Gefangene des Monats

  • Appellbitte für die chinesische Christin Ge Zhihui

    Peking, 1. März 2014. Geheimdienstmitarbeiter nehmen die 43jährige Christin und Menschenrechtsaktivistin Ge Zhihui in ihrer Pekinger Wohnung im Fengtai-Bezirk fest. Ohne Durchsuchungsbefehl Ge Zhihiu-Bild Frontline Defendersdringen Polizeibeamte in ihre Unterkunft ein und konfiszieren zwei Computer und Petitionsmaterial.-  Frau Ge Zhihui ist Mutter eines 9jährigen autistischen Sohnes und soll sich  nun im Haftzentrum von Fengtai befinden.

    Kurz vor den Olympischen Spielen 2008 hatten die Behörden Ge Zhihuis Haus enteignet. Als dieses abgerissen werden sollte, wurde die zierliche Frau bei einer Auseinandersetzung mit Polizisten so schwer verletzt, dass sie seitdem auf Krücken angewiesen ist. Mit Eingaben kämpft sie gegen staatliche Willkür, unterstützt andere Enteignete und fordert Entschädigung. In dieser Zeit des Kampfes nahm sie den christlichen Glauben an. Nach eigenen Aussagen half die von „Christus gebotene Feindesliebe“ ihren Hass auf die staatlichen Behörden zu mindern. Nach eigenen Worten, sollte ihr neues Lebensziel darin liegen, andere Menschen zu missionieren und den christlichen Glauben zu verbreiten. Im Jahr 2012 schrieb sie an den chinesischen Premierminister Wen Jiabao und verlangte Auskunft, ob Berichte über seine massive Bereicherung der Wahrheit entsprächen. Kurz darauf wurde sie festgenommen und musste 40 Tage in einem örtlichen Gefängnis verbleiben. Auch ihre Mutter und ihr an Autismus leidender Sohn wurden von der Polizei bedrängt. Seit dem Herbst 2013 versammelte sie wöchentlich zwischen 20 und 50 Menschen, welche ebenso durch die chinesischen Behörden bedrängt wurden, in ihrer Wohnung zu gemeinsamen Bibelstudien. Obgleich die Polizei immer wieder bei diesen Zusammenkünften auftauchte, machte sie weiter. Sie ließ sich nicht einschüchtern und besuchte sogar im Ausland einen Kurs über UN-Menschenrechtsmechanismen.

    Beobachter gehen davon aus, dass ihre Tätigkeit in einer christlichen „Untergrund“-Gemeinde – zusammen mit ihrem Menschenrechtseinsatz – zur Verhaftung führte.

    Die IGFM fordert die chinesische Führung auf, die in der chinesischen Verfassung gewährleistete Religionsfreiheit, sowie die in der UN-Erklärung vom 10. Dezember 1998 garantierten Rechte zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern zu achten und Frau Ge Zhihui umgehend freizulassen.

    Bitten Sie die chinesische Führung um Freilassung! Ein Musterbrief, den Sie per Post (Porto 60 Cent), per Fax 030-27588221 oder per Mail-Anhang Chinaemb_de@mfa.gov.cn an die chinesische Botschaft in Berlin senden können, steht >>>als Download zur Verfügung.

  • Appellieren für drei inhaftierte orthodoxe Leiter in Eritrea

    Im Herbst 2013 sind vor der italienischen Insel Lampedusa hunderte Bootsflüchtlinge ertrunken. Darunter befanden sich auch Christen aus Eritrea, die als Mitglieder von Freikirchen oder als Evangelikale in Bedrängnis sind. In Eritrea werden nur die etablierten, staatlich anerkannten Kirchen geduldet. In einem Erlass aus dem Jahre 2002 erkennt die Regierung offiziell ausschließlich den Islam, die Eritreisch-Orthodoxe Kirche, die katholische Kirche und die Evangelisch-Lutherische Kirche Eritreas an. Andere Gemeinschaften müssen sich registrieren lassen. Allerdings wurde seit Inkrafttreten dieses Erlasses kein Antrag bewilligt. Seit 2002 wird sogar in Privaträumen jegliche nicht autorisierte Religionsausübung systematisch verfolgt.

    Im März 2014 weisen IGFM und idea erneut auf die Lage der Christen in Eritrea hin. Präsident dieser neomarxistischen Diktatur ist seit 1993 Herr Issayas Afferwerki, dessen Herrschaft meist als autoritär bezeichnet wird. Im Jahresbericht „Religionsfreiheit“ des US-Außenministeriums geht man von etwa 1500 in Haft befindlichen – überwiegend evangelikalen – Kirchenmitgliedern aus. Allerdings sind seit 2004 auch Mitglieder der etablierten Kirchen betroffen.

    Dr. fitsum-GhebrenigusDr. Tekleab Mengisteab

    Am 19. November 2004 verhaftete das Regime den Psychiater Dr. Fitsum Ghebrenigus, den renommierten Arzt Dr. Tekleab Mengisteab und den weithin bekannten Bibelgelehrten Gebre-Gebre-Medhin Gebre-giorgisMedhin Gebre-Giorgos. Alle drei sind führende Mitglieder einer staatlich unterdrückten Erneuerungs- und Sonntagsschulbewegung innerhalb der eritreisch-orthodoxen Kirche. Bisher gibt es keine formelle Anklageerhebung und die Gefangenen haben keine Kontaktmöglichkeit zu ihren Angehörigen. Frühere Berichte gehen davon aus, dass sie im  Wongel Mermera Untersuchungszentrum in der Hauptstadt Asmara festgehalten werden. Als der seit 2006 unter Hausarrest stehende rechtmäßige eritreisch-orthodoxe  Patriarch Abuna Antonius gegen ihre Verhaftung protestierte, wurde er 2005 abgesetzt.

    Exil-Eritreer bestätigten jetzt der IGFM, dass die drei leitenden Kirchenmitglieder weiter in Haft sind und über ihren derzeitigen Aufenthaltsort nichts bekannt ist.

    Protestieren Sie gegen die seit nahezu 10 Jahren bestehende Inhaftierung dieser drei orthodoxen Christen, die nur ihr Recht auf Religionsfreiheit wahrgenommen haben. Eritrea hat den entsprechenden Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert.

    Der Appellbrief ist an den Staatspräsidenten, S.E. Issayas Afferwerki, via Botschaft des Staates Eritrea, Botschafter S.E. Herr Petros Tseggai Asghedom, 10439  Berlin, Stavangerstraße 18, zu richten. Fax-Nr. +49 30 44 67 46 21

    Musterbrief zum >>>Download

  • China: Appellieren für Pastor Zhang!

    Der IGFM-Arbeitskreis Religionsfreiheit weltweit bittet, sich für die Freilassung des Pastors ZHANG Shaojie einzusetzen. Am 16. November 2013 wurde er – zusammen mit 23 Gemeindemitgliedern – von zwölf Polizeibeamten in seiner Kirche abgeführt. Unter den Inhaftierten sind Ältere und Behinderte und die Eltern von kleinen Kindern. Zehn Gemeindemitglieder sind inzwischen freigekommen.

    Der Grund für die Verhaftung liegt in schon länger bestehenden Spannungen zwischen der Kirchengemeinde und den Behörden. Vor Jahren war die ursprüngliche Hausgemeinde gezwungen worden, sich der offiziellen Kirche anzuschließen. Pastor Zhang wurde Präsident der örtlichen offiziellen Drei-Selbst-Kirche und Mitglied der Politischen Konsultativ-Konferenz. Er hatte versucht, die Gläubigen vor Willkür und Verfolgung zu schützen und kam dabei selbst ins Visier der lokalen staatlichen Organe. Auch wurden Gemeindeglieder gehindert, am Gottesdienst teilzunehmen, indem ihre Arbeitgeber sie aufforderten, sonntags zu arbeiten.

    Am Heiligabend wurde eine Gruppe von Rechtsanwälten und Kirchengänger, die sich im Zhangs Haus versammelt hatten, beim Verlassen von einem Schlägertrupp angegriffen.

    Der IGFM-Arbeitskreis bittet, an die chinesische Führung zu appellieren, die in der chinesischen Verfassung garantierte Religionsfreiheit zu achten und Pastor Zhang sowie die noch inhaftierten Gemeindemitglieder umgehend freizulassen

    >>>Download Musterbrief an den Generalsekretär Xi Jinping via Botschaft der VR China

    Fax-Nr. der Botschaft: 030 27588221

  • Appellieren für einen inhaftierten pakistanischen Christen

    Im Juli 2012 wurde der pakistanische Christ Zafar Bhatti aufgrund von Blasphemievorwürfen verhaftet und im Adayala Gefängnis in Rawalpindi inhaftiert.

    Zafar verkaufte von Tür zu Tür Medikamente, sprach dabei oft über Jesus und betete manchmal mit seinen Kunden. Er gründete eine kleine Organisation mit Namen Jesus World Mission, die den Armen helfen sollte.

    Ahmed Khan, stellvertretende lokaler Leiter der radikalislamischen Gruppe „Jamat Ehl-e-Sunnat“, warf nun Zafar vor, die Mutter des Propheten Mohammed mit einer SMS auf seinem Handy beleidigt zu haben. Zafar wurde nach dem berüchtigten § 295C des pakistanischen Strafrechts, der die Beleidigung Mohammeds mit der Todesstrafe bedroht, angeklagt. Das Verfahren ist voller Ungereimtheiten. Abgesehen davon, dass die angebliche Beleidigung der Mutter des Propheten nach dem milderen § 295a zu ahnden wäre, ist kein Grund ersichtlich, warum Zafar an ein Mitglied einer radikalislamischen Gruppe eine beleidigende SMS verschickt haben sollte. Zafar wurde im Gefängnis geschlagen, man versuchte, ihn zu vergiften und islamische Gefängnisinsassen übten Druck auf ihn aus, seinen christlichen Glauben aufzugeben. Zafars Frau ist sehr um seine Gesundheit und Sicherheit besorgt.

    Im Oktober 2013 soll nach uns vorliegenden Informationen Zafars Ankläger widerrufen haben. Es hat allerdings wegen der Gefahr, das Zafar auf dem Weg vom Gefängnis zum Gerichtsgebäude durch Fanatiker  umgebracht wird, keine neue Verhandlung stattgefunden. Richter und Anwälte müssen ihn im Gefängnis aufsuchen, was lange dauern kann.

    Appellieren Sie an den pakistanischen Staatspräsidenten Mamnoon Hussain*, sich unverzüglich für eine neue Verhandlung des Falls in einem sicherem Umfeld einzusetzen, auch für den Schutz für ihn und den seiner Familie nach der Freilassung.
    *via Botschaft der Islamischen Republik Pakistan, Schaperstr. 29, 10719 Berlin, Fax +49 (0) 30 212 44210, eMail: mail@pakemb.de;  >>>Download Musterbrief

  • Gefangene des Monats Dezember: Drei iranische Christen

    Ebrahim, Masoud, SevadaAm 21. August 2013 stürmten  zivilgekleidete iranische Sicherheitskräfte das Büro einer Versicherungsgesellschaft in der 1,5 Mio-Einwohner-Stadt Karadsch am Fuß des Elburs-Gebirges. Die drei anwesenden Christen –  Masoud Mirzaei sowie seine beiden Besucher Sevada Aghasar und Ebrahim Firouzi – wurden festgenommen. Einen Haftbefehl konnten die Staatsmitarbeiter nicht vorweisen.

    Erst im Oktober konnte über  Mohabat News* bestätigt werden, dass Sevada Aghasar und Ebrahim Firouzi  in separaten Einzelzellen des berüchtigten Evin Gefängnisses in der Nähe der Hauptstadt Teheran inhaftiert sind. Zur Situation von Masoud Mirzaei liegen derzeit keine Informationen vor. Ungewöhnlich ist die Festnahme eines armenischen Christen. Der 24jährige Sevada Aghasar, Jahrgang1989, gehört seit seiner Geburt der armenisch-orthodoxen Kirche an, die im Iran offiziell geduldet ist und nur in Armenisch ihren Gottesdienst halten darf. Die Landessprache Farsi (Persisch) ist den Armeniern als Liturgiesprache verboten. Sevada hat nach IGFM- Informationen christliche Bücher und Filme in Farsi übersetzt und christliche Face-Buch-Aktivitäten entwickelt. Sevada ist unverheiratet, er stammt wie seine Eltern und seine Schwester aus der Hauptstadt Teheran.

    Der  28jährige Ebrahim Firouzi  ist Konvertit aus dem Islam und wurde bereits mehrfach wegen seiner evangelistischen Tätigkeiten inhaftiert. Ihm wurde jetzt angebliche Spionage für den israelischen Geheimdienst Mossad vorgeworfen. Beiden Christen wurde Ende September ein kurzer Besuch durch Familienangehörige in der Evin -Haftanstalt erlaubt.

    Bisher wurden keine offiziellen Anklagen erhoben. Vor kurzem noch hatte Ali Younesi, Berater von Präsident Hasan Rouhani, in Zeitungsinterviews erklärt, dass niemandem wegen seines Christ – oder Jude – Seins seine Rechte verwehrt werden dürfen. *Quelle: Mohabat News

    Protestieren Sie mit Hinweis auf diese öffentlichen Äußerungen gegen die Inhaftierungen (ohne Nennung von Mohabat News und IGFM) und bitten Sie Präsident Rouhani mit Hinweis auf den vom Iran ratifizierten „Pakt über bürgerliche und politische Rechte“ um umgehende Freilassung der Gefangenen. Adresse siehe >>>Musterbrief.