igfm religionsfreiheit logo
  • Startseite
  • Religionsfreiheit im Fokus
  • Appellbriefe
Online Spenden

Bericht von Behrouz Asadi über die kritische Lage politischer Gefangener im Evin-Gefängnis

Verfasst von

AK_Religionsfreiheit_IGFM

in

Nachrichten

31. März 2026. Ein erschütternder Bericht über die Situation im Evin-Gefängnis und ein dringender Aufruf zur Rettung des Lebens politischer Gefangener; ein Stopp der Hinrichtungen und weltweites Handeln, bevor es zu einer humanitären Katastrophe kommt.

Behrouz Asadi, Menschenrechtsaktivist und Sprecher des Vereins „Frau, Leben, Freiheit“ in Deutschland, hat in einem ausführlichen Bericht die kritischen und unmenschlichen Bedingungen politischer und weltanschaulicher Gefangener im Evin-Gefängnis offengelegt—Bedingungen, die ihr Leben ernsthaft bedrohen.

Laut dem Bericht sind politische und weltanschauliche Gefangene, die bereits Opfer struktureller Repression, Rechtswidrigkeit und haltloser Anschuldigungen sind, nun zusätzlichen Gefahren ausgesetzt: Einerseits systematische Verletzungen grundlegender Rechte, andererseits Bedrohungen durch kriegsbedingte Umstände—ohne jeglichen Schutz oder sichere Zuflucht.

Der Bericht betont, dass der fehlende Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung, strenge Einschränkungen im Kontakt mit Familien sowie Haft unter harten und unsicheren Bedingungen die Lage der Gefangenen auf ein äußerst kritisches Niveau gebracht haben. Im Evin-Gefängnis erfolgt medizinische Versorgung erst dann, wenn das Leben eines Gefangenen akut gefährdet ist und ein Nottransport auf einer Trage notwendig wird. Dennoch reichen die vorhandenen Einrichtungen bei weitem nicht aus, um grundlegende medizinische Bedürfnisse zu decken.

Gleichzeitig gibt es Berichte über zunehmende Verhaftungen, verschärften Sicherheitsdruck und die Rückführung einiger Gefangene in die Reihe der Hinrichtungen. Viele politische und weltanschauliche Gefangene sind vielfältigem Druck ausgesetzt, darunter Hinrichtungsdrohungen, Folter und erzwungene Geständnisse—und das in einer vollständig abgeschotteten Umgebung, die sie von jeglichem wirksamen Kontakt zur Außenwelt und sogar zu ihren Familien isoliert.

Auch die Familien der Gefangenen werden als Druckmittel eingesetzt und sind Bedrohungen, Einschüchterung und Einschränkungen ausgesetzt. Dadurch wird ihnen die Möglichkeit genommen, ihre Angehörigen wirksam zu unterstützen, und sie geraten selbst in einen Kreislauf von Kontrolle und Druck.

Im Bereich des Familienkontakts dauern schwere Verletzungen der Gefangenenrechte an. Zwar wurden nach einem Monat Unterbrechung die Besuche ab dem 30.März (11. Farvardin) wieder aufgenommen, jedoch nur eingeschränkt und nach vorheriger Terminvereinbarung—wobei weiterhin Einschränkungen und Diskriminierung bestehen.

So wurde beispielsweise Nasrin Sotoudeh, politische Gefangene und Menschenrechtsanwältin, trotz Bemühungen das Besuchsrecht bei ihrem Ehemann Reza Khandan verweigert. Laut Bericht hat der Leiter des Besuchsbereichs aus persönlichen Gründen sowie aufgrund ihrer kritischen Haltung,einschließlich ihrer Ablehnung des verpflichtenden Hijabs bewusst einen Termin verweigert. Bereits in den vergangenen Monaten wurden ihr Besuche untersagt, und dieses Vorgehen setzt sich unter den aktuellen unsicheren Bedingungen fort.

Der Bericht stellt ausdrücklich fest, dass solche Maßnahmen eine klare Verletzung grundlegender Rechte, fairer Gerichtsverfahren sowie zusätzlichen Druck auf die Familien darstellen. Hinweise auf willkürliche und persönliche Entscheidungen auch in anderen Gefängnissen—insbesondere beim Besuchsrecht—zeigen eine gezielte Verschärfung des Drucks auf politische und weltanschauliche Gefangene.

Angesichts der kriegsähnlichen Bedingungen betont der Bericht, dass Regierungen gemäß internationalen Prinzipien und Abkommen verpflichtet sind, unverzüglich Maßnahmen zum Schutz des Lebens von Inhaftierten zu ergreifen. Die fortgesetzte Inhaftierung politischer und weltanschaulicher Gefangener stellt unter diesen Umständen einen klaren Verstoß gegen internationale Verpflichtungen dar, und ihre sofortige Freilassung ist eine humanitäre und rechtliche Notwendigkeit.

Abschließend fordert Behrouz Asadi die internationale Gemeinschaft, globale Institutionen und Menschenrechtsorganisationen zu sofortigem und wirksamem Handeln auf und stellt folgende Forderungen:

  • Sofortiger Stopp aller Hinrichtungen
  • Unverzügliche Freilassung aller Gefangenen, insbesondere politischer und weltanschaulicher Gefangener
  • Gewährleistung eines diskriminierungsfreien Zugangs zu medizinischer Versorgung
  • Beendigung von Massenverhaftungen und willkürlichen Festnahmen
  • Sofortige Überwachung und Intervention internationaler Institutionen zum Schutz des Lebens der Gefangenen

Der Bericht warnt, dass Schweigen angesichts dieser Situation gleichbedeutend mit der Akzeptanz einer humanitären Katastrophe ist, und betont, dass die Stimmen der politischen Gefangenen die Schreie von Menschen sind, die unter schutzlosen Bedingungen für ihr Überleben und ihre Würde kämpfen.

Behrouz Asadi
Menschenrechtsaktivist
Sprecher des Vereins „Frau, Leben, Freiheit“ in Deutschland

Home
←Gefängnisbedingungen im Iran verschlechtern sich
Religionsfreiheit in Syrien gefordert→

Weitere Beiträge

  • Save the date: IGFM Jahrestagung 11. April 2026

    15. März 2026
  • Ihr Appell für Imran Rehmann

    1. April 2026
  • Religionsfreiheit in Syrien gefordert

    31. März 2026
  • Bericht von Behrouz Asadi über die kritische Lage politischer Gefangener im Evin-Gefängnis

    31. März 2026
  • Gefängnisbedingungen im Iran verschlechtern sich

    27. März 2026

religionsfreiheit-igfm.info

Impressum / Datenschutz

Impressum

Datenschutz

Folge IGFM auf:

  • X
  • Facebook
  • Instagram

Stephanus Stiftung

  • Facebook

Morning Star

  • X