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  • IGFM/ISHR erhält den Health:Angel-Preis

    IGFM/ISHR erhält den Health:Angel-Preis

    Internationale Gesellschaft für Menschenrechte mit renommiertem Preis der medizinischen Fachpresse ausgezeichnet

    Bonn, 11. März 2026 – Die International Society for Human Rights (ISHR)/ Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) wurde mit dem Health:Angel ausgezeichnet, einem der renommiertesten Preise im deutschsprachigen Gesundheitsjournalismus, verliehen von Health Media Award e.V. Die festliche Preisverleihung fand im Hotel Königshof in Bonn statt.

    Die ursprünglich geplante Zeremonie musste aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden, was die Feier am 11. März umso besonderer machte und die Bedeutung der Arbeit der ISHR/IGFM an der Schnittstelle von Menschenrechten und Gesundheitsbildung unterstreichte.

    Auszeichnung für herausragendes Engagement

    Der Health:Angel würdigt das langjährige Engagement der ISHR/IGFM im Bereich der Aufklärung über Gesundheit, Menschenrechte und humanitäre Themen. Als eine der weltweit führenden Menschenrechts-NGOs setzt sich die ISHR/IGFM seit Jahrzehnten dafür ein, das Bewusstsein für grundlegende Menschenrechte, darunter das Recht auf Gesundheit, zu schärfen.

    Matthias K. Böhning, ISHR-Generalsekretär, nahm die Auszeichnung im Namen aller Mitglieder, Freiwilligen und Partner entgegen: „Diese Auszeichnung würdigt das Engagement der vielen Menschen, die Tag für Tag Menschenrechtsverletzungen aufdecken und den Betroffenen eine Stimme geben, insbesondere in den Bereichen Gesundheit und Bildung.“

    Unter den Gästen der Veranstaltung waren u.a. Masoud Takhsha von ParsiMed e.V., Shaghayegh Taherkhani aus dem Bereich Cyber-Sicherheit sowie Prof. Dr. Thomas Schirrmacher, Präsident des Internationalen Rates der ISHR, international renommierter Theologe, Ethiker und einer der weltweit führenden Menschenrechtsexperten. Gemeinsam betonten alle Teilnehmer die enge Vernetzung der zivilgesellschaftlichen Akteure an der Schnittstelle zwischen Gesundheit, Digitalisierung und Menschenrechten.

    Über den Health Media Award e.V. & Health:Angel: Der Preis zeichnet Organisationen, Projekte und Einzelpersonen aus, die durch Kommunikation einen bedeutenden Beitrag zur öffentlichen Gesundheitsbildung leisten. Die Jury besteht aus unabhängigen Experten.

  • Ein Alltag aus Tod, Krieg,  Unsicherheit und Hoffnung

    Ein Alltag aus Tod, Krieg,  Unsicherheit und Hoffnung

    Liebe Leserinnen, liebe Leser,

    auch diese Woche bleiben wir nicht von den Berichten über die Situation im Iran verschont. Kinder, Jugendliche und Erwachsene erleben den Krieg, viele feiern die Luftschläge auf Einrichtungen des Mullah-Regimes und erleben gleichzeitig Angst und Ungewissheit, bangen um ihr Leben.

    Wir erinnern: seit dem Ausbruch der Massenproteste wurden Zehntausende Iranerinnen und Iraner erschossen und verletzt. Tausende wurden festgenommen, Inhaftierten droht die Hinrichtung. In dieser Lage versuchen wir Ihnen einen Überblick über relevante Fälle zu geben obgleich die Informationsweitergabe massiv gestört ist. 

    Wir bedanken uns für Ihre Aufmerksamkeit und Unterstützung, bitte unterstützen Sie mit uns die Freiheit der mutigen Menschen in Iran.

    Viele Grüße aus Frankfurt am Main,
    Sprecher des Vorstands der IGFM
    Valerio Krüger
  • Der Iran braucht mehr als nur eine Intervention

    Der Iran braucht mehr als nur eine Intervention

    Nach dem Überraschungsangriff auf den Iran am 28. Februar durch Israel und die USA stellt sich die Frage, wie es jetzt dort weitergehen könnte. IDEA hat dazu den Vorstandssprecher der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), Valerio Krüger (Frankfurt am Main), um eine Einschätzung gebeten.

    IDEA: Ist der Angriff auf den Iran gerechtfertigt?

