Gefangene Eritrea

  • Eritrea: Pastoren in der Nacht willkürlich abgeholt

    Frankfurt am Main. Zu „Gefangenen des Monats September“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea die evangelischen Pastoren Girmay Araya und Samuel Okbamichael aus Eritrea benannt. Sicherheitskräfte holten sowohl den 75-jährigen Araya als auch den 74-jährigen Okbamichael Ende Juli jeweils mitten in der Nacht ab, ohne dabei eine Anschuldigung zu benennen.

    Beide Seelsorger befinden sich im Ruhestand, übernehmen aber noch gelegentlich Aufgaben zur Entlastung der Pastoren im aktiven Dienst der „Full Gospel Church“.  Inzwischen ist bekannt geworden, dass sie in das strengstens gesicherte Zentrale Strafermittlungszentrum Wengel Mermera gebracht wurden, das sich in der Hauptstadt Asmara befindet.

    Noch immer werden in Eritrea regelmäßig Menschen wegen ihres Glaubens willkürlich festgenommen, müssen unter unmenschlichen Haftbedingungen jahrelang ohne Anklage oder Gerichtsverfahren ausharren und werden gefoltert. In diesem Juni bestätigte der UN-Sonderberichterstatter zur Menschenrechtslage in Eritrea, Mohamed Abdelsalam Babiker, Berichte, denen zufolge die schweren Verstöße gegen die Menschenrechte fortdauern – trotz der Entlassung von über 100 Christen, Moslems und Zeugen Jehovas im Berichtzeitraum 2020 und 2021. Es ist zu befürchten, dass die betagten Pastoren ebenso einer grausamen Behandlung ausgesetzt sind.

    Bitte, appellieren Sie an den eritreischen Präsidenten  Isayas Afewerki  und bitten ihn, sich für die Freilassung der beiden Pastoren einzusetzen,

    Die Appell-Adresse:  An den Präsidenten Isayas Afewerki, via Botschaft des Staates Eritrea, Stavangerstrasse 18, 10439 Berlin.

    Für den Appell können Sie den Musterbrief (siehe unten) herunterladen, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist.

  • Eritrea: Missionar in Haft

    Frankfurt am Main. Zum „Gefangenen des Monats November“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den evangelischen Missionar Mussie Ezaz aus Eritrea benannt. Sie rufen dazu auf, sich für ihn einzusetzen und zu beten. Seine Kirche „Kale Hiwot“ (Wort des Lebens) steht den Baptisten nahe, die zu jenen Christen gehören, die Staatspräsident Isaias Afewerki als staatszersetzend verfolgen lässt. Mehr als 14 Jahre lang setzte sich der Vater von drei Kindern für die Ausbreitung seines Glaubens ein, besonders unter der Jugend. Im September 2007 wurde er verhaftet. Die Vorwürfe gegen ihn sind unbekannt. Vier Monate war er auf der Flucht. Aber kurz vor der Grenze zu Äthiopien, nachdem er mit seiner Familie Kontakt aufgenommen hatte, holte ihn die Polizei ein. Seither hat seine Familie kein Lebenszeichen mehr von ihm erhalten. Mindestens 31 Christen kamen von 2002 bis 2017 in den Lagern und Gefängnissen zu Tode. Manche starben lieber, als dass sie nur durch Widerruf ihres Glaubens medizinische Hilfe erhielten. Die Häftlinge sind teilweise unter unmenschlichen Bedingungen in nicht klimatisierten Transportcontainern in Militärlagern eingesperrt. – Bitte appellieren Sie an den eritreischen Staatspräsidenten Isayas Afewerki für die Freilassung von Mussie Ezaz. Das Land Eritrea hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert. Freiheitsentzug ohne Anklage und faires Verfahren verletzt diesen Vertrag. Seit 2002 sind im diktatorisch regierten Eritrea nur die eritreisch-orthodoxe, die katholische und die lutherische Kirche sowie der Islam anerkannt. Sie können zwar Gottesdienst feiern, werden jedoch überwacht. Angehörige anderer Glaubensgemeinschaften – wie Baptisten und Pfingstler – leben ständig in der Gefahr, verhaftet zu werden.

    Die Appelladresse: Seine Exzellenz Staatspräsident Isayas Afewerki via Botschaft des Staates Eritrea, Stavangerstr. 18, 10439 Berlin. Sie können hieraus entweder einen eigenen Brieftext entwerfen oder einfach den >>>vorbereiteten Muster-Appellbrief herunterladen, ausdrucken und mit Absender, Datum und Unterschrift versehen.

    Herzlichen Dank für die Unterstützung!

  • Eritrea: Pastor seit zwölf Jahren hinter Gittern

    Als Gefangenen des Monats Mai haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den in Eritrea inhaftierten Pfarrer Ogbamichael Teklehaimanot benannt. Teklehaimanot ist Hauptpastor der Kirche Kale Hiwot (Wort des Lebens) und einer der Langzeitgefangenen des ostafrikanischen Landes. Seine 1974 gegründete Kirche steht den Baptisten nahe und zählt damit zu den religiösen Minderheiten. Die Regierung Eritreas verfolgt alle Bürger, die andere Religionen bzw. Konfessionen praktizieren als die vier staatlich anerkannten. Anerkannt sind lediglich der sunnitische Islam sowie die eritreisch orthodoxe, die römisch katholische und die lutherische Kirche.
    Die Polizei verhaftete Ogbamichael Teklehaimanot am 9. Januar 2005 in Barentu, der Hauptstadt der Provinz Gash-Barka im Westen Eritreas: Er hatte einen Traugottesdienst geleitet, obwohl seine protestantische Kirche nicht staatlich anerkannt ist. Die Polizei brachte ihn zunächst in die Landeshauptstadt Asamara und dann in das Militärlager Sawa im Nordwesten des Landes. Er verbrachte die ersten zehn Monate in Einzelhaft und musste dann schwerste Zwangsarbeit leisten. Erst im Jahr 2011 kam er vorübergehend frei. Bereits ein halbes Jahr später verhaftete ihn die Polizei erneut. Ein Gemeindemitglied, das von den Behörden überwacht wurde, war ins Ausland geflohen und hatte den Pastor angerufen. Was dem Pastor konkret vorgeworfen wird, ist nicht bekannt. Er wird gegenwärtig im Gefängnis von Barentu gefangen gehalten.
    Eritrea wird seit seiner Unabhängigkeit von Äthiopien im Jahr 1993 von Isayas Afewerki regiert. Er war Generalsekretär der marxistischen Eritreischen Volksbefreiungsfront, die sich ausschließlich aus christlichen Ethnien rekrutierte. Afewerki herrscht als Staatspräsident und Regierungschef diktatorisch über das knapp sechs Millionen Einwohner zählende Land am Roten Meer. 

    Bitte, appellieren Sie an Seine Exzellenz, Staatspräsident Isayas Afewerki via Botschaft des Staates Eritrea, Stavangerstraße 18, 10439 Berlin, Fax 030 44674621

    Für den Appell können Sie den >>>vorbereiteten Musterbrief verwenden – entweder als Vorlage, oder unverändert. Er ist um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen. 

  • Appellieren für drei inhaftierte orthodoxe Leiter in Eritrea

    Im Herbst 2013 sind vor der italienischen Insel Lampedusa hunderte Bootsflüchtlinge ertrunken. Darunter befanden sich auch Christen aus Eritrea, die als Mitglieder von Freikirchen oder als Evangelikale in Bedrängnis sind. In Eritrea werden nur die etablierten, staatlich anerkannten Kirchen geduldet. In einem Erlass aus dem Jahre 2002 erkennt die Regierung offiziell ausschließlich den Islam, die Eritreisch-Orthodoxe Kirche, die katholische Kirche und die Evangelisch-Lutherische Kirche Eritreas an. Andere Gemeinschaften müssen sich registrieren lassen. Allerdings wurde seit Inkrafttreten dieses Erlasses kein Antrag bewilligt. Seit 2002 wird sogar in Privaträumen jegliche nicht autorisierte Religionsausübung systematisch verfolgt.

    Im März 2014 weisen IGFM und idea erneut auf die Lage der Christen in Eritrea hin. Präsident dieser neomarxistischen Diktatur ist seit 1993 Herr Issayas Afferwerki, dessen Herrschaft meist als autoritär bezeichnet wird. Im Jahresbericht „Religionsfreiheit“ des US-Außenministeriums geht man von etwa 1500 in Haft befindlichen – überwiegend evangelikalen – Kirchenmitgliedern aus. Allerdings sind seit 2004 auch Mitglieder der etablierten Kirchen betroffen.

    Dr. fitsum-GhebrenigusDr. Tekleab Mengisteab

    Am 19. November 2004 verhaftete das Regime den Psychiater Dr. Fitsum Ghebrenigus, den renommierten Arzt Dr. Tekleab Mengisteab und den weithin bekannten Bibelgelehrten Gebre-Gebre-Medhin Gebre-giorgisMedhin Gebre-Giorgos. Alle drei sind führende Mitglieder einer staatlich unterdrückten Erneuerungs- und Sonntagsschulbewegung innerhalb der eritreisch-orthodoxen Kirche. Bisher gibt es keine formelle Anklageerhebung und die Gefangenen haben keine Kontaktmöglichkeit zu ihren Angehörigen. Frühere Berichte gehen davon aus, dass sie im  Wongel Mermera Untersuchungszentrum in der Hauptstadt Asmara festgehalten werden. Als der seit 2006 unter Hausarrest stehende rechtmäßige eritreisch-orthodoxe  Patriarch Abuna Antonius gegen ihre Verhaftung protestierte, wurde er 2005 abgesetzt.

    Exil-Eritreer bestätigten jetzt der IGFM, dass die drei leitenden Kirchenmitglieder weiter in Haft sind und über ihren derzeitigen Aufenthaltsort nichts bekannt ist.

    Protestieren Sie gegen die seit nahezu 10 Jahren bestehende Inhaftierung dieser drei orthodoxen Christen, die nur ihr Recht auf Religionsfreiheit wahrgenommen haben. Eritrea hat den entsprechenden Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert.

    Der Appellbrief ist an den Staatspräsidenten, S.E. Issayas Afferwerki, via Botschaft des Staates Eritrea, Botschafter S.E. Herr Petros Tseggai Asghedom, 10439  Berlin, Stavangerstraße 18, zu richten. Fax-Nr. +49 30 44 67 46 21

    Musterbrief zum >>>Download