Gefangene des Monats

  • Eritrea: Missionar in Haft

    Frankfurt am Main. Zum „Gefangenen des Monats November“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den evangelischen Missionar Mussie Ezaz aus Eritrea benannt. Sie rufen dazu auf, sich für ihn einzusetzen und zu beten. Seine Kirche „Kale Hiwot“ (Wort des Lebens) steht den Baptisten nahe, die zu jenen Christen gehören, die Staatspräsident Isaias Afewerki als staatszersetzend verfolgen lässt. Mehr als 14 Jahre lang setzte sich der Vater von drei Kindern für die Ausbreitung seines Glaubens ein, besonders unter der Jugend. Im September 2007 wurde er verhaftet. Die Vorwürfe gegen ihn sind unbekannt. Vier Monate war er auf der Flucht. Aber kurz vor der Grenze zu Äthiopien, nachdem er mit seiner Familie Kontakt aufgenommen hatte, holte ihn die Polizei ein. Seither hat seine Familie kein Lebenszeichen mehr von ihm erhalten. Mindestens 31 Christen kamen von 2002 bis 2017 in den Lagern und Gefängnissen zu Tode. Manche starben lieber, als dass sie nur durch Widerruf ihres Glaubens medizinische Hilfe erhielten. Die Häftlinge sind teilweise unter unmenschlichen Bedingungen in nicht klimatisierten Transportcontainern in Militärlagern eingesperrt. – Bitte appellieren Sie an den eritreischen Staatspräsidenten Isayas Afewerki für die Freilassung von Mussie Ezaz. Das Land Eritrea hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert. Freiheitsentzug ohne Anklage und faires Verfahren verletzt diesen Vertrag. Seit 2002 sind im diktatorisch regierten Eritrea nur die eritreisch-orthodoxe, die katholische und die lutherische Kirche sowie der Islam anerkannt. Sie können zwar Gottesdienst feiern, werden jedoch überwacht. Angehörige anderer Glaubensgemeinschaften – wie Baptisten und Pfingstler – leben ständig in der Gefahr, verhaftet zu werden.

    Die Appelladresse: Seine Exzellenz Staatspräsident Isayas Afewerki via Botschaft des Staates Eritrea, Stavangerstr. 18, 10439 Berlin. Sie können hieraus entweder einen eigenen Brieftext entwerfen oder einfach den >>>vorbereiteten Muster-Appellbrief herunterladen, ausdrucken und mit Absender, Datum und Unterschrift versehen.

    Herzlichen Dank für die Unterstützung!

  • China: Katholischer Priester in einem Umerziehungslager?

    Pfarrer nach Gespräch mit der Religionsbehörde verschwunden

    Zum „Gefangenen des Monats Oktober“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den katholischen Priester Lu Danhua aus China benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den Pfarrer, der bei seinen Gemeindeangehörigen in der Provinz Zhejiang sehr beliebt ist, einzusetzen und für ihn zu beten. Am 29. Dezember vorigen Jahres holten ihn Mitarbeiter des örtlichen Büros für religiöse Angelegenheiten in der Stadt Lishui (Provinz Zhejiang) aus einem Wohnheim, in dem er lebte, zu einem „kurzen Gespräch“ ab, wie es zunächst hieß. Von der Unterredung kehrte er bislang nicht zurück.

    Die Behörden gaben später an, er sei ins nahe gelegene Wenzhou gebracht worden, um sich mit den neuen Rechtsvorschriften zur Religion auseinander zu setzen und sich als Seelsorger offiziell registrieren zu lassen. Die IGFM geht davon aus, dass er gegen seinen Willen festgehalten wird, möglicherweise in einem Umerziehungslager.

    Er ist der einzige Pfarrer seiner Diözese, die von Wenzhou mitverwaltet wird. Dort amtiert der staatlich nicht anerkannte Bischof Peter Shao Zhumin. Er war seit seinem Amtsantritt  vor zwei Jahren bereits viermal inhaftiert.

    Bitte appellieren Sie an den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping – er solle Auskunft geben, wo Pfarrer Lu Danhua festgehalten wird und bitten ihn, sich für seine Freilassung einzusetzen. Sie können dazu den >>>vorbereiteten Muster-Appellbrief herunterladen und ausdrucken. Er braucht lediglich um Absender, Datum und Unterschrift ergänzt werden. Die Appelladresse lautet: Seine Exzellenz Staatspräsident Xi Jinping via Botschaft der VR China, Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin, Fax 030 27588221.

  • Nigeria: Junge Christin von Islamisten verschleppt

    Frankfurt am Main. Als „Gefangene des Monats September“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea die nigerianische Christin Leah Sharibu benannt. Sie rufen dazu auf, sich für die Schülerin aus Dapchi im Bundesstaat Yobe einzusetzen und für sie zu beten. Die mittlerweile 15-jährige Leah wurde am 19. Februar dieses Jahres nach einem Überfall auf die dortige Technische Mädchenschule zusammen mit 109 jungen Mädchen und Frauen im Alter zwischen elf und 19 Jahren verschleppt. Einige von Leahs Mitschülerinnen kamen infolge der Gewalt um. Die Entführer, Kämpfer der Islamistenmiliz Boko Haram, entließen einen Monat darauf 101 Mädchen in die Freiheit. Leahs Vater Nata Sharibu zufolge ist sie die Einzige unter den Opfern, die noch festgehalten wird. Er habe erfahren, dass Druck auf sie ausgeübt wurde, zum Islam überzutreten. Weil sie an ihrem christlichen Glauben festhalte, werde sie weiter gefangen gehalten. Der Fall erinnert an die Entführung der 276 Mädchen aus Chibok durch Boko Haram in der Nacht zum 15. April 2014. Fast zwei Drittel von ihnen werden noch immer vermisst. In beiden Fällen beklagen Beobachter, dass weder Polizei noch Militär versucht hätten, die Täter aufzuhalten. – Die IGFM ruft dazu auf, Nigerias Präsidenten Muhammadu Buhari in Briefen aufzufordern, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um die Freilassung der entführten Christin zu erreichen. Die Appelladresse lautet: Seiner Exzellenz Präsident Muhammadu Buhari, c/o Botschaft der Bundesrepublik Nigeria, Neue Jakobstrasse Nr. 4, 10179 Berlin.

    Sie können dazu den >>>vorbereiteten Musterappellbrief herunterladen und ausdrucken. Er ist nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen. – Herzlichen Dank für die Unterstützung!

  • China: Ehepaar wegen Mission verhaftet

    Im Stadtpark observiert – Christliche Eheleute in China hinter Gittern

    Zu „Gefangenen des Monats August“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den chinesischen Gemeindeleiter Liang Ziliang und seine Frau Li Yinxiu benannt. Sie rufen dazu auf, sich für die Baptisten einzusetzen und für sie zu beten. Die Eheleute verteilten – zusammen mit anderen Kirchenmitgliedern – am 1. Juni in Heshan, einer Stadt in der südöstlichen Provinz Guangdong, Broschüren über den christlichen Glauben und demonstrierten zugleich gegen Abtreibung. Die Polizei oberservierte die Gruppe und fotografierte sie, wie die Organisation China Aid meldet. Die Polizei bestellte das Ehepaar am Abend ein, nahm es fest und brachte Liang und Li ins städtische Gefängnis. Es folgte noch eine Hausdurchsuchung, obwohl kein entsprechender Befehl vorlag. Die Angehörigen wurden erst fünf Tage darauf verständigt. Die Gemeinde reagierte verängstigt auf die Inhaftierung ihres Gemeindeleiters und seiner Frau. – Bitte, appellieren sie an den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping und bitten um sofortige Freilassung des Ehepaars.  Die Appelladresse lautet:

    Seine Exzellenz Staatspräsident Xi Jinping via Botschaft der VR China, Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin.
    Sie können dazu den >>>vorbereiteten Muster-Appellbrief herunterladen und ausdrucken. Er ist lediglich um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen. Porto: 70 ct. – Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

  • Indonesien: Vier Jahre Haft wegen Mission

    Frankfurt am Main. Als „Gefangenen des Monats Juli“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den evangelischen Pastor Abraham Ben Moses benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den Theologen, der auch unter dem Namen Saifuddin Ibrahim bekannt ist, einzusetzen und für ihn zu beten. Er wurde nach einer Anzeige der Organisation Muhammadiyah wegen angeblicher Blasphemie verhaftet. Die größte islamische Vereinigung nahm an einem Online-Video Anstoß. Das Video kursiert in sozialen Netzwerken und zeigt Moses bei einem Glaubensgespräch mit einem muslimischen Taxifahrer. Dabei zitierte der Pastor den Koran, sprach von Widersprüchen in der islamischen Lehre und warb für den Übertritt zum Christentum. Nur weil er auf sein Recht zur Mission bestanden hatte, wurde er schließlich am 7. Mai 2018 zu vier Jahren Haft und zu einer zusätzlichen Geldstrafe verurteilt.

    Indonesien, das Land mit der größten islamischen Bevölkerung weltweit, galt lange als tolerant gegenüber seinen rund zehn Prozent Christen und drei Prozent Anhängern anderer Religionen. Seit einigen Jahren zeigt sich, dass überproportional häufig Nichtmuslime der Blasphemie beschuldigt werden. Der ehemalige christliche Gouverneur von Jakarta, Basuki Tjahaja Purnama, „Ahok“ genannt, wurde am 9. Mai vorigen Jahres unter dem Jubel islamistischer Massen wegen Blasphemie zu zwei Jahren Haft verurteilt. Laut der christlich-ökumenischen Organisation Jakarta Christian Communication Forum handelt es sich bei Pastor Moses um den ersten christlichen Gemeindeleiter, dem Gotteslästerung angelastet wird.

    Bitte, appellieren Sie an den indonesischen Staatspräsidenten und bitten um umgehende Freilassung. Die  Appelladresse lautet: Seine Exzellenz Staatspräsident Joko Widodo via Botschaft der Republik Indonesien, Lehrter Str. 16-17, 10557 Berlin, Fax: 030 44737142. Sie können dazu den >>>Muster-Appellbrief herunterladen und ausdrucken. Er ist lediglich um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung.