtlern eine Gefangene um ihres Glaubens willen und keine Betrügerin. Es gehöre zur Religionsfreiheit, Spenden zur Unterstützung von Gemeinden und Kirchen zu sammeln. In der rund 1,4 Milliarden Einwohner zählenden Volksrepublik leben nach Schätzungen bis zu 130 Millionen Christen. Viele von ihnen treffen sich in staatlich nicht registrierten Gemeinden, die besonderer Diskriminierung und Verfolgung ausgesetzt sind.

    Die Appelladresse lautet: Staatspräsident Xi Jinping via Botschaft der VR China, Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin, Fax 030-27588221.

    Sie können dazu den Muster-Appellbrief herunterladen und ausdrucken. Dieser ist lediglich um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen:

  • Eritrea: Seit 18 Jahren eingesperrt

    Eritrea: Seit 18 Jahren eingesperrt

    Frankfurt am Main. Zum „Gefangenen des Monats Juni 2022“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den evangelischen Christen Kiflu Gebremeskel aus Eritrea benannt. Der inzwischen 67-Jährige wurde früh morgens um fünf Uhr am 23. Mai 2004 bei einer Razzia in seinem Haus in der eritreischen Hauptstadt Asmara festgenommen. Damals war der promovierte Mathematiker Leiter der Eritreischen Evangelischen Allianz und Koordinator eines Netzwerks von Hauskirchen, die durch ein Regierungsdekret im Mai 2003 sämtlich verboten wurden. Sie hatten sich vergeblich um eine offizielle Registrierung bemüht.

    Kiflu Gebremeskel wurde zunächst in einer Polizeistation festgehalten. Später überstellte ihn die Polizei in das berüchtigte Zentrale Strafermittlungszentrum Wengel Mermera in Asmara, wo die Gefangenen verschwinden und oftmals seit Jahrzehnten nicht mehr auftauchten. – Mehrfach, zuletzt 2021, haben Zeugen den früheren Mathematik-Dozenten als Patienten bei Krankenhausaufenthalten erkannt. Er wird aber weiter ohne Anklage oder Prozess festgehalten.

    Christen, die keiner der staatlich anerkannten Konfessionen* angehören, kommen in Eritrea weiterhin willkürlich und ohne Verfahren hinter Gitter, werden bedrängt, ihrem Glauben abzuschwören und sogar gefoltert. Selbst Einrichtungen der offiziell anerkannten Konfessionen wurden in den vergangenen Jahren ohne ersichtlichen Grund durch die Behörden geschlossen.

    *Neben dem Islam die orthodoxe, die katholische und die evangelisch-lutherische Kirche.

    Die IGFM und IDEA haben Gebremeskel erstmals im März 2005 zum „Gefangenen des Monats“ ernannt. Angesichts der langen Haftdauer bitten sie nun erneut um Appellbriefe an den seit 1993 herrschenden eritreischen Diktator Isayas Afewerki.

    Die Appell-Adresse:  An den Präsidenten Isayas Afewerki, via Botschaft des Staates Eritrea, Stavangerstrasse 18, 10439 Berlin.

    Für den Appell können Sie den Musterbrief (siehe unten) herunterladen, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist.

  • China: Sieben Jahre Haft für christlichen Buchhändler

    China: Sieben Jahre Haft für christlichen Buchhändler

    Frankfurt am Main. Zum „Gefangenen des Monats Mai 2022“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die evangelische Nachrichtenagentur IDEA den Christen Chen Yu aus der Volksrepublik China benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den christlichen Buchhändler aus der Hafenstadt Taizhou in der südostchinesischen Provinz Zhejiang einzusetzen und für ihn zu beten.

    Chen Yu ist seit September 2019 in Haft. Ihm wird vorgeworfen, in seinem „Weizen Buchladen“ einer „illegalen Geschäftstätigkeit“ nachgegangen zu sein. Er geriet wegen des Verkaufs christlicher Literatur, darunter Bibeln, die in den USA und in Taiwan gedruckt worden waren, ins Fadenkreuz der kommunistischen Behörden. Im September 2020 wurde der Buchhändler zu einer siebenjährigen Gefängnisstrafe und einer zusätzlichen Geldstrafe verurteilt. Das Urteil wurde inzwischen in einem Berufungsverfahren bestätigt.

    Zu den Autoren der christlichen Werke, die Chen Yu verkaufte, zählte auch Hauskirchenpastor Wang Yi von der Untergrundkirche „Early Rain Covenant Church“ aus Chengdu (Provinz Sichuan), der im Februar 2019 „Gefangener des Monats“ war. Im Gerichtsprozess verriet der Staatsanwalt, dass die Ermittler mehr als 12.000 Bücher im Geschäft und Lager Chen Yus sichergestellt und sie sodann vernichtet hätten. Die IGFM und IDEA rufen dazu auf, sich in Briefen an den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping für die Freilassung des Christen einzusetzen. Die Verfassung des Landes garantiert „die Freiheit des religiösen Glaubens“.

    Die Appelladresse lautet: Staatspräsident Xi Jinping via Botschaft der VR China, Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin, Fax 030-27588221.

    Sie können dazu den Muster-Appellbrief herunterladen und ausdrucken. Dieser ist lediglich um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen:

  • Eritrea: Evangelikaler Pastor seit 18 Jahren in Haft

    Eritrea: Evangelikaler Pastor seit 18 Jahren in Haft

    Frankfurt am Main. Zum „Gefangenen des Monats April 2022“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den evangelischen Christen Meron Gebreselasie aus Eritrea benannt. Der Pastor und frühere Leiter eines evangelikalen Netzwerkes ist bereits seit dem 3. Juni 2004 eingesperrt. Seinen Lebensunterhalt verdiente er als Anästhesist in einem Krankenhaus der eritreischen Hafenstadt Massaua.

    Wegen einer Gefälligkeit für einen anderen Pastor, der kurz zuvor schon inhaftiert wurde, fuhr er an dem Tag seiner Festnahme in Richtung Hauptstadt Asmara und geriet kurz vor der Stadtgrenze in eine Polizeikontrolle. Die Massaua Rhema Evangelikale Kirche, für die er als Pastor wirkte, gilt seit Mai 2002 aufgrund eines Beschlusses des Regimes als illegal. Die Polizisten nahmen ihn mit und hielten ihn zunächst zwei Monate auf ihrer Station fest. Sie überstellten Gebreselasie dann an das Zentrale Strafermittlungszentrum Wengel Mermera in Asmara. Seitdem wird er ohne Anklage und ohne Gerichtsverfahren festgehalten. Meldungen zufolge war er noch im März 2020 bei stabiler Gesundheit.

    Noch immer werden in Eritrea regelmäßig Menschen wegen ihres Glaubens willkürlich festgenommen, müssen unter unmenschlichen Haftbedingungen jahrelang ohne Anklage oder Gerichtsverfahren ausharren und werden gefoltert. Vor 20 Jahren ist Eritrea dem „Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte“ beigetreten, der auch die Religionsfreiheit beinhaltet. Vom Staat offiziell anerkannt sind neben dem Islam nur die orthodoxe, die eritreisch-katholische und die evangelisch-lutherische Kirche.

    Bitte, appellieren Sie an den eritreischen Präsidenten  Isayas Afewerki  und bitten ihn, sich für die Freilassung Meron Gebreselasie’s einzusetzen,

    Die Appell-Adresse:  An den Präsidenten Isayas Afewerki, via Botschaft des Staates Eritrea, Stavangerstrasse 18, 10439 Berlin.

    Für den Appell können Sie den Musterbrief (siehe unten) herunterladen, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist.

  • Iran: Christ zu vier Jahren Gefängnis verurteilt

    Iran: Christ zu vier Jahren Gefängnis verurteilt

    Frankfurt am Main. Als „Gefangenen des Monats März 2022“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den Christen Hadi Rahimi aus der nordiranischen Stadt Rascht benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den 32-jährigen Lieferdienstmitarbeiter mit Hilfe von Appellen einzusetzen und für ihn zu beten. Am 9. Januar 2022 trat er seine Haft im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis an. Das Revolutionsgericht in Rascht verhängte am 1. August 2020 eine vierjährige Gefängnisstrafe gegen ihn.

    Es verurteilte Rahimi zusammen mit drei weiteren Christen der Gemeinde „Kirche des Iran“ wegen Gefährdung der nationalen Sicherheit, Teilnahme an Hauskirchenversammlungen sowie angeblicher „zionistisch-christlicher Mission“. Die Mitangeklagten, Ramin Hassanpour, dessen Frau Cathrine Sajjadpour und Sakineh Behjati, erhielten Haftstrafen von zwei bis fünf Jahren. Ihre Verfolgung begann im Februar 2020 mit Hausdurchsuchungen und Verhören durch einen iranischen Geheimdienst.

    Im April darauf bestellte sie das Revolutionsgericht ein und entließ sie im Mai 2020 gegen Hinterlegung einer Kaution. Es handelt sich bei ihnen um ehemalige Muslime, deren Hinwendung zum Christentum das Mullah-Regime in Teheran nicht duldet. Die iranische Führung verstößt damit unter anderem gegen Artikel 18 des „Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte“, der vom Iran ratifiziert wurde und die Religionsfreiheit garantieren soll.

    Bitte, appellieren Sie an den iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi und bitten ihn um sofortige Freilassung von Hadi Rahimi.

    Die Appell-Adresse: Seine Exzellenz Präsident Ebrahim Raisi c/o Botschaft der Islamischen Republik Iran, Podbielskiallee 65-67, 14195 Berlin, Fax 030-84353535.

    Für den Appell können Sie den Musterbrief – siehe Link unten – herunterladen und ausdrucken; er ist nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen. – Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!