Gefangene des Monats

  • Nicaragua: Pastor trotz schwerer Erkrankung willkürlich eingesperrt

    Nicaragua: Pastor trotz schwerer Erkrankung willkürlich eingesperrt

    Frankfurt am Main. Zum Gefangenen des Monats Oktober 2025 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den evangelischen Pastor Rudy Palacios Vargas aus Nicaragua benannt. Der Gründer der kirchlichen Gemeinschaft „La Roca de Nicaragua“ („Der Fels von Nicaragua“) wurde am Abend des 17. Juli 2025 in Jinotepe, der Hauptstadt des Bezirks Carazo im Südwesten des Landes festgenommen. Ebenso wurden vier Familienangehörige sowie eine Freundin und zwei Freunde abgeführt.

    Bewaffnete Polizisten drangen, unterstützt von Hilfskräften, mit Gewalt in die Wohnungen der Christen ein. Sie beschlagnahmten dabei auch Mobiltelefone und andere elektronische Geräte. Der Pastor wurde laut Medienberichten zusammen mit vier weiteren der Festgenommenen in das berüchtigte Gefängnis von Granada an der Westküste verlegt, das „La Granja“ genannt wird. Ihnen wird Verschwörung zur Untergrabung der nationalen Integrität und Hochverrat vorgeworfen.

    Im Jahr 2019 wurde der Gemeinschaft bereits die rechtliche Zulassung entzogen; mehrere Mitglieder wurden von Sicherheitskräften ermordet und ihr Kirchengebäude beschlagnahmt. Vorübergehend im Exil, kehrte der Pastor dennoch in seine Heimat zurück, nachdem er an Krebs erkrankt war. Daher sorgen sich Beobachter derzeit insbesondere um seinen Gesundheitszustand.

    IGFM und IDEA bitten darum, in Appellen an Präsident Daniel Ortega über die zuständige diplomatische Vertretung in Wien die sofortige Freilassung des Pastors, seiner Familienmitglieder und Freunde zu fordern. – Herzlichen Dank im Voraus für Ihre Unterstützung!

    Die Appelladresse lautet: Präsident Daniel Ortega, c/o Botschaft der Republik Nicaragua, Prinz-Eugen-Str. 18, Stiege 1, Top 34, A-1010 Wien.

    Sie können auch den Muster-Appellbrief verwenden; er steht hier zum Download bereit:

  • China: Hauskirchen-Pastor an unbekanntem Ort festgehalten

    China: Hauskirchen-Pastor an unbekanntem Ort festgehalten

    Frankfurt am Main. Als Gefangenen des Monats September 2025 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den evangelischen Pastor Zhang Sen aus Fuyang in der westlich von Shanghai gelegenen Provinz Anhui benannt. Er hielt sich in der nördlich seiner Heimat gelegenen Provinz Jiangsu bei Freunden auf, als er am späten Nachmittag des 9. Juli 2025 festgenommen wurde. Einer letzten Nachricht an seine Frau Xu Chao zufolge waren Unbekannte zu dem Zeitpunkt dabei, das Türschloss zu der Wohnung aufzubrechen, in er zu Besuch war. Die Ehefrau erfuhr später durch Augenzeugen von der Festnahme. In Handschellen sei er in ein Auto mit den Kennzeichen seiner Heimatstadt gesetzt worden.

    Es ist bisher nicht bekannt, wo der Vater von drei Kindern seither festgehalten wird. Die reformierte Kirche Maizhong, der der Pastor angehört, ist eine Hauskirche. Sie hat sich nicht der Patriotischen Drei-Selbst-Bewegung angeschlossen, die der kommunistische Staat als Dachorganisation für evangelische Christen vorgesehen hat. Da sie sich so der Kontrolle durch die Kommunistische Partei Chinas (KPC) entzieht, werden Mitglieder der Kirche seit Sommer 2021 verfolgt: Sie werden mit elektronischen Fährtenfindern überwacht oder durch Repressalien wie Wohnungseinbrüche und willkürliche Festnahmen unter Druck gesetzt. IGFM und IDEA bitten um Appelle an den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping, sich für die umgehende Freilassung des Pastors einzusetzen.

    Die Appelladresse lautet: Staatspräsident Xi Jinping via Botschaft der Volksrepublik China, Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin. Hier der Link zum Musterbrief im WORD-Format:

  • Pakistan: Christ wegen falscher Anschuldigung in Haft

    Pakistan: Christ wegen falscher Anschuldigung in Haft

    Frankfurt am Main. Als Gefangenen des Monats August haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den pakistanischen Christen Amir Paul aus Lahore (Provinz Punjab) benannt. Der 60-jährige Beamte kam am 19. Juli 2025 wegen angeblicher Blasphemie in Polizeigewahrsam.

    Paul hatte in einem Gemischtwarenladen im Stadtviertel Nishat Colony eingekauft, und dort eine Debatte geführt. Der Geschäftsinhaber warf ihm vor, „ein Agent Amerikas und des Westens“ zu sein. Er alarmierte daraufhin Imame aus der Umgebung und behauptete, sein Kunde habe im Verlauf der Diskussion den islamischen Propheten Mohammed beleidigt.

    Paul weist diesen Vorwurf zurück: Er habe sich keineswegs zu religiösen Fragen geäußert. Zeugen, die vor Ort befragt wurden, bestätigten die Aussage des Festgenommenen. Seine Familie und die Nachbarn befürchten, dass es zu Mobgewalt kommen könnte, wie bereits in früheren vergleichbaren Fällen. Die IGFM und IDEA bitten um Appellbriefe an den pakistanischen Präsidenten Asif Ali Zardari. Er soll auf die Freilassung des Christen hinwirken und für die Sicherheit des Inhaftierten und seiner Familie sorgen.

    Die Appelladresse lautet: Präsident Asif Ali Zardani, c/o Botschaft der Islamischen Republik Pakistan, Schaperstr. 29, 10719 Berlin. – Sie können dazu den Muster-Appellbrief verwenden, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist:

  • Nicaragua: Pastorin zu 15 Jahren Haft verurteilt

    Nicaragua: Pastorin zu 15 Jahren Haft verurteilt

    Zur „Gefangenen des Monats September 2024“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA die evangelische Christin Marisela de Fátima Mejía Ruiz benannt. Die 40-Jährige ist Pastorin der Missionsorganisation „Puerta de la Montaña“. Bei einer Razzia nicaraguanischer Sicherheitskräfte am 17. Dezember 2023 wurde sie zusammen mit zehn weiteren Führungskräften festgenommen.

  • Pakistan: Wegen angeblicher Blasphemie – Christliche Zwillingsbrüder nach Spiel in Haft

    Pakistan: Wegen angeblicher Blasphemie – Christliche Zwillingsbrüder nach Spiel in Haft

    Zum „Gefangenen des Monats Oktober 2024“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA die pakistanischen Christen Tabish und Yeshua Shahid benannt. Sie rufen dazu auf, sich für die 18-jährigen Zwillinge aus der Stadt Lahore (Punjab) einzusetzen. Den beiden Brüdern, die als Fabrikarbeiter jobben, wird vorgeworfen, am 26. August 2024 für ein Spiel Seiten aus dem Koran verwendet und damit das Buch, das Muslime für heilig halten, geschändet zu haben.