Gefangene China

  • China: Gemeindeleiter einer Freikirche in Haft

    China: Gemeindeleiter einer Freikirche in Haft

    Frankfurt am Main. Zu „Gefangenen des Monats Februar 2022“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA die evangelischen Gemeindeleiter Wang Xiaoguang und Yang Rongli in der Volksrepublik China benannt. Sie rufen dazu auf, sich für Pastor Wang sowie seine Ehefrau, die Predigerin Yang, aus der Stadt Linfen in der nordchinesischen Provinz Shangxi einzusetzen und zu beten.

    Zusammen mit sieben weiteren Christen einer Freikirche wurden sie am 7. August 2021 festgenommen. Während es noch zu weiteren Festnahmen und zwischenzeitlich auch zu Freilassungen gegen Kautionszahlungen kam, erging schließlich im September der förmliche Haftbefehl gegen die Eheleute wegen angeblichen Betrugs. Dieser Vorwurf wird üblicherweise zur Verfolgung nichtregistrierter Gemeinden eingesetzt, weil sie die kommunistische Führung als illegale Vereinigungen ansieht. Im Juli 2021 hatte die örtliche Polizei bereits Prediger derselben Freikirche, die inzwischen rund 50.000 Mitglieder zählt, zu Verhören vorgeladen. Seit Jahren weigern sich diese Christen standhaft, der offiziell anerkannten und kontrollierten Drei-Selbst-Bewegung beizutreten. Pastor Wang war bereits einmal von 2009 bis 2012 und seine Ehefrau Yang Rongli von 2009 bis 2016 inhaftiert.

    In der rund 1,4 Milliarden Einwohner zählenden Volksrepublik China leben nach Schätzungen bis zu 130 Millionen Christen. Davon trifft sich ein großer Teil in staatlich nicht registrierten Gemeinden.

    Bitte, appellieren Sie an den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping, sich für die sofortige Freilassung des Gemeindeleiter-Ehepaars einzusetzen.

    Die Appelladresse lautet: Staatspräsident Xi Jinping via Botschaft der VR China, Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin, Fax 030-27588221.

    Sie können dazu den Muster-Appellbrief herunterladen und ausdrucken. Dieser ist lediglich um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen:

  • China: Hauskirchen-Christ nach Gebet in Haft

    Frankfurt am Main. Zum „Gefangenen des Monats Juli 2021“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den evangelischen Christen Zhang Chunlei aus China benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den Kirchenältesten der Ren’ai (Liebe) Reformierten Kirche aus Guiyang im Südwesten Chinas einzusetzen und für ihn zu beten. Zhang Chunlei wird seit 16. März 2021 festgehalten. Zunächst lautete der Vorwurf, er habe eine illegale Vereinigung geleitet. Wochen nach der Festnahme warfen die Behörden ihm schließlich Betrug vor.

    Dies ist in China, wo die herrschende Kommunistische Partei (KPC) jegliche religiösen Aktivitäten zu kontrollieren versucht, ein durchaus üblicher Vorhalt gegen führende Mitglieder von Hauskirchen, die auf Spendeneinnahmen angewiesen sind.  Die Ren’ai Reformierte Kirche weist die Vorwürfe als unbegründet zurück, bezeichnet sie als „absurd“. Mehr als zehn weitere Angehörige dieser Hauskirche wurden zuvor am 16. März beim Gebet in einem Hotel festgenommen. Zhang Chunlei setzte sich noch bei der Polizei für ihre Freilassung ein. Einige von ihnen durften nach Verhören am selben Tag nach Hause gehen; es folgten Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmungen in den Wohnungen von Mitgliedern.

    Seit 2018, nach Einführung neuer Verwaltungsrichtlinien für religiöse Aktivitäten, praktiziert diese Hauskirche ihren Glauben im Untergrund: Die Gemeinschaft weigert sich, sich der staatlich kontrollierten evangelischen Drei-Selbst-Bewegung anzuschließen.

    Bitte, appellieren Sie an den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping, sich für die sofortige Freilassung des Christen Zhang Chunlei einzusetzen.

    Die Appelladresse lautet: Staatspräsident Xi Jinping via Botschaft der VR China, Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin, Fax 030-27588221.

    Sie können dazu den Muster-Appellbrief herunterladen und ausdrucken. Dieser ist lediglich um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen:

  • China: Priester der Untergrundkirche in Haft

    Frankfurt am Main. Zum „Gefangenen des Monats April 2021“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den katholischen Priester Peter Zhang Guangjun aus China benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den Inhaftierten einzusetzen. Der 50-jährige Guangjun diente als Pfarrer für rund 10.000 Gläubige im katholischen Bistum von Xuanhua in der Provinz Hebei und gehört der staatlich nicht registrierten, sogenannten Untergrundkirche an.

    Am 14. April 2019 hielt er noch die Palmsonntagsmesse. Als er sich anschließend auf den Weg machen wollte, zerrten Regierungsbeamte den Geistlichen am helllichten Tag aus seinem Auto heraus, schlugen dabei sogar eine Scheibe des Wagens ein und nahmen ihn mit. Der Priester hatte noch versucht, sich telefonisch Hilfe zu holen.

    Am nächsten Tag versammelten sich Gläubige vor dem Verwaltungsbüro der Provinz Xuanhua zum Gebet und appellierten öffentlich an die Behörde, die Vorwürfe gegen den Pfarrer bekannt zu geben. Beobachter vermuten, dass Guangjun festgehalten wird, weil er nicht der offiziell registrierten Kirche beitreten will. So kam es in seinem Bistum bereits zu mehreren Inhaftierungen: Sein über 70 Jahre alter Bischof, Augustinus Cui Tai, wurde seit 2007 wiederholt eingesperrt und im März 2020 als „Gefangener des Monats“ vorgestellt.

    Für Pfarrer Peter Zhang Guangjun ist es nicht das erste Mal, das er festgehalten wird: Weil er sich für Religionsfreiheit eingesetzt hatte, saß er vom 10. Januar bis 13. April 2011 in Haft. In dieser Zeit erlitt er Folter: Er wurde mit Fäusten und Stöcken geschlagen, musste fünf Tage wach stehen, bis er zusammenbrach und wurde im Winter mit kaltem Wasser überschüttet. Nach seiner Entlassung hatte er Wunden an Kopf und Beinen und litt unter Kopfschmerzen und Erbrechen.

    Bitte, appellieren Sie an den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping, sich für die sofortige Freilassung des Pfarrers Peter Zhang Guangjun einzusetzen.

    Die Appelladresse lautet: Staatspräsident Xi Jinping via Botschaft der VR China, Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin, Fax 030-27588221.

    Sie können dazu den Muster-Appellbrief herunterladen und ausdrucken. Dieser ist lediglich um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen:

  • Kreuz geschützt: Chinesischer Pastor in Haft

    Frankfurt am Main. Zum „Gefangenen des Monats Januar 2021“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den evangelischen Pastor Li Juncai aus China benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den Inhaftierten einzusetzen und zu beten. Der Pastor der Zhongxin-Hauskirche in der Provinz Henan wurde am 20. Februar 2019 zusammen mit drei weiteren Gemeindemitgliedern von der Polizei festgenommen, nachdem sich die vier gegen die Entfernung des Kreuzes an der Kirche sowie eines Schildes darin gewehrt hatten. „Störung des öffentlichen Dienstes“ – so lautete der Vorwurf gegen sie. Die drei Gemeindemitglieder wurden inzwischen freigelassen, während der Pastor im Gefängnis blieb.

    Kurz nach der Festnahme sandte die Regierung rund 200 Beamte, die das Schloss an einer Seitentür aufbrachen, protestierende Gemeindemitglieder zur Seite drängten und das Kreuz mit einem Baukran durch einen Fahnenmast ersetzen ließen, um die Staatsflagge dort wehen zu lassen. Im Dezember wurde der Kirchenbau im Kreis Yuanyang bei der Stadt Xinxiang schließlich abgerissen. Bis zum Jahr 2013 zählte die Gemeinde zur staatlich kontrollierten Drei-Selbst-Bewegung, kündigte dann aber die Mitgliedschaft. Die Provinz Henan ist bekannt für ihre Kampagne zur Entfernung von Kirchenkreuzen, Beschlagnahmung von Kirchengebäuden und Schließung von Hauskirchen, als Vorreiter einer chinaweit zunehmend restriktiveren Religionspolitik.

    Bitte, appellieren Sie an den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping, sich für die sofortige Freilassung des Pastors einzusetzen.

    Die Appelladresse lautet: Staatspräsident Xi Jinping via Botschaft der VR China, Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin, Fax 030-27588221.

    Sie können dazu den Muster-Appellbrief herunterladen und ausdrucken. Dieser ist lediglich um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen:

  • China: Seit einem Jahr wegen christlicher Schriften hinter Gittern

    Frankfurt am Main. Zum „Gefangenen des Monats Januar“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den Gemeindeleiter Qin Defu aus China benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den Inhaftierten einzusetzen und zu beten. Der Vater von vier Adoptivkindern wurde am 29. November zu vier Jahren Gefängnis wegen „illegaler Geschäftstätigkeit“ verurteilt. Qin war für die Schriften seiner protestantischen Untergrundkirche „Early Rain Covenant Church“ in der Stadt Chengdu der südwestchinesischen Provinz Sichuan verantwortlich.

    Er zählt zu den insgesamt rund 160 Mitgliedern seiner Kirche, die im Dezember 2018 verhaftet wurden. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion führten Sicherheitskräfte zunächst rund 100 Gläubige binnen 24 Stunden ab. Unter ihnen war auch der bekannte Pastor Wang Yi, der 2019 im Februar „Gefangener des Monats“ war. Die meisten Festgenommenen wurden inzwischen freigelassen.

    Qin war zunächst eine Freilassung in Aussicht gestellt worden, wenn er einen vom Staat bestellten Verteidiger akzeptieren würde. Einige der Betroffenen hatten Anwälte ausgesucht, die sie nicht sehen durften. Daraufhin wandten sich Verteidiger an lokale Regierungsstellen, um sie an die Einhaltung der chinesischen Rechtsvorschriften zu erinnern, denen zufolge Häftlinge das Recht haben, binnen 48 Stunden nach Festnahme ihren Anwalt zu sprechen. Qin wurde zuerst von Li Guisheng vertreten, der sich über die Weigerung zweier Polizeibeamter beschwerte, ein Treffen mit seinem Mandanten zu ermöglichen.

    Bitte, appellieren Sie an den chinesischen Präsidenten Xi Jinping und bitten um sofortige Freilassung von Qin Defu.

    Die Appelladresse: Seine Exzellenz Staatspräsident Xi Jinping via Botschaft der VR China, Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin, Fax 030 27588221.

    Für den Appell können sie den >>>vorbereiteten Muster-Appellbrief verwenden – er ist lediglich um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen. – Herzlichen Dank für die Unterstützung der Aktion!