AK_Religionsfreiheit_IGFM

  • Vietnam: Hauskirchenleiter nach Haftstrafe noch gefangen?

    Vietnam: Hauskirchenleiter nach Haftstrafe noch gefangen?

    Frankfurt am Main. Zum Gefangenen des Monats November 2024 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den vietnamesischen Christen Y Hriam Kpa benannt. Der 48-Jährige aus der Volksgruppe der Jarai war Leiter einer evangelischen Hauskirche. Trotz enormen Drucks der Behörden war er nicht bereit, seine Gemeinschaft der staatlichen Kontrolle durch die Kommunisten zu unterwerfen. Schließlich widersetzte er sich der Auflösung seiner Hauskirche. Am 30. Juli 2015 wurde er festgenommen. Wie später bekannt wurde, erfolgte eine Verurteilung wegen „Gefährdung der nationalen Einheit“ zu sieben Jahren Gefängnis und zu einer zusätzlichen Bewährungsstrafe von drei bis fünf Jahren. Beobachter erwarteten 2022 seine Freilassung aus dem Dak Trung Gefängnis in der Distriktshauptstadt M’Drak, Provinz Dak Lak. Sein Aufenthaltsort ist seither unbekannt.

    Die IGFM ruft zu Appellen an den vietnamesischen Staatspräsidenten Luong Cuong auf, alles in seiner Macht Stehende zu veranlassen, um die Öffentlichkeit über Aufenthaltsort und Gesundheitszustand Kpa’s zu informieren und gegebenenfalls endlich seine bedingungslose Freilassung zu erwirken.

    Die Appelladresse lautet: Staatspräsident Luong Cuong c/o Botschaft der Sozialistischen Republik Vietnam, Elsenstr. 3, 12435 Berlin.

    Sie können dazu den Muster-Appellbrief herunterladen, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist:

  • Pakistan: Christliche Zwillingsbrüder nach Spiel in Haft

    Pakistan: Christliche Zwillingsbrüder nach Spiel in Haft

    Frankfurt am Main. Zu Gefangenen des Monats Oktober 2024 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA die pakistanischen Christen Tabish und Yeshua Shahid benannt. Sie rufen dazu auf, sich für die 18-jährigen Zwillinge einzusetzen. Die beiden jungen Männer, die als Fabrikarbeiter jobben, befinden sich seit Ende August wegen angeblicher Koranschändung im Gefängnis von Kasur (Provinz Punjab). Nach dem Gesetz über Blasphemie (Gotteslästerung) droht ihnen damit lebenslange Haft.

    Die Brüder aus der Provinzhauptstadt Lahore waren am 26. August 2024 zu Besuch bei Verwandten in einem Dorf im Distrikt Kasur, als dort Muslime gerade das jährliche Fest zu Ehren eines Sufi-Heiligen begingen. Die Teenager hatten sich aus Altpapier Spielgeld gebastelt und die vermeintlichen Geldscheine in die Luft geschleudert. Dabei waren sie von Passanten beobachtet worden, unter denen plötzlich der Vorwurf gegen sie erhoben wurde, Seiten aus dem Koran für ihr Spielgeld verwendet zu haben. Tabish und Yeshua, der auch Kalu genannt wird, entgegneten ihnen bedauernd, dass sie nicht gelesen hätten, was auf dem Papier steht. Unter dem Vorwurf der Blasphemie schlugen einige der Umstehenden auf die Brüder ein, die schließlich die Flucht ergreifen und sich verstecken konnten. Nachdem in der Moschee schließlich zum Ergreifen der Zwillinge aufgerufen wurde, flüchteten aus den umliegenden Häusern mehr als 40 christliche Familien, um möglichen Vergeltungsakten zu entgehen. Die Polizei nahm zunächst einige Christen aus dem Viertel fest, darunter auch Verwandte der Jungen, bis die Brüder sich dann ergaben.

    Anmerkung: Die beiden Brüder sind Analphabeten und kannten auch den Text auf den verwendeten Papieren nicht. Es ist darüber hinaus sehr unwahrscheinlich, dass sich Koranseiten im Altpapier befinden… Es ist einfach besorgniserregend, dass solche Menschen der Blasphemie angeklagt werden, ohne dass sie ihr Handeln verstehen.

    Bitte, appellieren Sie an den pakistanischen Staatspräsidenten Asif Ali Zardari und bitten ihn, auf die Freilassung der Brüder hinzuwirken. Die Appell-Adresse lautet:

    Präsident Asif Ali Zardari, c/o Botschaft der Islamischen Republik Pakistan, Schaperstr. 29, 10719 Berlin.

    Sie können dazu einen Musterbrief herunterladen, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist:

  • Iran: 60-Jährige Christin zu sechs Jahren Haft verurteilt

    Iran: 60-Jährige Christin zu sechs Jahren Haft verurteilt

    Frankfurt am Main. Als Gefangene des Monats August 2024 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA die iranische Christin Mina Khajavi Ghomi (alias Qomi ) benannt. Die ehemalige Muslima wurde zunächst im Juni 2020 festgenommen und kam nach drei Wochen, die sie mit verbundenen Augen zubringen musste, gegen Hinterlegung einer Kaution frei. Zusammen mit anderen ehemaligen Muslimen, die zum Christentum übergetreten waren und inzwischen freigelassen wurden, kam sie vor Gericht.  

    Wegen angeblicher Gefährdung der nationalen Sicherheit durch Werbung für den christlichen Glauben und der Gründung einer Hauskirche verurteilte die 26. Abteilung des Revolutionsgerichts in Teheran Khajavi am 7. Juni 2022 zu sechs Jahren Gefängnis. Ihre Berufung dagegen wurde zurückgewiesen. Sie hatte sich gerade einen komplizierten Knöchelbruch durch einen Autounfall zugezogen, als die inzwischen 60-Jährige am 8. Januar 2024 schließlich inhaftiert wurde. Mangels angemessener medizinischer Versorgung ist die Fraktur noch immer nicht ausgeheilt und zudem belasten chronische Gelenkschmerzen Khajavi, die im berüchtigten Evin-Gefängnis eingesperrt ist.

    IGFM und IDEA bitten, in Briefen an den neuen Präsidenten, Massud Peseschkian (ab 30. Juli 24 im Amt), für Khajavis bedingungslose Freilassung einzutreten.

    Die Appelladresse lautet: Präsident Massud Peseschkian, c/o Botschaft der Islamischen Republik Iran, Podbielskiallee 67, 14195 Berlin, Fax 030 843 531 65.

    Sie können – wie immer – einen Muster-Appellbrief verwenden, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist:

  • Pakistan: 14-jähriger Christ in Haft

    Pakistan: 14-jähriger Christ in Haft

    Frankfurt am Main. Zum Gefangenen des Monats Juli 2024 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den pakistanischen Christen Simon Nadeem benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den 14-Jährigen einzusetzen. Der Teenager besuchte bis zum vorigen Jahr eine staatliche High School und wurde am 18. Mai 2023 zusammen mit seinem 18-jährigen Nachbarn Adil Babar, der später gegen Kaution freikam, wegen angeblicher Blasphemie festgenommen. Die Beiden spielten in einer Straße ihres Viertels Qurban Lines in Lahore, der Provinzhauptstadt von Punjab. Ein Polizist kam des Weges und schlug plötzlich auf die zwei Teenager ein.

    Er versuchte, Passanten gegen die zwei Christen aufzustacheln. Der Befragte rechtfertigte den Übergriff als Reaktion darauf, dass die Jungen respektlos über den islamischen Propheten Mohammed gesprochen und sich darüber amüsiert hätten, wollte aber auf Nachfrage nichts Konkreteres äußern. Der Polizist erstattete später Anzeige, in der er behauptete, Simon und Adil hätten ein kleines Hündchen Mohammed genannt und sich darüber lustig gemacht. Nadeem wendet sich zusammen mit seiner Verteidigung gegen die Vorwürfe. Beide Teenager gaben im Verhör an, sich zu dem Zeitpunkt, als der Polizist sich ihnen näherte, über eine in Pakistan verbreitete Kaupaste gesprochen zu haben.

    IGFM und IDEA bitten um Appellbriefe an den pakistanischen Präsidenten Asif Ali Zardari.

    Mit Ihrem Appell leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Freilassung des Inhaftierten und dessen Sicherheit.

    Die Appell-Adresse: Staatspräsident Asif Ali Zardari via Botschaft der Islamischen Republik Pakistan, Schaperstr. 29, 10719 Berlin, Fax 030 21244210.

    Für den Appell können Sie den Musterbrief (siehe unten) herunterladen, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist.

  • Eritrea: Priester seit 20 Jahren in Haft

    Eritrea: Priester seit 20 Jahren in Haft

    Frankfurt am Main. Zum Gefangenen des Monats Juni 2024 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den eritreisch-orthodoxen Priester Fitsum Gebrenegus benannt. Sie rufen zum Einsatz für den seit fast zwei Jahrzehnten Inhaftierten auf. Gebrenegus, der auch ein landesweit bekannter Psychiater ist, wurde am 19. November 2004 festgenommen, nachdem er der Einladung des eritreischen Gesundheitsministeriums zu einem Vortrag gefolgt war. Er glaubte, dort Forschungsergebnisse vorstellen zu können und geriet am Veranstaltungsort arglos in die Falle der sozialistischen Diktatur.

    Aus Kreisen von Exil-Eritreern erfuhr die IGFM, dass er wegen seines Engagements in der Erneuerungsbewegung „Medhane Alem Bibelstudien-Gruppe“ in der Hauptstadt Asmara ins Visier des Staates geriet. Bereits im März 2014 stellten IGFM und IDEA sein Schicksal erstmals vor und baten um Einsatz für ihn im Rahmen der Aktion „Gefangener des Monats“. Zu Beginn des Jahres 2024 wurde bekannt, dass der Vater eines Sohnes noch lebt und weiterhin im berüchtigten Zentralen Strafermittlungszentrum Wengel Mermera festgehalten wird. Die IGFM und IDEA rufen dazu auf, in Briefen an den seit Mai 1993 herrschenden Diktator Isayas Afewerki erneut die Freilassung Gebrenegus‘ zu fordern. Die eritreisch-orthodoxe Kirche gehört neben der lutherischen und der katholischen Kirche zu den wenigen in Eritrea noch zugelassenen Glaubensgemeinschaften. Sie stehen jedoch sämtlich unter strenger Beobachtung.

    Die Appelladresse: An den Präsidenten des Staates Eritrea Isayas Afewerki, c/o Botschaft des Staates Eritrea, Stavangerstr. 18, 10439 Berlin, Fax 030 44674621.

    Sie können den Appellbrief entweder selbst formulieren, oder den vorbereiteten Musterbrief verwenden >>>Download: