Der christliche Missionar Jang Moon Seok ist nach elf Jahren Haft in Nordkorea freigekommen. Die IGFM hatte im Oktober 2020 sein Schicksal zusammen mit der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA im Rahmen der Aktion „Gefangener des Monats“ der Öffentlichkeit vorgestellt und zu Appellen an den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un aufgerufen. Jang wurde im November 2014 von nordkoreanischen Agenten aus Changbai in China entführt, dann in Nordkorea förmlich verhaftet und schließlich zu 15 Jahren Gefangenschaft verurteilt. Sein ständiger Wohnsitz befand sich in der Grenzstadt zu Nordkorea und er trug inzwischen den
chinesischen Namen Zhang Wen Shi. Wie später bekannt wurde, lauteten die Vorwürfe „Verunglimpfung des Regimes“ und „versuchte Anstiftung zum Umsturz“. Aus Nächstenliebe half der Christ Grenzgängern aus Nordkorea, die vom Handel beiderseits der Grenze lebten oder auf der chinesischen Seite nach Medizin oder anderem Notendigen suchten. Jang alias Zhang unterstützte viele von ihnen, indem er sie mit Quartier oder etwa Kleidung versorgte. Dabei sprach er auch über seinen Glauben, den einige annahmen. Zusammen mit Pastor Han Chung-Ryeol unterrichtete er diejenigen im christlichen Glauben, die darum baten. Pastor Han, der ebenfalls koreanische Wurzeln hatte, wurde am 30. April 2016 von einem oder mehreren Unbekannten in Changbei erstochen.
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Entführter Missionar aus Haft entlassen
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Iran: Drei junge Demonstranten hingerichtet
Islamische Regierung führt Krieg gegen eigenes Volk
Frankfurt am Main, 19. März 2026 – Mit großer Bestürzung hat die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) von der heutigen Hinrichtung von drei Männern in der iranischen Stadt Qom erfahren. Mehdi Ghasemi, Saleh Mohammadi und Saeid Davoudi wurde vorgeworfen, sich am 8. Januar 2026 an gewaltsamen Auseinandersetzungen beteiligt zu haben. Sie wurden aufgrund der Anklagepunkte “Mord” und „Feindschaft gegen Gott” („Moharebeh”) zum Tode verurteilt.
“Diese Hinrichtungen sind ein Zeichen dafür, dass das islamische Regime zu keinerlei Kompromissen bereit ist, um jeden Preis an der Macht bleiben will, und dafür den Tod von Tausenden Iranern in Kauf nimmt,” teilt Valerio Krüger, Sprecher des Vorstands, mit.
Übereinstimmenden Berichten zufolge wurden die drei Männer im Zusammenhang mit den landesweiten Protesten in Qom festgenommen. In Haft wurden sie unter Folter zu Scheingeständnissen gezwungen. Auf der Webseite des Justizministeriums, Mizan, wurde die Vollstreckung der Todesurteile am 19. März 2026 verkündet. Zuvor hatte der Oberste Gerichtshof die Urteile bestätigt. Die Hinrichtungen wurden am frühen Morgen vollzogen.Die IGFM weist darauf hin, dass den Verurteilten kein faires und rechtsstaatliches Verfahren gewährt wurde. Vielmehr deuten zahlreiche Hinweise darauf hin, dass die Verfahren unter hohem Zeitdruck geführt wurden und grundlegende Verteidigungsrechte, wie der Zugang zu unabhängiger Rechtsberatung, nicht gewährleistet waren. Seit Längerem warnen internationale Beobachter vor der Anwendung solcher beschleunigten Verfahren im Zusammenhang mit den Protesten.
Foto: Mehdi Ghasemi, Saleh Mohammadi und Saeid Davoudi auf der Anklagebank
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„Auslieferung schlimmer als der Tod“
IGFM fordert Kasachstan auf, die Aktivistin Julia Emelianova zu schützen
17. März 2026, Frankfurt am Main / Astana – Der russischen Aktivistin Julia Emelianova droht bei Auslieferung nach Russland Haft und Folter. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) warnt, dass Kasachstan für russische Antikriegsaktivisten, Dissidenten und Menschen, die vor dem Militärdienst fliehen, zunehmend gefährlich wird. Nach Einschätzung der IGFM deuten jüngste Entscheidungen kasachischer Behörden, von Russland gesuchte Personen festzunehmen, abzuschieben oder auszuliefern, auf eine besorgniserregende Entwicklung hin, die viele politisch verfolgte Russinnen und Russen in Gefahr bringt.
Kasachstan muss jeden Versuch, die russische Aktivistin Julia Emelianova auszuliefern, unverzüglich stoppen und ihren Schutz im Einklang mit internationalem Menschenrechts- und Flüchtlingsrecht gewährleisten.
Emelianova, eine frühere Freiwillige der St. Petersburger Strukturen von Alexei Nawalny, engagierte sich später im Exil in Antikriegs- und Menschenrechtsinitiativen. Sie wurde 2025 während eines Transits in Almaty festgenommen und ist weiterhin von Auslieferung nach Russland bedroht. Hintergrund ist ein Verfahren, das ihre Unterstützer und Anwälte als politisch motiviert bezeichnen und das sich auf den angeblichen Diebstahl eines Mobiltelefons im Wert von 12.000 Rubel (ca. 130 Euro) bezieht.
Die Generalstaatsanwaltschaft Kasachstans genehmigte ihre Auslieferung im Januar 2026 und setzte sie Ende Februar vorübergehend aus, während ihr Asylantrag geprüft wurde. Am 2. März lehnte ein kasachisches Gericht ihren Asylantrag jedoch in erster Instanz ab; ihre Verteidigung hat dagegen Berufung eingelegt.Die IGFM fordert die Regierung Kasachstans auf, die Auslieferung von Julia Emelianova unverzüglich und endgültig zu stoppen und zu gewährleisten, dass keine Person nach Russland abgeschoben werden dürfe, wenn dort politisch motivierte Strafverfolgung, Gefängnis oder die erzwungene Teilnahme am Krieg drohen.
Die IGFM ruft dazu auf, an die Botschaft der Republik Kasachstan in Deutschland zu schreiben und an diese zu appellieren, die Auslieferung von Julia Emelianova zu stoppen und die internationalen menschenrechtlichen Verpflichtungen einzuhalten. Dazu gehört insbesondere das Prinzip des Non-Refoulement, das es verbietet, Personen in Staaten zurückzuführen, in denen ihnen politisch motivierte Strafverfolgung droht.
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Save the date: IGFM Jahrestagung 11. April 2026
Am 11. April 2026 lädt die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) zu ihrer Jahrestagung in das Gustav-Stresemann-Institut in Bonn ein. Auf dem Programm stehen Vorträge, Länderberichte und Grußworte, unter anderem von: • Dmytro Lubinez, Ukrainischer Hochkommissar für Menschenrechte • Anastasia Alekseyeva, IAC-ISHR, ukrainische IGFM-Sektion • Thomas Rachel, MdB, Beauftragter der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit • José Daniel Ferrer, kubanischer Bürgerrechtler, ehemaliger politischer Gefangener sowie zahlreiche Menschenrechtsverteidiger aus verschiedenen Ländern. Am Sonntag findet außerdem die Mitgliederversammlung der IGFM statt. Weitere Informationen folgen in Kürze.
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IGFM wieder beim Café Kyiv
Die Konrad-Adenauer-Stiftung lädt erneut zum Café Kyiv am 23. Februar 2026 im Colosseum, in der Gleimstrasse 31, in Berlin ein. Das Event bietet eine Gelegenheit, sich über die aktuellen politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen in der Ukraine auszutauschen. Im Fokus stehen der internationale Menschenrechtsschutz und die Förderung der Demokratie. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) unterstützt Café Kyiv und ist wieder mit einem Stand vertreten, an dem über die Ukraine-Arbeit der IGFM informiert wird.
Wie die Konrad-Adenauer-Stiftung sind auch wir überzeugt, dass der Austausch von Ideen und Perspektiven in einem offenen und konstruktiven Dialog entscheidend für die Gestaltung einer friedlichen und demokratischen Zukunft ist. Wir laden Sie herzlich zum Café Kyiv ein und freuen uns auf Ihren Besuch. Bitte entnehmen Sie alle weiteren Informationen der Webseite der Konrad-Adenauer-Stiftung.
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!
