Gefangene des Monats

  • Iran: Konvertit an Weihnachten festgenommen

    Iran: Konvertit an Weihnachten festgenommen

    Frankfurt am Main. Als Gefangenen des Monats Februar haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den iranischen Christen Ismail Narimanpour benannt. Mitarbeiter eines iranischen Geheimdienstes nahmen den ehemaligen Muslim am Heiligabend 2023 in der Stadt Dezful in der südwestiranischen Provinz Chuzestan fest. Narimanpour gehört der Freikirche „Payram-e-Rahai“ an, was übersetzt „Botschaft-der-Freiheit“ bedeutet. Er war bereits im Jahr 2021 wegen angeblicher „Propaganda gegen das Regime“ eingesperrt und dabei misshandelt worden

    Die Geheimdienstleute durchsuchten anlässlich der Festnahme die Wohnung des Konvertiten und beschlagnahmten seinen Computer und ein Mobiltelefon. Als sich seine Frau und sein Bruder noch am selben Tag bei den Sicherheitskräften über den Verbleib Ismail Narimanpours erkundigten, wurden sie zunächst auch festgenommen und erst nach mehrstündigen Verhören freigelassen. Am Tag, nachdem er abgeführt worden war, durfte Narimanpour schließlich seine Familie verständigen. Er war in das Zentralgefängnis von Ahvaz verlegt worden. Bislang ist noch nicht klar, was die iranischen Behörden ihm vorwerfen.

    Bitte, appellieren Sie an den iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi und bitten um sofortige und bedingungslose Freilassung des Inhaftierten. Dazu können Sie den vorbereiteten Musterbrief herunterladen und ausdrucken. Er ist lediglich um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen. Die Appelladresse lautet:

    Seine Exzellenz Präsident Ebrahim Raisi, via Botschaft der Islamischen Republik Iran, Podbielskiallee 65-67, 14195 Berlin, Fax 030 84353165

  • Myanmar: Baptistenpastor zu 23 Jahren Gefängnis verurteilt

    Myanmar: Baptistenpastor zu 23 Jahren Gefängnis verurteilt

    Frankfurt am Main. Zum „Gefangenen des Monats“ Januar 2024 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den Christen Thian Lian Sang aus Myanmar benannt. Der Pastor aus der Volksgruppe der Chin gehört der Falam-Baptistenkirche an und wurde am 16. September 2021 vor seinem Haus in Mandalay (Zentral-Myanmar) festgenommen.

    Dazu waren 20 bewaffnete Soldaten angerückt, die bei der Gelegenheit die Wohnung durchsuchten und einen Geldbetrag von umgerechnet rund 200 Euro sowie fünf Mobiltelefone der Familie des Pastors konfiszierten. Eine Woche lang blieb sein Aufenthaltsort unbekannt.

    Am 7. Dezember 2022 verurteilte das Gefängnisgericht Obo in Mandalay den Pastor zu 23 Jahren Haft, davon drei Jahre schwere Zwangsarbeit. Sang werden Verstöße gegen das Anti-Terrorismus-Gesetz vorgeworfen, obwohl er als unpolitisch und gewaltlos bekannt ist. In seiner seelsorgerlichen Arbeit wandte sich Sang besonders jungen und bedürftigen Menschen zu.

    Bitte, appellieren Sie an den Vorsitzenden des Staatsverwaltungsrates von Myanmar, General Min Aung Hlaing, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um Thian Lian Sang’s sofortige und bedingungslose Freilassung zu erwirken.

    Die Appelladresse lautet: General Min Aung Hlaing, Vorsitzender des Staatsverwaltungsrates von Myanmar, via Botschaft der Republik Myanmar, Thielallee 19, 14195 Berlin.

    Dazu können sie den vorbereiteten Musterbrief herunterladen und ausdrucken, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist.:

  • Eritrea: Hauskirchen-Pastor seit fast 20 Jahren hinter Gittern

    Eritrea: Hauskirchen-Pastor seit fast 20 Jahren hinter Gittern

    Frankfurt am Main. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA haben den eritreischen Christen Haile Naizgi (nach anderer Schreibweise auch Naizghe oder Nayzgi) zum „Gefangenen des Monats Dezember“ benannt.

    Der Pastor war ehemals Leiter des pfingstlichen Hauskirchennetzwerks „Full Gospel Church“, die unter der sozialistischen Einparteienherrschaft des Diktators Isayas Afewerki im Mai 2003 verboten wurde. In den frühen Morgenstunden des 23. Mai 2004 nahmen Polizisten den Vater von vier Kindern fest und hielten ihn zusammen mit dem Leiter der Evangelischen Allianz Eritreas, Kiflu Gebremeskel (zuletzt „Gefangener des Monats Juni 2022“) in einer Polizeistation gefangen.

    Später überstellte die Polizei sie in das berüchtigte „Zentrale Strafermittlungszentrum Wengel Mermera“, wo die Häftlinge unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen wie in einem Verlies eingesperrt sind. Im Dezember 2008 ernannten IGFM und IDEA Naizgi erstmals zum „Gefangenen des Monats“.

    Im Mai 2002 wurden in Eritrea sämtliche religiösen Gruppen mit Ausnahme der eritreisch-orthodoxen, der römisch-katholischen, der lutherischen Kirchen und der Gemeinschaft der sunnitischen Muslime verboten. Dieses Vorgehen steht im Widerspruch zu den Verpflichtungen Eritreas: Im selben Jahr ratifizierte die Führung den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte und verpflichtete sich damit in vollem Umfang zur Achtung der Religionsfreiheit. Selbst die anerkannten Religionsgemeinschaften werden streng beobachtet und erfahren zunehmend mehr Repressalien.

    Bitte, appellieren Sie an den eritreischen Präsidenten Isayas Afewerki und bitten ihn, sich für die Freilassung von Haile Naizgi einzusetzen.

    Die Appell-Adresse:  An den Präsidenten Isayas Afewerki, via Botschaft des Staates Eritrea, Stavangerstrasse 18, 10439 Berlin.

    Für den Appell können Sie den Musterbrief (siehe unten) herunterladen, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist.

  • China: Hauskirchen-Prediger an unbekanntem Ort festgehalten

    China: Hauskirchen-Prediger an unbekanntem Ort festgehalten

    Frankfurt am Main. Als „Gefangenen des Monats November 2023“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den chinesischen Christen Chang Hao aus der Provinz Yunnan benannt. Sie rufen zum Einsatz für ihn auf. Der evangelische Hauskirchen-Prediger wurde am 14. April 2023 im Zuge einer Durchsuchung seiner Kirche festgenommen. Die örtliche Polizei beschlagnahmte anschließend zwei Mobiltelefone, einen Laptop, Bibeln und sämtliche christliche Literatur der Hauskirche sowie Mundschutzmasken, die mit Bibelsprüchen bedruckt waren.

    Die Gemeinschaft war nicht der staatlich kontrollierten Drei-Selbst-Kirche beigetreten, war aber durch die Verteilung der Masken mit Bibelzitaten in der Gegend um die Stadt Zhaotong bekannt geworden. Chang Hao durfte bislang weder seine Familie noch einen Verteidiger sprechen. Die Behörden verweigern dem Anwalt zudem den Zugang zu den Akten. Seine Angehörigen haben bislang nichts über seinen Verbleib erfahren können. Er habe Streit gesucht und Ärger provoziert, so lautet der Vorwurf, den die Polizei gegen den Prediger erhoben hat. Vor der Festnahme war er aber schon öfter vorgeladen und verhört worden. Weil seine Gesundheit bereits zuvor angeschlagen war, unter anderem durch eine Diabetes-Erkrankung, ist seine Familie besonders besorgt.

    Die IGFM und IDEA rufen dazu auf, sich in Briefen an den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping für die Freilassung des chinesischen Christen Chang Hao einzusetzen. Die Verfassung des Landes garantiert „die Freiheit des religiösen Glaubens“.

    Die Appelladresse lautet: Staatspräsident Xi Jinping via Botschaft der VR China, Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin, Fax 030-27588221.

    Sie können dazu den Muster-Appellbrief herunterladen und ausdrucken. Dieser ist lediglich um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen:

  • Iran: Pastor wegen Leitung einer Hauskirche verurteilt

    Iran: Pastor wegen Leitung einer Hauskirche verurteilt

    Frankfurt am Main. Als Gefangenen des Monats Oktober 2023 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den evangelischen Christen Anooshavan Avedian aus dem Iran benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den 61-jährigen inhaftierten Hauskirchen-Pastor einzusetzen.

    Knapp 20 Gläubige waren am 21. August 2020 in seiner Wohnung versammelt, als ungefähr 30 Mitarbeiter des Geheimdienstministeriums dort eindrangen und das gemeinschaftliche Gebet unterbrachen. Die Sicherheitskräfte sammelten sämtliche Bibeln, Mobil-Geräte und Passwörter der Anwesenden ein, insbesondere auch zu ihren Social-Media-Auftritten. Sie nahmen Avedian zusammen mit anderen Gläubigen fest und brachten sie ins berüchtigte Evin-Gefängnis. Gegen Hinterlegung einer Kaution von umgerechnet beinah 50.000 Euro kam er am 23. September 2020 zunächst wieder frei.

    Die Behörden bemühten sich in der Folge, einigen Christen die schriftliche Zusicherung abzuringen, künftig von Hauskirchenversammlungen fernzubleiben und den Kontakt zu anderen Gläubigen abzubrechen. Am 11. April 2022 fiel dann das drakonische Urteil gegen Avedian zu zehn Jahren Haft wegen sogenannter „Propaganda gegen das System“ sowie „Gefährdung der inneren Sicherheit“ aufgrund der Organisation und Leitung einer Hauskirche. Rund sechs Wochen später bestätigte die Berufungsinstanz das erste Gerichtsurteil in Abwesenheit. Eine Beschwerde dagegen wurde letztinstanzlich abgewiesen. Am 18. September 2023 trat der 61-jährige Pastor seine Gefängnisstrafe an.

    Der Iran hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert, der Religionsfreiheit beinhaltet.

    Bitte, appellieren Sie an den iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi und bitten um sofortige und bedingungslose Freilassung des Inhaftierten. Dazu können Sie den vorbereiteten Musterbrief herunterladen und ausdrucken. Er ist lediglich um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen. Die Appelladresse lautet:

    Seine Exzellenz Präsident Ebrahim Raisi, via Botschaft der Islamischen Republik Iran, Podbielskiallee 65-67, 14195 Berlin, Fax 030 84353165