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  • Vietnam: Christ seit sechs Jahren in Haft

    Vietnam: Christ seit sechs Jahren in Haft

    Frankfurt am Main. Zum Gefangenen des Monats Juli 2026 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den evangelischen Christen Y Tup Knul aus Vietnam benannt. Sie rufen zum Einsatz für den 56-Jährigen auf. Der Bergbewohner aus dem zentralen Hochland Vietnams befindet sich seit dem 6. Oktober 2020 hinter Gittern. An diesem Tag gegen neun Uhr morgens trafen drei Polizisten in Zivil auf Motorrädern bei seinem Haus im Dorf Ecam im Bezirk Krong Ana (Provinz Dak Lak) ein und baten ihn, zu einer Befragung mitzukommen, woraufhin er der Bitte entsprach. Erst im Nachhinein teilte die Polizei seiner Frau schriftlich mit, dass ihr Mann festgenommen wurde.

    Knul war früher Adventist und gehörte damit einer staatlich registrierten Gemeinschaft an. Jedoch trat er 2018 zur evangelischen Degar-Kirche über, die allerdings nicht registriert ist. Seit dieser Zeit wurde Knul mehrfach verhört. Die Polizei warf ihm vor, sich einer separatistischen Gruppe angeschlossen zu haben, ein Vorwurf, der häufig gegen Angehörige nicht registrierter christlicher Gemeinschaften erhoben wird.

    In einem Schnellverfahren wurde er am 19. April 2022 zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Der vage Vorwurf des Gerichts lautete schließlich auf Beteiligung an einer Organisation, die auf den Sturz der Regierung abzielt. Das genaue Strafmaß wurde nicht veröffentlicht.

    Die IGFM bittet zusammen mit IDEA um Appelle an den vietnamesischen Staatspräsidenten To Lam unter Verweis auf das Recht auf Religionsfreiheit gemäß Artikel 18 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte, dem Vietnam beigetreten ist.

    Die Appelladresse lautet:

    Staatspräsident To Lam, c/o Botschaft der Sozialistischen Republik Vietnam, Elsenstr. 3, 12435 Berlin-Treptow

    Sie können dazu einen Muster-Appellbrief herunterladen und ausdrucken:

    WORD_Musterbrief-Juli 2026 Vietnam

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  • China: Pastorin im Gefängnis

    China: Pastorin im Gefängnis

    Frankfurt am Main. Als Gefangene des Monats Juni 2026 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA die chinesische Christin Zhang Wenying benannt.

    Am 14. August 2021 verurteilte ein Gericht in der Stadt Kaili (Provinz Guizhou) die Pastorin einer Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten zu einer Gefängnisstrafe von zwölf Jahren. Drei weitere Gemeindeleiter wurden in dem Prozess zu jeweils drei, fünf und sechs Jahren Haft verurteilt. 

    Den Adventisten wurde „Betrug“ vorgeworfen, was häufiger zur Begründung einer Anklage durch die chinesischen Strafverfolgungsbehörden gegen christliche Seelsorger herangezogen wird. Die Behörden verunglimpfen deren Spendensammlungen etwa zum Zweck, Kirchenräume zu unterhalten, als Wirtschaftsdelikte. 

    Zeugen sagten vor Gericht zu Gunsten der Angeklagten aus, dass sie als Gemeindemitglieder aus freien Stücken für die Verwaltung ihrer Kirche gespendet hatten und mit der Mittelverwendung einverstanden waren. Pastorin Zhang soll zudem selbst vergleichsweise höhere Beiträge dazugesteuert haben. Das Kirchenvermögen wurde vom kommunistischen Staat beschlagnahmt. Der Siebenten-Tags-Adventismus gilt in der Volksrepublik nicht als verbotener Kult. Vielmehr schlossen sich die Adventisten in China 1951 der staatlich kontrollierten protestantischen Drei-Selbst-Kirche an.

    IGFM und IDEA bitten um Appelle an den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping, sich für die umgehende Freilassung der Christin einzusetzen.

    In China sind Religionsgemeinschaften einer strengen Kontrolle durch die alleinherrschende Kommunistische Partei Chinas unterworfen. Die umfassenden Vorschriften reichen bis in die theologische Lehre hinein. Das verstößt gegen das Recht auf Religionsfreiheit, wie es in Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte formuliert wurde. 

    Die Appelladresse lautet: Staatspräsident XI Jinping via Botschaft der Volksrepublik China, Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin

    Hier der Muster-Appellbrief zum Herunterladen: