Mai 2022

  • Eritrea: Seit 18 Jahren eingesperrt

    Eritrea: Seit 18 Jahren eingesperrt

    Frankfurt am Main. Zum „Gefangenen des Monats Juni 2022“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den evangelischen Christen Kiflu Gebremeskel aus Eritrea benannt. Der inzwischen 67-Jährige wurde früh morgens um fünf Uhr am 23. Mai 2004 bei einer Razzia in seinem Haus in der eritreischen Hauptstadt Asmara festgenommen. Damals war der promovierte Mathematiker Leiter der Eritreischen Evangelischen Allianz und Koordinator eines Netzwerks von Hauskirchen, die durch ein Regierungsdekret im Mai 2003 sämtlich verboten wurden. Sie hatten sich vergeblich um eine offizielle Registrierung bemüht.

    Kiflu Gebremeskel wurde zunächst in einer Polizeistation festgehalten. Später überstellte ihn die Polizei in das berüchtigte Zentrale Strafermittlungszentrum Wengel Mermera in Asmara, wo die Gefangenen verschwinden und oftmals seit Jahrzehnten nicht mehr auftauchten. – Mehrfach, zuletzt 2021, haben Zeugen den früheren Mathematik-Dozenten als Patienten bei Krankenhausaufenthalten erkannt. Er wird aber weiter ohne Anklage oder Prozess festgehalten.

    Christen, die keiner der staatlich anerkannten Konfessionen* angehören, kommen in Eritrea weiterhin willkürlich und ohne Verfahren hinter Gitter, werden bedrängt, ihrem Glauben abzuschwören und sogar gefoltert. Selbst Einrichtungen der offiziell anerkannten Konfessionen wurden in den vergangenen Jahren ohne ersichtlichen Grund durch die Behörden geschlossen.

    *Neben dem Islam die orthodoxe, die katholische und die evangelisch-lutherische Kirche.

    Die IGFM und IDEA haben Gebremeskel erstmals im März 2005 zum „Gefangenen des Monats“ ernannt. Angesichts der langen Haftdauer bitten sie nun erneut um Appellbriefe an den seit 1993 herrschenden eritreischen Diktator Isayas Afewerki.

    Die Appell-Adresse:  An den Präsidenten Isayas Afewerki, via Botschaft des Staates Eritrea, Stavangerstrasse 18, 10439 Berlin.

    Für den Appell können Sie den Musterbrief (siehe unten) herunterladen, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist.

  • China: Sieben Jahre Haft für christlichen Buchhändler

    China: Sieben Jahre Haft für christlichen Buchhändler

    Frankfurt am Main. Zum „Gefangenen des Monats Mai 2022“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die evangelische Nachrichtenagentur IDEA den Christen Chen Yu aus der Volksrepublik China benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den christlichen Buchhändler aus der Hafenstadt Taizhou in der südostchinesischen Provinz Zhejiang einzusetzen und für ihn zu beten.

    Chen Yu ist seit September 2019 in Haft. Ihm wird vorgeworfen, in seinem „Weizen Buchladen“ einer „illegalen Geschäftstätigkeit“ nachgegangen zu sein. Er geriet wegen des Verkaufs christlicher Literatur, darunter Bibeln, die in den USA und in Taiwan gedruckt worden waren, ins Fadenkreuz der kommunistischen Behörden. Im September 2020 wurde der Buchhändler zu einer siebenjährigen Gefängnisstrafe und einer zusätzlichen Geldstrafe verurteilt. Das Urteil wurde inzwischen in einem Berufungsverfahren bestätigt.

    Zu den Autoren der christlichen Werke, die Chen Yu verkaufte, zählte auch Hauskirchenpastor Wang Yi von der Untergrundkirche „Early Rain Covenant Church“ aus Chengdu (Provinz Sichuan), der im Februar 2019 „Gefangener des Monats“ war. Im Gerichtsprozess verriet der Staatsanwalt, dass die Ermittler mehr als 12.000 Bücher im Geschäft und Lager Chen Yus sichergestellt und sie sodann vernichtet hätten. Die IGFM und IDEA rufen dazu auf, sich in Briefen an den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping für die Freilassung des Christen einzusetzen. Die Verfassung des Landes garantiert „die Freiheit des religiösen Glaubens“.

    Die Appelladresse lautet: Staatspräsident Xi Jinping via Botschaft der VR China, Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin, Fax 030-27588221.

    Sie können dazu den Muster-Appellbrief herunterladen und ausdrucken. Dieser ist lediglich um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen: