Christenverfolgung

  • Iran: Christ nach Abschiebung aus der Türkei festgenommen

    Iran: Christ nach Abschiebung aus der Türkei festgenommen

    Frankfurt am Main. Als Gefangenen des Monats Februar 2026 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den iranischen Christen Mehran Shamloui benannt. Der ehemalige Muslim trat zum Christentum über und schloss sich einer Hauskirche an. Der 37-Jährige wurde am 3. Juli 2025 festgenommen, nachdem er in die Türkei geflohen, dort aufgegriffen und in seine iranische Heimat deportiert worden war.

    Der Grund seiner Flucht war ein drakonisches Urteil im März 2025 im Iran gegen ihn und zwei weitere Christen wegen ihrer Kirchenzugehörigkeit: Demnach sollte er acht Jahre wegen „Propaganda gegen das islamische Recht“ sowie weitere zwei Jahre und acht Monate wegen der Mitgliedschaft in einer „oppositionellen Gruppe“ hinter Gittern verbringen. Seit August 2025 befindet sich Shamloui im berüchtigten Evin-Gefängnis, während sich die beiden Mitverurteilten weiterhin außer Landes versteckt halten.

    Die IGFM und IDEA rufen dazu auf, in Briefen an den iranischen Präsidenten Massud Peseschkian um die sofortige Freilassung des Christen zu bitten. Die Islamische Republik Iran hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert, der auch Religionsfreiheit garantiert.

    Die Appelladresse lautet: Präsident Massud Peseschkian, via Botschaft der Islamischen Republik Iran, Podbielskiallee 65-67, 14195 Berlin.

    Sie können dazu den Musterappellbrief im WORD-Format verwenden. Er ist nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen:

  • China: Pastor wegen Glaubensverbreitung im Internet in Haft

    China: Pastor wegen Glaubensverbreitung im Internet in Haft

    Frankfurt am Main. Als Gefangenen des Monats Januar 2026 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den evangelischen Pastor der „Kirche von Zion“ Jin (Ezra) Mingri benannt. Der 56-jährige Chinese wurde am 10. Oktober 2025 in der südchinesischen Stadt Beihai festgenommen, ebenso wie weitere Pastoren und Mitarbeiter dieser Kirche, insgesamt mehr als 30 in sieben Städten. Es kam zu Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmungen. Den Gläubigen wird illegale Verbreitung religiöser Informationen im Internet vorgeworfen. Jin Mingri gründete die Hauskirche im Jahr 2007 in Peking. Sie ist inzwischen auf mehrere Tausend Mitglieder in mehr als 40 Städten angewachsen, jedoch nicht staatlich registriert.

    Dieses diktatorische Vorgehen ist wohl eine der größten, gegen Christen gerichteten Verhaftungswellen der letzten Jahre im kommunistischen China. Einige derjenigen, die festgenommen wurden, kamen inzwischen wieder frei, überwiegend gegen Hinterlegung einer Kaution. Im Jahr 2018 wurde diese Kirche erstmals verboten und der Gründer wurde unter Hausarrest gestellt.

    IGFM und IDEA rufen dazu auf, sich in Briefen an den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping für die Freilassung des Pastors einzusetzen, verbunden mit der Bitte, für den Inhaftierten zu beten. Die Appelladresse lautet: Staatspräsident Xi Jinping via Botschaft der Volksrepublik China, Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin.

    Ein Muster-Appellbrief im WORD-Format steht zum Download bereit:

  • Nordkorea: Missionar seit über zehn Jahren in Gefangenschaft

    Nordkorea: Missionar seit über zehn Jahren in Gefangenschaft

    Frankfurt am Main. Als Gefangenen des Monats Dezember 2025 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den in Nordkorea inhaftierten Christen Kim Jung-wook benannt. Der 61-Jährige befindet sich bereits seit mehr als einem Jahrzehnt in einem Gefangenenlager. Der Missionar hatte seit 2007 in der chinesischen Grenzstadt Dangdong gelebt und Nordkoreanern zur Flucht nach Südkorea verholfen. Aufgrund von Versprechungen glaubte der Baptist, am 7. Oktober 2013 sicher mit Bibeln und anderen religiösen Schriften nach Nordkorea einreisen zu können. Das war jedoch eine Falle: Er wurde am Tag nach seiner Einreise festgenommen und verhört.

    Kim Jung-wook wurde vorgeworfen, einen Umsturzversuch unternommen und für Südkorea spioniert zu haben. Im Februar 2014 trat er vor nordkoreanischen Medien mit einer Selbstbezichtigung und Entschuldigung auf. Er habe Anweisungen des südkoreanischen Geheimdienstes befolgt. Am 30. Mai 2014 wurde er zu lebenslanger Haft in einem Arbeitslager verurteilt. Die Arbeitsgruppe des UN-Menschenrechtsrats zu willkürlichen Inhaftierungen forderte am 13. März 2025 die sofortige Freilassung Kim Jung-wooks sowie zwei weiterer südkoreanischer Christen.

    Die IGFM und IDEA stellten ihn erstmals im März 2015 als „Gefangenen des Monats vor“. Sie rufen dazu auf, in Briefen an Kim Jong-un, kommunistischer Diktator von Nordkorea, sowohl umgehende Auskunft über den Verbleib Kim Jung-wooks wie auch dessen bedingungslose Freilassung zu fordern.

    Die Appelladresse lautet: Seine Exzellenz Kim Jong-un, Oberster Führer der Demokratischen Volksrepublik Korea, via Botschaft der Volksrepublik Korea, Glinkastraße 5-7, 10117 Berlin.

    Sie können dazu den Appell-Musterbrief verwenden, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist:

  • Vietnam: Hohe Haftstrafe wegen angeblicher Gefährdung der nationalen Einheit

    Vietnam: Hohe Haftstrafe wegen angeblicher Gefährdung der nationalen Einheit

    Frankfurt am Main (05.11.25). Zum Gefangenen des Monats November 2025 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den evangelischen Christen Rlan Thih aus Vietnam benannt. Sie rufen zum Einsatz für den 45-Jährigen auf. Der evangelische Christ, der der Minderheit der Montagnards angehört, wurde am 19. Dezember 2022 festgenommen. Am 28. September 2023 erfolgte die Verurteilung in der Provinz Gia Lai zu acht Jahren Gefängnis und einer anschließenden dreijährigen Bewährungsstrafe wegen „Untergrabung der Politik der nationalen Einheit“. 

    Thih wird zur Last gelegt, über einen Zeitraum von 15 Jahren Angehörige ethnischer Minderheiten überredet zu haben, sich einer bestimmten evangelischen Gemeinschaft anzuschließen. Er habe sich dazu vom Ausland aus anweisen lassen. Seine Gruppierung sei in Pläne zur Loslösung eines Territoriums für ethnische Minderheiten im zentralen Hochland Vietnams verstrickt. Dieser Vorwurf wird häufig gegen Angehörige der Minderheit der Montagnards erhoben, wenn sie einer nicht registrierten christlichen Gruppe angehören. Die Montagnards setzen sich aus etwa 30 indigenen Stämmen zusammen. 

    Die kommunistische Regierung nennt sie abschätzig „Dega-Protestanten“. Tatsächlich treten viele christliche Montagnards offen für die Achtung des Rechts auf Religionsfreiheit ein; so verteidigte auch Rlan Thih dieses Menschenrecht. Vietnam ist Vertragsstaat des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte, der in Artikel 18 das Recht auf Religionsfreiheit garantiert.

    Bitte, appellieren Sie an den vietnamesischen Staatspräsidenten Luong Cuong und bitten Sie ihn, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um auf die Freilassung Rlan Thihs hinzuwirken. Dazu können Sie den beigefügten Muster-Appellbrief herunterladen, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist. Die Appelladresse lautet: Staatspräsident Luong Cuong c/o Botschaft der Sozialistischen Republik Vietnam, Elsenstr. 3, 12435 Berlin-Treptow.

  • Nicaragua: Pastor trotz schwerer Erkrankung willkürlich eingesperrt

    Nicaragua: Pastor trotz schwerer Erkrankung willkürlich eingesperrt

    Frankfurt am Main. Zum Gefangenen des Monats Oktober 2025 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den evangelischen Pastor Rudy Palacios Vargas aus Nicaragua benannt. Der Gründer der kirchlichen Gemeinschaft „La Roca de Nicaragua“ („Der Fels von Nicaragua“) wurde am Abend des 17. Juli 2025 in Jinotepe, der Hauptstadt des Bezirks Carazo im Südwesten des Landes festgenommen. Ebenso wurden vier Familienangehörige sowie eine Freundin und zwei Freunde abgeführt.

    Bewaffnete Polizisten drangen, unterstützt von Hilfskräften, mit Gewalt in die Wohnungen der Christen ein. Sie beschlagnahmten dabei auch Mobiltelefone und andere elektronische Geräte. Der Pastor wurde laut Medienberichten zusammen mit vier weiteren der Festgenommenen in das berüchtigte Gefängnis von Granada an der Westküste verlegt, das „La Granja“ genannt wird. Ihnen wird Verschwörung zur Untergrabung der nationalen Integrität und Hochverrat vorgeworfen.

    Im Jahr 2019 wurde der Gemeinschaft bereits die rechtliche Zulassung entzogen; mehrere Mitglieder wurden von Sicherheitskräften ermordet und ihr Kirchengebäude beschlagnahmt. Vorübergehend im Exil, kehrte der Pastor dennoch in seine Heimat zurück, nachdem er an Krebs erkrankt war. Daher sorgen sich Beobachter derzeit insbesondere um seinen Gesundheitszustand.

    IGFM und IDEA bitten darum, in Appellen an Präsident Daniel Ortega über die zuständige diplomatische Vertretung in Wien die sofortige Freilassung des Pastors, seiner Familienmitglieder und Freunde zu fordern. – Herzlichen Dank im Voraus für Ihre Unterstützung!

    Die Appelladresse lautet: Präsident Daniel Ortega, c/o Botschaft der Republik Nicaragua, Prinz-Eugen-Str. 18, Stiege 1, Top 34, A-1010 Wien.

    Sie können auch den Muster-Appellbrief verwenden; er steht hier zum Download bereit: