Gefangene des Monats

  • Iran: Christliche Bürgerrechtlerin in Haft

    Frankfurt am Main. Als „Gefangene des Monats März“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea die iranische Christin und Bürgerrechtlerin Fatemeh Mary Mohammadi benannt. Nachdem Islamische Revolutionsgarden am 8. Januar eine Maschine der Ukraine International Airlines abgeschossen und so 176 Menschen getötet hatten, demonstrierten Tausende Menschen im Iran mit Angehörigen der Opfer. Den Protesten schloss sich auch Mary an, wie ihr Taufname lautet. Am 12. Januar führten sie bei einem Protest auf dem Teheraner Azadi-Platz Sicherheitskräfte ab. Seitdem wird sie im Qarchak-Gefängnis im Süden Teherans gefangen gehalten. Sie hatte am selben Tag zudem über Twitter die Nachrichtenmanipulation des Mullah-Regimes kritisiert.

    Die 21-jährige Studentin wurde im Monat zuvor von ihrer Universität exmatrikuliert. Sie setzt sich für die Legalisierung des Religionswechsels ebenso ein wie für einen freien Zugang zu christlichen Stätten für allen Menschen im Iran. Bereits im November 2017 wurde sie erstmals bei einer Hauskirchenversammlung inhaftiert und später zu einer sechsmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt. Dabei legte ihr das Gericht ihre christlichen Aktivitäten und ihre Zugehörigkeit zu missionierenden evangelikalen Gruppen zur Last. Durch „staatsfeindliche Propaganda“ habe sie die „nationale Sicherheit“ gefährdet. Im September 2018 wurde sie nochmals von Geheimdienst verhört. Im Juni 2019 erlitt sie einen tätlichen Angriff in einem Bus, wobei die Angreiferin ihr vorwarf, das Kopftuch nicht vorschriftsmäßig getragen zu haben.

    Bitte, appellieren Sie an den iranischen Präsidenten Hassan Rohani mit der Bitte um sofortige Freilassung der Christin Fatemeh Mary Mohammadi.

    Die Appelladresse: An den Präsidenten der Islamischen Republik Iran, Seine Exzellenz Hassan Rohani, via Botschaft des Iran, Podbielskiallee 67, 14195 Berlin.

    Für den Appell können sie den >>>vorbereiteten Muster-Appellbrief verwenden  er ist lediglich um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen. – Herzlichen Dank für die Unterstützung der Aktion!                                                                   

  • Ägypten: Christlicher Aktivist in Haft

    Frankfurt am Main. Zum „Gefangenen des Monats Februar“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den ägyptischen Christen Rami Kamil benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den Koordinator der christlichen Menschenrechtsgruppe „Maspero Youth Union“ einzusetzen und für ihn zu beten. Rami Kamil gehört der koptisch-orthodoxen Minderheit in Ägypten an.

    Eine Kampfgruppe der „Nationalen Sicherheitskräfte“ stürmte am 23. November vorigen Jahres das Haus des Schneiders und nahm ihn fest. Von den Vorwürfen gegen ihn erfuhr er am Tag darauf. Er sei einer terroristischen Vereinigung beigetreten und habe diese finanziert, den öffentlichen Frieden gestört und seine Mitbürger gegen den Staat aufgebracht, dies insbesondere in den sozialen Medien. Außerdem habe Kamil zu „Diskriminierung zwischen Christen und Muslimen“ angestachelt. Seine Anwälte werfen den Sicherheitskräften vor, ihn gefoltert zu haben.

    Seine Organisation gründete der 33-Jährige in der Folge des Massakers vom Masperoplatz im Oktober 2011, bei dem ägyptische Soldaten zwei Dutzend friedliche Demonstranten, die sich gegen die Zerstörung einer Kirche in Oberägypten wandten, totgefahren und erschossen hatten. Rami Kamil setzt sich für die Gleichberechtigung der christlichen Minderheit in Ägypten sowie einen wirksameren Schutz derselben vor extremistischer Gewalt ein. Er begleitete im Herbst 2018 die UN-Sonderberichterstatterin Leilani Farha in Kairo und im Gouvernement Al-Minya zur Unterstützung durch Terror vertriebener Kopten.

    Die IGFM ist überzeugt, dass die Vorwürfe gegen Rami Kamil keine Grundlage haben.

    Bitte appellieren Sie an den ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi, sich für die Freilassung des Christen einzusetzen.

    Die Appelladresse: Seine Exzellenz Präsident Abdel Fattah al-Sisi via Botschaft der Arabischen Republik Ägypten, Stauffenbergstr. 6-7, 10785 Berlin. Ein Muster-Appellbrief, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist, steht >>>zum Download bereit.

  • China: Seit einem Jahr wegen christlicher Schriften hinter Gittern

    Frankfurt am Main. Zum „Gefangenen des Monats Januar“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den Gemeindeleiter Qin Defu aus China benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den Inhaftierten einzusetzen und zu beten. Der Vater von vier Adoptivkindern wurde am 29. November zu vier Jahren Gefängnis wegen „illegaler Geschäftstätigkeit“ verurteilt. Qin war für die Schriften seiner protestantischen Untergrundkirche „Early Rain Covenant Church“ in der Stadt Chengdu der südwestchinesischen Provinz Sichuan verantwortlich.

    Er zählt zu den insgesamt rund 160 Mitgliedern seiner Kirche, die im Dezember 2018 verhaftet wurden. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion führten Sicherheitskräfte zunächst rund 100 Gläubige binnen 24 Stunden ab. Unter ihnen war auch der bekannte Pastor Wang Yi, der 2019 im Februar „Gefangener des Monats“ war. Die meisten Festgenommenen wurden inzwischen freigelassen.

    Qin war zunächst eine Freilassung in Aussicht gestellt worden, wenn er einen vom Staat bestellten Verteidiger akzeptieren würde. Einige der Betroffenen hatten Anwälte ausgesucht, die sie nicht sehen durften. Daraufhin wandten sich Verteidiger an lokale Regierungsstellen, um sie an die Einhaltung der chinesischen Rechtsvorschriften zu erinnern, denen zufolge Häftlinge das Recht haben, binnen 48 Stunden nach Festnahme ihren Anwalt zu sprechen. Qin wurde zuerst von Li Guisheng vertreten, der sich über die Weigerung zweier Polizeibeamter beschwerte, ein Treffen mit seinem Mandanten zu ermöglichen.

    Bitte, appellieren Sie an den chinesischen Präsidenten Xi Jinping und bitten um sofortige Freilassung von Qin Defu.

    Die Appelladresse: Seine Exzellenz Staatspräsident Xi Jinping via Botschaft der VR China, Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin, Fax 030 27588221.

    Für den Appell können sie den >>>vorbereiteten Muster-Appellbrief verwenden – er ist lediglich um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen. – Herzlichen Dank für die Unterstützung der Aktion!

  • Kuba: Pastoren-Ehepaar im Gefängnis

    Frankfurt am Main. Zu „Gefangenen des Monats Oktober“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea Pastor Ramón Rigal und seine Frau Ayda Expósito aus Kuba benannt. Sie rufen dazu auf, sich für die beiden seit einem halben Jahr Inhaftierten einzusetzen und zu beten. In dem karibischen Inselstaat kontrolliert noch immer die Kommunistische Partei die Gerichte und vor allem das Bildungssystem. Der Leidensweg der Eheleute begann mit Mobbing ihrer 13-jährigen Tochter Ruth in der Schule, weil sie sich als Christin zu erkennen gab. Die Eltern schickten sie und ihren vier Jahre jüngeren Bruder nach tätlichen Übergriffen nicht mehr in die staatliche Einrichtung.

    Sie nahmen schließlich an einem Hausunterrichtsprogramm teil, das immerhin in Guatemala durch die dortige Regierung anerkannt ist. Weil sie damit ihre Kinder dem kommunistischen Schulzwang entzogen und sich außerdem einer nicht registrierten Kirche angeschlossen hatten, sitzen die Eheleute seit dem 16. April hinter Gittern. Die Kinder, um deren Wohl der kubanische Staat angeblich besorgt ist, erlebten die Festnahme mit. Am 18. April begann der Prozess, an dem kein Verteidiger zugelassen war und am 22. April erging das Urteil: Der Pastor bleibt für zwei Jahre unter harten Bedingungen eingesperrt, während die Frau 18 Monate im Gefängnis ausharren muss. Mit Appellen soll die sofortige Freilassung der Eltern gefordert werden, deren Kinder zwar bei Großeltern, jedoch getrennt voneinander untergebracht sind.

    Bitte, appellieren Sie an den Präsidenten des Staats- und Ministerrats, Miguel Díaz-Canel, mit der Bitte um sofortige Freilassung des Pastoren-Ehepaars.

    Die Appelladresse: Seine Exzellenz Präsident Miguel Díaz-Canel via Botschaft der Republik Kuba, Stavangerstr. 20, 10439 Berlin, Fax: 030 44737038.

    Für den Appell können sie den >>>vorbereiteten Muster-Appellbrief verwenden – er ist lediglich um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen. – Herzlichen Dank für die Unterstützung der Aktion!

  • Iran: Geheimdienstler stürmten Häuser von Konvertiten

    Frankfurt am Main. Als „Gefangene des Monats August“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea vier Angehörige einer christlichen Familie im Iran benannt, die zum christlichen Glauben übergetreten war. Sie rufen dazu auf, sich für sie mit Hilfe von Appellen einzusetzen und für sie zu beten. Mitarbeiter des Geheimdienstministeriums stürmten am 1. Juli das Haus des 36-jährigen Christen Sam Khosravi und seiner 35-jährigen Frau Maryam Falahi in der Stadt Bushehr im Südwesten des Iran. Die Beamten beschlagnahmten persönliche Gegenstände der Eheleute, darunter Laptops, Mobiltelefone, Ausweise und Bankkarten, aber auch Bibeln, Kreuze, Andachtsbilder sowie religiöse Literatur. Die Geheimdienstler nahmen die Eheleute mit und halten sie seither in der örtlichen Geheimdienststelle fest.

    Unklar ist bislang, was ihnen genau vorgehalten wird. Die Kinder erlebten mit, wie erbarmungslos die Beamten gegen ihre Eltern vorgingen. Ebenso erlebten es Sams ein Jahr jüngerer Bruder Sasan und dessen 33-jährige Frau Marjan Falahi sowie drei weitere Konvertiten aus Bushehr. Zunächst wurde auch die 61-jährige Mutter der beiden Brüder abgeführt, aber sie kam am selben Tag noch frei. Die insgesamt sieben Gefangenen durften bislang noch keinen Anwalt zurate ziehen. Nur vier Tage nach diesen Festnahmen mussten fünf Konvertiten wegen angeblicher Propaganda gegen das Regime in Karadsch bei Teheran eine mehrmonatige Gefängnisstrafe antreten.

    Bitte, appellieren Sie an den iranischen Präsidenten Hassan Rohani mit der Bitte um sofortige Freilassung der Christen.

    Die Appelladresse: An den Präsidenten der Islamischen Republik Iran, Seine Exzellenz Hassan Rohani, via Botschaft des Iran, Podbielskiallee 67, 14195 Berlin.

    Für den Appell können sie den >>>vorbereiteten Muster-Appellbrief verwenden – er ist lediglich um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen. – Herzlichen Dank für die Unterstützung der Aktion!