Christenverfolgung

  • China: Hauskirchen-Pastor an unbekanntem Ort festgehalten

    China: Hauskirchen-Pastor an unbekanntem Ort festgehalten

    Frankfurt am Main. Als Gefangenen des Monats September 2025 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den evangelischen Pastor Zhang Sen aus Fuyang in der westlich von Shanghai gelegenen Provinz Anhui benannt. Er hielt sich in der nördlich seiner Heimat gelegenen Provinz Jiangsu bei Freunden auf, als er am späten Nachmittag des 9. Juli 2025 festgenommen wurde. Einer letzten Nachricht an seine Frau Xu Chao zufolge waren Unbekannte zu dem Zeitpunkt dabei, das Türschloss zu der Wohnung aufzubrechen, in er zu Besuch war. Die Ehefrau erfuhr später durch Augenzeugen von der Festnahme. In Handschellen sei er in ein Auto mit den Kennzeichen seiner Heimatstadt gesetzt worden.

    Es ist bisher nicht bekannt, wo der Vater von drei Kindern seither festgehalten wird. Die reformierte Kirche Maizhong, der der Pastor angehört, ist eine Hauskirche. Sie hat sich nicht der Patriotischen Drei-Selbst-Bewegung angeschlossen, die der kommunistische Staat als Dachorganisation für evangelische Christen vorgesehen hat. Da sie sich so der Kontrolle durch die Kommunistische Partei Chinas (KPC) entzieht, werden Mitglieder der Kirche seit Sommer 2021 verfolgt: Sie werden mit elektronischen Fährtenfindern überwacht oder durch Repressalien wie Wohnungseinbrüche und willkürliche Festnahmen unter Druck gesetzt. IGFM und IDEA bitten um Appelle an den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping, sich für die umgehende Freilassung des Pastors einzusetzen.

    Die Appelladresse lautet: Staatspräsident Xi Jinping via Botschaft der Volksrepublik China, Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin. Hier der Link zum Musterbrief im WORD-Format:

  • Nicaragua: Schicksal einer kirchlichen Mitarbeiterin ungewiss

    Nicaragua: Schicksal einer kirchlichen Mitarbeiterin ungewiss

    Frankfurt am Main. Zur Gefangenen des Monats Juli 2025 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA die katholische Christin Lesbia del Socorro Gutiérrez Poveda (kurz Lesbia Gutiérrez) aus Nicaragua benannt. Die 59-jährige Caritas-Mitarbeiterin wurde am 10. August 2024 von Sicherheitskräften zur „Befragung“ abgeführt. Sie war bei der Caritas der Diözese Matagalpa für die Förderung von Kleinproduzenten verantwortlich. Der zuständige Bischof ist Rolando Álvarez Lagos, der im August 2022 festgenommen, später zu 26 Jahren Haft verurteilt und schließlich im Januar 2024 in den Vatikan abgeschoben wurde.
    Zunächst fragten zwei Polizisten in Zivil gegen zehn Uhr morgens beim Bauernhof „La Guadalupana“ in der Nähe von Matagalpa nach Gutiérrez, verbunden mit der Bitte um Auskunft über das Projekt, das sie bei der Caritas verwaltet. Schließlich kamen noch weitere Beamte, darunter Bewaffnete in Uniform zu Gutiérrez und forderten sie auf, nach Managua zur Befragung mitzukommen, ohne einen Haftbefehl vorzuzeigen. Seither haben ihre Angehörigen keine offizielle Auskunft über den Verbleib der engagierten Christin von Behörden der sandinistischen Diktatur erhalten. Die Familie wurde jedoch gebeten, monatlich Lebensmittelpakete für sie an das Frauengefängnis „La Esperanza“ zu senden.
    Seit den Massenprotesten gegen die sozialistische Diktatur von Präsident Daniel Ortega und seiner Vizepräsidentin und Ehefrau Rosario Murillo im Jahr 2018 werden Kritiker massiv verfolgt, durch fingierte Vorwürfe, Inhaftierungen, Folter und Ausbürgerung. Der Verdacht, in Distanz zum Regime zu stehen, reicht dafür bereits aus. Tausende von Bürgerinitiativen, kirchliche Einrichtungen und Medien wurden für illegal erklärt.
    IGFM und IDEA bitten darum, in Appellen an Präsident Daniel Ortega um eine offizielle Auskunft über den Aufenthaltsort und Gesundheitszustand zu ersuchen und die sofortige Freilassung zu fordern. Seit April 2024 ist die Botschaft Nicaraguas in Berlin geschlossen und daher sind Briefe an die diplomatische Vertretung in Wien zu richten.

    Die Appelladresse lautet: Präsident Daniel Ortega, c/o Botschaft der Republik Nicaragua, Prinz-Eugen-Str. 18, Stiege 1, Top 34, A-1010 Wien.

    Sie können auch den Muster-Appellbrief verwenden; er steht hier zum Download bereit:

  • Iran: Verfolgter Christ erneut hinter Gittern

    Iran: Verfolgter Christ erneut hinter Gittern

    Frankfurt am Main. Als Gefangenen des Monats Juni 2025 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den iranischen Christen Naser Navard-Goltapeh benannt. Der Konvertit, der vor vielen Jahren vom Islam zum Christentum übertrat, kam am 6. Februar 2025 erneut in Haft und wird seither im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran festgehalten. Um gegen die Verfolgung von Christen durch die Mullah-Diktatur zu protestieren, war er in diesem Frühjahr in einen Hungerstreik getreten. Nach 35 Tagen erlitt er jedoch am 17. März einen Schlaganfall. Er kam daraufhin ins Krankenhaus, wurde jedoch bereits nach zwei Tagen wieder ins Gefängnis zurückgebracht. Erstmals wurde er am 24. Juni 2016 bei einer Verlobungsfeier in Teheran festgenommen und im Mai 2017 zu zehn Jahren Haft wegen angeblicher „Gefährdung der nationalen Sicherheit“ verurteilt. IGFM und IDEA stellten ihn im März 2018 bereits als „Gefangenen des Monats“ vor. Am 17. Oktober 2022 kam er frei. Die IGFM und IDEA rufen dazu auf, in Briefen an den iranischen Präsidenten Massud Peseschkian um die sofortige Freilassung des Christen zu bitten. Die Islamische Republik Iran hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert, der auch Religionsfreiheit garantiert.

    Die Appelladresse lautet: Präsident Massud Peseschkian, via Botschaft der Islamischen Republik Iran, Podbielskiallee 67, 14195 Berlin

    Sie können dazu den Muster-Appellbrief verwenden, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist:

  • Vietnam: Christ erneut langjährig in Haft

    Vietnam: Christ erneut langjährig in Haft

    Y Krec Bya widerstand dem Druck, seine Kirche zu verlassen.

    Frankfurt am Main. Zum Gefangenen des Monats Mai 2025 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den evangelischen Christen Y Krec Bya benannt. Sie rufen zum Einsatz für den Inhaftierten auf. Bya gehört der Evangelischen Kirche Christi an, die nicht bei den kommunistischen Behörden registriert ist. Daher haben sie versucht, Mitglieder zu zwingen, die Gebetstreffen aufzugeben oder die Kirche zu verlassen; so versuchten sie dies auch vergeblich bei Bya. Die Mitglieder gehören der ethnischen Minderheit der Montagnard an, die aus etwa 30 indigenen Stämmen besteht und im zentralen Hochland Vietnams leben.

    Am 8. April 2023 ließen ihn die lokalen Behörden der Provinz Dak Lak festnehmen und klagten Y Krec Bya daraufhin wegen „Untergrabung der Solidaritätspolitik“ an. Sie warfen ihm vor, durch Sammlung und Verbreitung verzerrter Informationen gegen das Strafgesetz verstoßen zu haben, was zu Spaltungen zwischen Einwohnern und Behörden, sowie zwischen religiösen Gruppen geführt habe. Außerdem wurde er bezichtigt, mit einem der Gründer seiner Kirche in den USA in Kontakt gestanden zu haben.

    Am 28. März 2024 wurde er von einem Gericht in Dak Lak zu 13 Jahren Gefängnis sowie – im Anschluss an die Haftzeit – zu einer fünfjährigen Bewährungsstrafe verurteilt. In der Vergangenheit wurde Bya bereits mehrfach willkürlich von den Behörden festgenommen und im Jahr 2004 wurde er erstmals zu acht Jahren Haft verurteilt.

    Die IGFM ruft zu Briefen an den vietnamesischen Staatspräsidenten Luong Cuong mit der Bitte auf, die bedingungslose Freilassung des Inhaftierten zu erwirken.

    Die Appelladresse lautet: Staatspräsident Luong Cuong c/o Botschaft der Sozialistischen Republik Vietnam, Elsenstr. 3, 12435 Berlin.

    Sie können dazu den Muster-Appellbrief herunterladen, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist:

  • China: Hauskirchen-Prediger festgenommen

    China: Hauskirchen-Prediger festgenommen

    Frankfurt am Main. Als Gefangenen des Monats April 2025 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den chinesischen Christen Ma Yan benannt. Der 32-Jährige aus der nordchinesischen Stadt Yinchuan (Autonomes Gebiet Ningxia) fand als Student zum Christentum, ist Prediger einer Hauskirche und befindet sich seit dem 9. August 2024 in Haft. An diesem Tag kam es zu einer Razzia verschiedener Polizeieinheiten während einer Bibelstunde, die Yan leitete.
    Dabei wurde er zusammen mit drei weiteren Christen festgenommen. Ihnen wurde „Störung der öffentlichen Ordnung“ vorgeworfen, nachdem sich Yan geweigert hatte, sich mit seiner Hauskirche der staatlich kontrollierten Drei-Selbst-Bewegung anzuschließen. Im weiteren Verlauf erhoben die Behörden zudem den Vorwurf gegen ihn, eine verbotene Versammlung veranstaltet zu haben. Auf dieser Grundlage erging ein förmlicher Haftbefehl gegen den Prediger und daher wird er fortgesetzt festgehalten.
    Das kommunistische China kriminalisiert systematisch diejenigen Christen, die sich weigern, sich staatlich kontrollierten Organisationen anzuschließen.

    IGFM und IDEA bitten darum, in Briefen an den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping die umgehende Freilassung des Christen zu fordern.

    Die Appelladresse lautet: Staatspräsident Xi Jinping via Botschaft der VR China, Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin, Fax 030-27588221.

    Sie können dazu den Muster-Appellbrief herunterladen und ausdrucken. Dieser ist lediglich um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen: