Iran

  • IRAN: Hauskirchen-Christin inhaftiert

    IRAN: Hauskirchen-Christin inhaftiert

    Frankfurt am Main. Als Gefangene des Monats August 2026 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA die iranische Christin Zahra (Hannah) Gholami benannt. Am Abend des 11. Dezember 2023 wurde die ehemalige Muslimin mit einem anderen Christen bei einer Razzia in der nördlichen Bezirkshauptstadt Shahriar festgenommen. Rund 30 Geheimdienstmitarbeiter stürmten dabei den adventlichen Gottesdienst einer Hauskirche, zu dem sich etwa zwei Dutzend Personen, darunter Familien mit Kindern, versammelt hatten. Hauskirchen werden von den iranischen Behörden als „staatsfeindliche“ Gruppen betrachtet. Im Februar 2024 wurde Gholami gegen Zahlung einer horrenden Kaution in Höhe von umgerechnet rund 18.500 Euro freigelassen.

    Am 2. Juli 2024 fand gegen sie und weitere Christen vor dem Revolutionsgericht des Bezirks Shahriar ein Prozess statt. Das Gericht verurteilte sie wegen der „Gründung“ und „Mitgliedschaft“ in einer „Gruppe oder Vereinigung mit dem Ziel, die nationale Sicherheit zu untergraben“. Als Strafe wurden zwei Jahre Haft verhängt. Zweimal legte sie gegen das Urteil Rechtsmittel ein, scheiterte damit jedoch beidesmal. Die 36-Jährige wurde schließlich im November 2025 zum Haftantritt zitiert, woraufhin sie sich stellte. Hinter Gittern erkrankte sie und durfte aber im Februar 2026 einen mehrmonatigen Hafturlaub antreten. Seit 29. Juni befindet sich die Christin wieder im Gefängnis.

    Die IGFM und IDEA rufen dazu auf, in Briefen an den iranischen Präsidenten Massud Peseschkian um die sofortige Freilassung der Gefangenen zu bitten. Die Islamische Republik Iran hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert, der auch Religionsfreiheit garantiert.

    Die Appelladresse lautet: Seine Exzellenz Präsident Massud Peseschkian, c/o Botschaft der Islamischen Republik Iran, Podbielskiallee 65-67, 14195 Berlin

    Hier der Musterappellbrief zum Download:

  • Iran: 60-Jährige Christin zu sechs Jahren Haft verurteilt

    Iran: 60-Jährige Christin zu sechs Jahren Haft verurteilt

    Frankfurt am Main. Als Gefangene des Monats August 2024 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA die iranische Christin Mina Khajavi Ghomi (alias Qomi ) benannt. Die ehemalige Muslima wurde zunächst im Juni 2020 festgenommen und kam nach drei Wochen, die sie mit verbundenen Augen zubringen musste, gegen Hinterlegung einer Kaution frei. Zusammen mit anderen ehemaligen Muslimen, die zum Christentum übergetreten waren und inzwischen freigelassen wurden, kam sie vor Gericht.  

    Wegen angeblicher Gefährdung der nationalen Sicherheit durch Werbung für den christlichen Glauben und der Gründung einer Hauskirche verurteilte die 26. Abteilung des Revolutionsgerichts in Teheran Khajavi am 7. Juni 2022 zu sechs Jahren Gefängnis. Ihre Berufung dagegen wurde zurückgewiesen. Sie hatte sich gerade einen komplizierten Knöchelbruch durch einen Autounfall zugezogen, als die inzwischen 60-Jährige am 8. Januar 2024 schließlich inhaftiert wurde. Mangels angemessener medizinischer Versorgung ist die Fraktur noch immer nicht ausgeheilt und zudem belasten chronische Gelenkschmerzen Khajavi, die im berüchtigten Evin-Gefängnis eingesperrt ist.

    IGFM und IDEA bitten, in Briefen an den neuen Präsidenten, Massud Peseschkian (ab 30. Juli 24 im Amt), für Khajavis bedingungslose Freilassung einzutreten.

    Die Appelladresse lautet: Präsident Massud Peseschkian, c/o Botschaft der Islamischen Republik Iran, Podbielskiallee 67, 14195 Berlin, Fax 030 843 531 65.

    Sie können – wie immer – einen Muster-Appellbrief verwenden, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist:

  • Iran: Hauskirchenleiter verhaftet

    Frankfurt am Main. Als „Gefangenen des Monats September“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den iranisch-armenischen Christen Joseph Shahbazian benannt. Mitarbeiter des Geheimdienstes der Iranischen Revolutionsgarden waren am 30. Juni in den Versammlungsraum seiner Gemeinde im Südwesten der Hauptstadt Teheran eingedrungen, als der 56-jährige Hauskirchenleiter gerade einen Gottesdienst feierte. Sie nahmen ihn sowie weitere Christen mit.

    Shahbazian wird seither im berüchtigten Evin-Gefängnis festgehalten. Die Ermittler eines Teheraner Sicherheitsgerichts vernahmen ihn, jedoch sind die gegen ihn erhobenen Vorwürfe immer noch nicht bekannt.

    Am selben Tag sowie am 1. Juli wurden mindestens weitere 34 Christen abgeführt und verhört. An den darauffolgenden Tagen ließen die Ermittler die meisten, bis auf zwei Ausnahmen, wieder frei. In einigen Fällen wurden Vorwürfe fallen gelassen, in anderen verlangte das Gericht die Hinterlegung einer Bürgschaft, weil sich die Betroffenen angeblich der „Propaganda gegen das Regime“ oder der „Gefährdung der nationalen Sicherheit durch Verbreitung eines zionistischen Christentums“ schuldig gemacht hätten. Von Shahbazian forderte das Gericht umgerechnet ca. 127.000 Euro für die Kaution. Seine Familie war bislang noch nicht in der Lage, die einmalig hohe Summe aufzubringen.

    Bitte, appellieren Sie an den iranischen Präsidenten Hassan Rohani und bitten ihn um sofortige Freilassung von Joseph Shahbazian.

    Die Appell-Adresse: Präsident Hassan Rohani c/o Botschaft der Islamischen Republik Iran, Podbielskiallee 65-67, 14195 Berlin, Fax 030-84353535.

    Für den Appell können Sie den Musterbrief – siehe Link unten – herunterladen und ausdrucken; er ist nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen. – Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!