    Valerio Krüger: Es ist eine komplexe Angelegenheit, wo einfache Beurteilungen fehl am Platz sind. Aus völkerrechtlicher, humanitärer und politischer Perspektive gibt es viele Argumente dafür oder dagegen. Das Mullah-Regime führt seit Jahrzehnten einen Feldzug gegen die Freiheit der eigenen Bevölkerung, verfolgt Andersdenkende, inhaftiert, foltert und tötet sie – tausendfach jährlich. Das iranische Regime unterstützt die Terrorgruppen Hamas, Hisbollah und Huthi-Rebellen, die wie die eigenen Revolutionsgarden seit Jahren Israel mit Raketen und Drohnen beschießen. Regimevertreter propagieren regelmäßig „Tod Israel“ und „Tod USA“. Nicht vergessen sind auch die Bombenanschläge u. a. auf jüdische, kurdische und US Einrichtungen, und hinzu kommt: Das Regime setzt auch auf die Entwicklung eines militärischen Nuklearprogramms. Gegner der militärischen Intervention führen das hohe Risiko für unbeteiligte Zivilisten in der Region an und dass die wirklichen Absichten hinter der Intervention unklar seien.

    IDEA: Wofür steht der iranische Kronprinz Reza Pahlavi und wie könnte er den Iran in eine bessere Zukunft führen?

    Valerio Krüger: Reza Pahlavi sieht sich als möglichen Anführer einer Übergangszeit zu einer Republik oder parlamentarischen Monarchie mit Trennung von Religion und Staat, freien Wahlen, Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit. Sehr viele Iraner weltweit erhoffen sich den Wandel mit seiner Hilfe, aber es gibt auch Iraner, die ihm kritisch gegenüberstehen. Die richtigen Schritte und Instrumente nach dem finalen Sturz der Mullahs umzusetzen wird keine einfache Aufgabe sein, weder für ihn – sollte er dann die Person sein, die den Wandel federführend gestaltet – noch für das iranische Volk.

    Wir sollten das iranische Volk aber nicht unterschätzen und nicht alleine auf einzelne Personen blicken. Im Iran gibt es viele, die sich für Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Gleichberechtigung und Säkularismus eingesetzt haben – viele wurden dafür verfolgt, inhaftiert und getötet. Die DNA dieses Freiheitskampfes ist bei ihnen allen präsent und jede künftige Regierung wird sich daran messen lassen müssen.

    IDEA: Was braucht der Iran wirklich, um zur Demokratie zu werden?

    Valerio Krüger: Er braucht mehr als nur einen neuen Führer oder eine militärische Intervention. Von zentraler Bedeutung wird eine starke Zivilgesellschaft sein, die über ideologische, ethnische und religiöse Grenzen hinweg für gemeinsame politische Forderungen eintritt. Freie Wahlen, Rechtsstaatlichkeit, freie Presse und Informationsfreiheit, Meinungsfreiheit und legitimierte politische Prozesse gehören ebenso dazu.

    Hier können demokratisch geprägte Länder wie Deutschland ein Vorbild sein, denkt man an die deutsche Geschichte zurück nach dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus oder dem Fall der Mauer.

    IDEA: Vielen Dank für die Antworten!

    — IDEA 03.03.2026

  • „Voices of Captivity: Crimea under occupation“

    „Voices of Captivity: Crimea under occupation“

    Gespräch und Ausstellung

    Termin: 26. Februar 2026, 19.00 Uhr

    Ort:  Kornmarkt 3, 60311 Frankfurt am Main
    (Veranstaltungsraum von Prostir Zbirka, Eingang über den Hof in den Keller)

     

    Gemeinsam mit der Menschenrechtsorganisation Libereco und der ukrainischen Initiative Prostir Zbirka veranstaltet die IGFM am 26. Februar 2026 eine Informationsveranstaltung über inzwischen 12 Jahre russischer Repression gegenüber Krimtataren, Medienschaffenden, Aktivisten und der Zivilgesellschaft allgemein auf der russisch besetzten Halbinsel.

    Die Krimtatarin und ehemalige politische Gefangene Leniie Umerova und die Ukrainerin Sascha Barkova, deren Bruder Bohdan Ziza in russischer Haft ist, berichten über ihre persönlichen Erfahrungen und zeigen anhand eindrucksvoller Fotografien die Situation auf der Krim – Fotos, deren Urheber zum Teil bereits in Haft sind.

    Hintergrund: Seit der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim im Jahr 2014 steht die ukrainische Halbinsel unter russischer Besatzung. In den ersten Wochen nach der Machtübernahme wurde nahezu die gesamte unabhängige Medienlandschaft zerschlagen. Viele Journalistinnen und Journalisten mussten fliehen, Redaktionen wurden geschlossen, kritische Berichterstattung systematisch unterdrückt.

    Aus dieser Repression heraus entstand eine mutige Bewegung von Bürgerjournalisten, überwiegend krimtatarische Aktivisten und Angehörige politischer Gefangener. Trotz massiver Risiken dokumentieren sie Hausdurchsuchungen, Verhaftungen, Gerichtsprozesse und Einschüchterungen. Ihre Arbeit macht Menschenrechtsverletzungen sichtbar, die sonst im Verborgenen blieben.

    Die Ausstellung zeigt eindrucksvolle Fotografien, die unter Gefahr aufgenommen wurden. Sie dokumentieren die Repressionen gegen die krimtatarische Gemeinschaft: bewaffnete Durchsuchungen, Massenverhaftungen, lange Haftstrafen wegen angeblichen „Terrorismus“ sowie das Leid der Familien. Viele der abgebildeten Journalisten und Aktivisten, darunter Server Mustafaiev, Amet Suleymanov oder Osman Arifmemetov , wurden selbst zu langen Haftstrafen verurteilt.

    Zahlen des ZMINA Human Rights Centre belegen das Ausmaß der Angriffe: Allein in den Jahren 2022 und 2023 wurden 162 Fälle von Übergriffen auf Medienschaffende und Online-Aktivisten dokumentiert. Drohungen, Durchsuchungen, willkürliche Festnahmen und politisch motivierte Strafverfahren gehören zum Alltag unter der Besatzung.

    Diesem Geschehen möchten wir aktiv die Aufmerksamkeit geben, die es verdient!

  • Gedenken ist kein Verstoß: IGFM kritisiert Disqualifikation des ukrainischen Skeleton-Athleten

    Gedenken ist kein Verstoß: IGFM kritisiert Disqualifikation des ukrainischen Skeleton-Athleten

    14. Februar 2026, Frankfurt am Main/Rom – Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) kritisiert die Disqualifizierung des ukrainischen Skeleton-Olympioniken Wladislaw Heraskewytsch bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d’Ampezzo. Die Entscheidung, einem ukrainischen Sportler das Gedenken an getötete Mitglieder der olympischen Gemeinschaft zu untersagen, während gleichzeitig russische Athleten wieder auf internationalen Bühnen erscheinen, wirft ernste Fragen zur Glaubwürdigkeit internationaler Sportinstitutionen auf, kritisiert die IGFM.

    „Olympia steht dafür, dass die Politik außen vor bleibt, dass ungeachtet von politischen Krisen und Kriegen Sportler ihre Kräfte auf der Weltbühne messen können. Seit nunmehr fast genau vier Jahren herrscht aber in Europa ein völkerrechtswidriger russischer Angriffskrieg mit Hunderttausenden getöteten Ukrainern, darunter 660 Athleten und Trainer des angegriffenen Landes. Die sogenannte Neutralität des Internationalen Olympischen Komitees darf nicht bedeuten, Opfer zum Schweigen zu bringen, während Aggressoren langfristig rehabilitiert werden, kritisiert Valerio Krüger, Sprecher des Vorstands der IGFM. 

    Menschlichkeit und Gedenken an Opfer kein olympischer Geist?
    Auf dem Helm des ukrainischen Olympioniken Wladislaw Heraskewytsch steht nicht etwa „Nieder mit dem Kriegsverbrecher Putin!“. Es sind lediglich die Gesichter von 24 Top-Sportlern zu sehen, deren Traum Olympia war und die ihren Traum nicht mehr erleben können. Dem ukrainischen Olympioniken nur wenige Minuten vor Start plötzlich deswegen auszuschließen, das ist gegen den großen Gedanken der Menschlichkeit, der hinter Olympia steht, so die IGFM. 

    Die IGFM erinnert an eine Kette fragwürdiger Entscheidungen des Olympischen Komitees, wie die Austragung der Olympiade 2008 und der Winterolympiade 2022 in der Volksrepublik China. Auch die Austragung der Fußballweltmeisterschaft in Katar im Jahr 2022 zeige den wachsenden Einfluss von fragwürdigen Interessensgruppen und Menschenrechtsverletzern und den zunehmenden Integritätsverlust internationaler Sportinstitutionen.

    Photo: Der „Helm des Gedenkens“ von Wladyslaw Heraskevych ist mit Porträts getöteter ukrainischer Sportler gestaltet. Auf der grauen Oberfläche sind die Gesichter von Athleten zu sehen, die infolge des russischen Angriffskrieges ihr Leben verloren haben. Der Helm sollte bei den Olympischen Spielen als Zeichen des Gedenkens und der Solidarität getragen werden.