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  • IGFM: Kein Faschings-Scherz – Putins „Dementoren“ brachten jüngsten Nawalny Anwalt gerade nach „Askaban“

    IGFM: Kein Faschings-Scherz – Putins „Dementoren“ brachten jüngsten Nawalny Anwalt gerade nach „Askaban“

    Zwei Jahre nach dem Tod von Nawalny: IGFM fordert Freilassung seiner Anwälte und Zugang zu unabhängiger medizinischer Versorgung

    Frankfurt am Main, 12. Februar 2026 – Zwei Jahre nach dem qualvollen Tod des bekanntesten russischen Oppositionellen Alexej Nawalny warnt die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) vor der verschärften Repression gegen seine ehemaligen Anwälte. In den letzten beiden Monaten wurde der jüngste von ihnen, Alexej Lipzer, schwerkrank quer durch Sibirien getrieben. Pünktlich zum zweiten Todestag von Nawalny, wurde er nun in die über 4.300 km östlich von Moskau gelegene Strafkolonie nach „Abakan“ verbannt. Seine Familie bittet um Erbarmen.

    Der heute 39-jährige Alexej Lipzer stammt aus einer renommierten Moskauer Familie von Menschenrechtsverteidigern. Im Oktober 2023 wurde er inhaftiert, seine Konten gesperrt, seine junge Familie entrechtet und zur Mittellosigkeit verdammt. Im Januar 2025 wurde er zu fünf Jahren Haft verurteilt. Der zuvor völlig gesunde Lipzer erkrankte in der Untersuchungshaftanstalt Nr. 1 im moskaunahen Wladimir an lebensgefährlichem Bluthochdruck. Eine unabhängige ärztliche Überprüfung wird ihm verweigert. Die IGFM unterstützt den jüngsten offenen Appell von Alexejs Ehefrau Ljudmilla Lipzer in der „Nowaja Gazeta“, in dem sie bittet, Erbarmen mit ihrem Mann zu zeigen und ihn entsprechend der bestehenden Gesetzesordnung in die Nähe ihres Wohnortes Samara zu verlegen.

    „Es ist die niedrigste Stufe der Menschenverachtung, wenn Verteidiger von politischen Gefangenen selbst zu politischen Opfern werden. Anwälte für ihre Arbeit zu verfolgen ist die perfideste Art, den Rechtsstaat zu zerstören, weil damit nicht nur einzelne Menschen gebrochen, sondern die letzten Schutzmechanismen gegen Willkür gezielt ausgeschaltet werden. Wer Anwälte kriminalisiert, will Gerechtigkeit unmöglich machen. Alexej Lipzer sitzt nicht im Gefängnis, weil er ein Verbrechen begangen hat, sondern weil er seinen Job gemacht hat – seine sofortige Freilassung ist überfällig,“

    teilt der aus Russland stammende deutsche EU-Abgeordnete Dr. Sergey Lagodinsky mit, der sich als politischer Pate für die Freilassung von Alexej Lipzer einsetzt.

    Generalvollmacht durch Anti-Terror-Gesetze
    Putin hat mit seinen Anti-Terror-Gesetzen und der Einstufung von Nawalnys „Antikorruptions-Fond“ als „terroristische“ Vereinigung Ende 2024, eine Generalvollmacht geschaffen. So muss in Russland heute jeder ab dem 14. Lebensjahr, der auch nur im Mindesten verdächtigt wird, eine „terroristische“ Vereinigung zu unterstützen, mit Enteignung, Freiheitsentzug und Folter rechnen. Als „terroristisches“ Verbrechen kann auch das Niederlegen von Blumen an Nawalnys Todestag geahndet werden, berichtet die IGFM.

    Verbannung als symbolische Strafe für alle Gegner Putins

    Alexej Lipzer wurde ebenso der letzte Abschied von seiner Mutter verwehrt, die am 11. September letzten Jahres in Moskau zu Grabe getragen wurde. Jelena Lipzer, eine bekannte Moskauer Menschenrechtsanwältin, war im Alter von 58 Jahren unerwartet verstorben.

    Dennoch bekannte sich Lipzer im Gegensatz zu Igor Sergunin weiterhin nicht schuldig, behielt tapfer Rückgrat. Und gerade deshalb wurde Lipzer nun im vergangenen Dezember in einen außerordentlichen Gefangentransport quer durch Sibirien, ins über 4.300 km von Moskau entfernte Abakan verbannt, so konstatiert die IGFM. Als deutliche Warnung davor, was mit standhaften Unterstützern von Putins größtem Rivalen geschieht. Nach Angaben seiner Familie wurde der Schwerkranke bei winterlichen Extrembedingungen über einen Monat durch mindestens sechs Transitgefängnisse verlegt: „Wie ein angeschossenes Wildtier hat man ihn quer durch Sibirien gejagt!“

    Neben der gesundheitlichen Gefährdung wird damit auch weiterhin der Kontakt zu seiner Familie systematisch unterbunden, wenngleich es grundsätzlich nach russischem Gesetz die Regelung (Art. 73 StGB RF) gibt, dass Gefangene in der Nähe ihrer Angehörigen untergebracht werden sollen und sie regelmäßigen Kontakt mit ihnen haben dürfen – seine vierjährige Tochter hat ihren Vater zuletzt im Oktober 2023 gesehen.

    Die IGFM steht in direktem Kontakt zu seiner Familie und hat diese wiederholt humanitär unterstützt. Die Organisation bewertet die Verfahren gegen Lipzer und seine Kollegen als politisch motiviert und als Teil einer gezielten Einschüchterungskampagne gegen die gesamte russische Anwaltschaft. Ziel sei es, politische Gefangene vollständig zu isolieren und jede rechtsstaatliche Verteidigung unmöglich zu machen. Putin beweise einmal mehr, dass seine Rache auch nach dem mutmaßlichen Folter-Mord an Nawalny keine Ruhe findet.

    Sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen

    Die IGFM appelliert an die Bundesregierung, die Europäische Union und internationale Institutionen, sich verstärkt für die sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen in Russland einzusetzen. Auch müsse der Zugang zu unabhängigen Ärzten sowie eine angemessene medizinische Versorgung gewährleistet werden und die konstruierten und politisch motivierten Strafverfahren gegen Anwälte und Menschenrechtsverteidiger fallen gelassen werden. Ebenso sei eine internationale Kontrolle der Haftbedingungen in russischen Strafkolonien notwendig, fordert die Menschenrechtsorganisation.

    Zudem fordert die IGFM eine Ausweitung gezielter Sanktionen gegen jene Verantwortlichen, die an politisch motivierten Verfolgungen beteiligt sind. Der Tod Alexej Nawalnys darf nicht das Ende der Aufmerksamkeit bedeuten. Wer ihn verteidigt hat, darf nicht in Vergessenheit geraten.

     
     

    In diesem Video zeigt das Team des ermordeten Putin-Gegners Nawalny wie ein Tag im Leben des Putin-Gegners Nawalny aussah. Wir haben das Video auf Deutsch untertitelt. Der Tod von Alexej Nawalny ist ein Märtyrer-Tod für die Freiheit des russischen Volkes und gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Unzählige Inhaftierungen, einen Giftmordanschlag, jahrelange Folter in russischem Kerker bis zu der letztlichen Tötung. Die russischen Behörden versuchten nach dem Tod Nawalnys, Trauerbekundungen der Menschen zu unterbinden.

  • Iran: Christ nach Abschiebung aus der Türkei festgenommen

    Iran: Christ nach Abschiebung aus der Türkei festgenommen

    Frankfurt am Main. Als Gefangenen des Monats Februar 2026 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den iranischen Christen Mehran Shamloui benannt. Der ehemalige Muslim trat zum Christentum über und schloss sich einer Hauskirche an. Der 37-Jährige wurde am 3. Juli 2025 festgenommen, nachdem er in die Türkei geflohen, dort aufgegriffen und in seine iranische Heimat deportiert worden war.

    Der Grund seiner Flucht war ein drakonisches Urteil im März 2025 im Iran gegen ihn und zwei weitere Christen wegen ihrer Kirchenzugehörigkeit: Demnach sollte er acht Jahre wegen „Propaganda gegen das islamische Recht“ sowie weitere zwei Jahre und acht Monate wegen der Mitgliedschaft in einer „oppositionellen Gruppe“ hinter Gittern verbringen. Seit August 2025 befindet sich Shamloui im berüchtigten Evin-Gefängnis, während sich die beiden Mitverurteilten weiterhin außer Landes versteckt halten.

    Die IGFM und IDEA rufen dazu auf, in Briefen an den iranischen Präsidenten Massud Peseschkian um die sofortige Freilassung des Christen zu bitten. Die Islamische Republik Iran hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert, der auch Religionsfreiheit garantiert.

    Die Appelladresse lautet: Präsident Massud Peseschkian, via Botschaft der Islamischen Republik Iran, Podbielskiallee 65-67, 14195 Berlin.

    Sie können dazu den Musterappellbrief im WORD-Format verwenden. Er ist nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen:

  • China: Pastor wegen Glaubensverbreitung im Internet in Haft

    China: Pastor wegen Glaubensverbreitung im Internet in Haft

    Frankfurt am Main. Als Gefangenen des Monats Januar 2026 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den evangelischen Pastor der „Kirche von Zion“ Jin (Ezra) Mingri benannt. Der 56-jährige Chinese wurde am 10. Oktober 2025 in der südchinesischen Stadt Beihai festgenommen, ebenso wie weitere Pastoren und Mitarbeiter dieser Kirche, insgesamt mehr als 30 in sieben Städten. Es kam zu Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmungen. Den Gläubigen wird illegale Verbreitung religiöser Informationen im Internet vorgeworfen. Jin Mingri gründete die Hauskirche im Jahr 2007 in Peking. Sie ist inzwischen auf mehrere Tausend Mitglieder in mehr als 40 Städten angewachsen, jedoch nicht staatlich registriert.

    Dieses diktatorische Vorgehen ist wohl eine der größten, gegen Christen gerichteten Verhaftungswellen der letzten Jahre im kommunistischen China. Einige derjenigen, die festgenommen wurden, kamen inzwischen wieder frei, überwiegend gegen Hinterlegung einer Kaution. Im Jahr 2018 wurde diese Kirche erstmals verboten und der Gründer wurde unter Hausarrest gestellt.

    IGFM und IDEA rufen dazu auf, sich in Briefen an den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping für die Freilassung des Pastors einzusetzen, verbunden mit der Bitte, für den Inhaftierten zu beten. Die Appelladresse lautet: Staatspräsident Xi Jinping via Botschaft der Volksrepublik China, Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin.

    Ein Muster-Appellbrief im WORD-Format steht zum Download bereit: