Am Morgen des 4. Juni feierte die IGFM Katrin Bornmüller, Ehrenvorsitzende der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und Gründerin/Leiterin der Arbeitsgruppe Wittlich. Die Laudatio verlas IGFM-Vorstandsmitglied Carmen Jondral-Schuler, die die Leitung der AG Wittlich übernommen hat.
AK_Religionsfreiheit_IGFM
-

Syrien: Über 200 Tote bei militärischem Angriff und ethnischer Säuberung
Frankfurt am Main, 17. Juli 2025 – Syrische Regierungstruppen, die von verbündeten Milizen unterstützt werden, haben mit äußerster Brutalität die drusische Stadt Suwayda angegriffen, die medizinische Infrastruktur ins Visier genommen und zahlreiche zivile Opfer verursacht. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) ist zutiefst besorgt über die eskalierende humanitäre Krise im Süden Syriens, insbesondere in der Provinz Suwayda. Die Menschenrechtsorganisation verurteilt die Angriffe auf Zivilisten aufs Schärfste und fordert die syrische Übergangsregierung auf, die Feindseligkeiten unverzüglich einzustellen und die Rechte aller ethnischen und religiösen Gemeinschaften, insbesondere der Drusen, zu respektieren.
„Die neuen syrischen Machthaber und die mit ihr verbündeten islamistischen Rebellen treiben die Islamisierung des Landes gewaltsam voran. Im März wurden Tausende von Alawiten angegriffen und getötet. Jetzt richten sich die Angriffe gegen die sehr bekannte und traditionsreiche drusische Minderheit. Die IGFM erinnert erneut daran, dass es sich bei den neuen Machthabern der HTS um eine Terrorgruppe handelt, die zunächst mit der Terrormiliz IS und dann unter dem Namen Al Nusra mit Al Qaida verbunden war“, erklärt Valerio Krüger, Sprecher der deutschen Sektion der IGFM.
Lokalen Quellen zufolge wurden bereits über 200 Drusen getötet. Das medizinische Personal im Nationalkrankenhaus von Suwayda hat angesichts des katastrophalen Zustands dringend um Hilfe gebeten. Anstatt zu deeskalieren, reagierte das syrische Regime mit einer Machtdemonstration: Es verlegte Armeeeinheiten in die Provinz, beschoss Wohngebiete und setzte Berichten zufolge FPV-Drohnen gegen lokale drusische Milizen ein, die ihre Gemeinden verteidigten. Videos, die im Internet kursieren, zeigen, wie drusische Zivilisten von islamistischen Milizen gedemütigt werden. Dieselben Gruppen, die nach ihrer Machtergreifung und ihren Versprechen, die Menschenrechte aller Bürger zu achten, von zahlreichen Politikern mit Vorschusslorbeeren überhäuft wurden, zeigen erneut ihr wahres Gesicht, kritisiert die IGFM.
Israel schützt die drusische Gemeinschaft
Als Reaktion auf den Angriff des Regimes hat Israel eine Reihe von Militärschlägen gegen Stellungen der syrischen Armee in Suwayda, Izraa (Provinz Daraa) und sogar Damaskus durchgeführt. Zu den Zielen gehörten ein Konvoi der syrischen Armee, der mit pro-türkischen Milizen in Verbindung steht, das Gebäude des syrischen Verteidigungsministeriums und das Hauptquartier des Generalstabs im Zentrum von Damaskus. Die israelischen Behörden haben den Schutz der drusischen Gemeinschaft als eine nationale Priorität bezeichnet und der syrischen Regierung ein Ultimatum gestellt: Rückzug aus Suwayda oder weitere Konsequenzen.
Die IGFM fordert die Vereinten Nationen, die EU und regionale Mächte auf, Druck auf das syrische Regime auszuüben, damit es die Gewalt beendet und Korridore für humanitäre Hilfe öffnet.
-

Die IGFM auf dem Evangelischen Kirchentag in Hannover 2025
Frankfurt am Main/Hannover. Vom 1. bis 3. Mai 2025 war der IGFM-Arbeitskreis ‚Religionsfreiheit weltweit‘ mit einem Info-Stand in der Halle 5 vertreten. Eine selbstlaufende Powerpoint-Präsentation zeigte die Schwerpunkte zum Thema Religionsfreiheit gemäß Artikel 18 der Allgemeinen Menschenrechtserklärung vom 10.12.1948.
Der Schwerpunkt in der Besucher-Ansprache waren die Gefangenen der Monate März, April und Mai 2025.
Es wurden zahlreiche Muster-Appellbriefe unterschrieben, die seitens der IGFM gesammelt an die jeweiligen Botschaften in Berlin gesandt wurden:
Es ging um folgende Gefangene:
März: Die vierfache Mutter Shagufta Kiran, Pakistan, die zum Tode verurteilt ist;
April: Der chinesische Christ Ma Yan, der während einer Bibelstunde festgenommen wurde (Anmerkung: er wurde inzwischen freigelassen).
Mai: Der vietnamesische Christ X Krec Bya, der im März zu 13 Jahren Gefängnis, sowie zu einer fünfjährigen Bewährungsstrafe nach Haftentlassung verurteilt wurde.
-

Nicaragua: Schicksal einer kirchlichen Mitarbeiterin ungewiss
Frankfurt am Main. Zur Gefangenen des Monats Juli 2025 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA die katholische Christin Lesbia del Socorro Gutiérrez Poveda (kurz Lesbia Gutiérrez) aus Nicaragua benannt. Die 59-jährige Caritas-Mitarbeiterin wurde am 10. August 2024 von Sicherheitskräften zur „Befragung“ abgeführt. Sie war bei der Caritas der Diözese Matagalpa für die Förderung von Kleinproduzenten verantwortlich. Der zuständige Bischof ist Rolando Álvarez Lagos, der im August 2022 festgenommen, später zu 26 Jahren Haft verurteilt und schließlich im Januar 2024 in den Vatikan abgeschoben wurde.
Zunächst fragten zwei Polizisten in Zivil gegen zehn Uhr morgens beim Bauernhof „La Guadalupana“ in der Nähe von Matagalpa nach Gutiérrez, verbunden mit der Bitte um Auskunft über das Projekt, das sie bei der Caritas verwaltet. Schließlich kamen noch weitere Beamte, darunter Bewaffnete in Uniform zu Gutiérrez und forderten sie auf, nach Managua zur Befragung mitzukommen, ohne einen Haftbefehl vorzuzeigen. Seither haben ihre Angehörigen keine offizielle Auskunft über den Verbleib der engagierten Christin von Behörden der sandinistischen Diktatur erhalten. Die Familie wurde jedoch gebeten, monatlich Lebensmittelpakete für sie an das Frauengefängnis „La Esperanza“ zu senden.
Seit den Massenprotesten gegen die sozialistische Diktatur von Präsident Daniel Ortega und seiner Vizepräsidentin und Ehefrau Rosario Murillo im Jahr 2018 werden Kritiker massiv verfolgt, durch fingierte Vorwürfe, Inhaftierungen, Folter und Ausbürgerung. Der Verdacht, in Distanz zum Regime zu stehen, reicht dafür bereits aus. Tausende von Bürgerinitiativen, kirchliche Einrichtungen und Medien wurden für illegal erklärt.
IGFM und IDEA bitten darum, in Appellen an Präsident Daniel Ortega um eine offizielle Auskunft über den Aufenthaltsort und Gesundheitszustand zu ersuchen und die sofortige Freilassung zu fordern. Seit April 2024 ist die Botschaft Nicaraguas in Berlin geschlossen und daher sind Briefe an die diplomatische Vertretung in Wien zu richten.Die Appelladresse lautet: Präsident Daniel Ortega, c/o Botschaft der Republik Nicaragua, Prinz-Eugen-Str. 18, Stiege 1, Top 34, A-1010 Wien.
Sie können auch den Muster-Appellbrief verwenden; er steht hier zum Download bereit:
-

Iran: Verfolgter Christ erneut hinter Gittern
Frankfurt am Main. Als Gefangenen des Monats Juni 2025 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den iranischen Christen Naser Navard-Goltapeh benannt. Der Konvertit, der vor vielen Jahren vom Islam zum Christentum übertrat, kam am 6. Februar 2025 erneut in Haft und wird seither im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran festgehalten. Um gegen die Verfolgung von Christen durch die Mullah-Diktatur zu protestieren, war er in diesem Frühjahr in einen Hungerstreik getreten. Nach 35 Tagen erlitt er jedoch am 17. März einen Schlaganfall. Er kam daraufhin ins Krankenhaus, wurde jedoch bereits nach zwei Tagen wieder ins Gefängnis zurückgebracht. Erstmals wurde er am 24. Juni 2016 bei einer Verlobungsfeier in Teheran festgenommen und im Mai 2017 zu zehn Jahren Haft wegen angeblicher „Gefährdung der nationalen Sicherheit“ verurteilt. IGFM und IDEA stellten ihn im März 2018 bereits als „Gefangenen des Monats“ vor. Am 17. Oktober 2022 kam er frei. Die IGFM und IDEA rufen dazu auf, in Briefen an den iranischen Präsidenten Massud Peseschkian um die sofortige Freilassung des Christen zu bitten. Die Islamische Republik Iran hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert, der auch Religionsfreiheit garantiert.
Die Appelladresse lautet: Präsident Massud Peseschkian, via Botschaft der Islamischen Republik Iran, Podbielskiallee 67, 14195 Berlin
Sie können dazu den Muster-Appellbrief verwenden, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist:

