Christenverfolgung

  • Iran: Geheimdienstler stürmten Häuser von Konvertiten

    Frankfurt am Main. Als „Gefangene des Monats August“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea vier Angehörige einer christlichen Familie im Iran benannt, die zum christlichen Glauben übergetreten war. Sie rufen dazu auf, sich für sie mit Hilfe von Appellen einzusetzen und für sie zu beten. Mitarbeiter des Geheimdienstministeriums stürmten am 1. Juli das Haus des 36-jährigen Christen Sam Khosravi und seiner 35-jährigen Frau Maryam Falahi in der Stadt Bushehr im Südwesten des Iran. Die Beamten beschlagnahmten persönliche Gegenstände der Eheleute, darunter Laptops, Mobiltelefone, Ausweise und Bankkarten, aber auch Bibeln, Kreuze, Andachtsbilder sowie religiöse Literatur. Die Geheimdienstler nahmen die Eheleute mit und halten sie seither in der örtlichen Geheimdienststelle fest.

    Unklar ist bislang, was ihnen genau vorgehalten wird. Die Kinder erlebten mit, wie erbarmungslos die Beamten gegen ihre Eltern vorgingen. Ebenso erlebten es Sams ein Jahr jüngerer Bruder Sasan und dessen 33-jährige Frau Marjan Falahi sowie drei weitere Konvertiten aus Bushehr. Zunächst wurde auch die 61-jährige Mutter der beiden Brüder abgeführt, aber sie kam am selben Tag noch frei. Die insgesamt sieben Gefangenen durften bislang noch keinen Anwalt zurate ziehen. Nur vier Tage nach diesen Festnahmen mussten fünf Konvertiten wegen angeblicher Propaganda gegen das Regime in Karadsch bei Teheran eine mehrmonatige Gefängnisstrafe antreten.

    Bitte, appellieren Sie an den iranischen Präsidenten Hassan Rohani mit der Bitte um sofortige Freilassung der Christen.

    Die Appelladresse: An den Präsidenten der Islamischen Republik Iran, Seine Exzellenz Hassan Rohani, via Botschaft des Iran, Podbielskiallee 67, 14195 Berlin.

    Für den Appell können sie den >>>vorbereiteten Muster-Appellbrief verwenden – er ist lediglich um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen. – Herzlichen Dank für die Unterstützung der Aktion!

  • Vietnam: Pastor zu zwölf Jahren Haft verurteilt

    Frankfurt am Main. Als „Gefangenen des Monats Juni“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den vietnamesischen Pastor Nguyen Trung Ton benannt. Sie rufen dazu auf, für ihn einzutreten. Der evangelische Christ setzt sich seit Jahren unter persönlichen Opfern für umfassende Religionsfreiheit in seinem Heimatland ein. Seit dem 30. Juli 2017 sitzt er zum zweiten Mal hinter Gittern.

    Bereits im Jahr 2011 war er zu einer zweijährigen Gefängnisstrafe wegen angeblicher „Propaganda gegen den Staat“ verurteilt worden. Während dieser Haftzeit, im März 2011, war er erstmals „Gefangener des Monats“. Nach seiner Haftentlassung drohten ihm Sicherheitskräfte. Davon blieb er offenbar unbeeindruckt, denn er blieb beharrlich bei seinem Einsatz für die Menschenrechte.

    Im April vorigen Jahres kam es zu einer erneuten Verurteilung, diesmal zu zwölf Jahren Haft. Das Urteil wurde bereits im Juni darauf durch eine höhere Gerichtsinstanz bestätigt, daher ist weitere Hilfe für diesen mutigen Christen nötig. „Umstürzlerische Aktivitäten“ lautet der aktuelle Vorwurf, der aus seinem Einsatz für Religionsfreiheit resultiert. Die Ermittlungsbehörden verweigerten Nguyen Trung Ton die Verteidigung durch einen Anwalt. Erst ein halbes Jahr nach der Inhaftierung durfte er seine Familie sehen. Inzwischen befindet er sich in einem Straflager, wo ihm trotz ernsthafter gesundheitlicher Probleme medizinische Versorgung vorenthalten wird. – Bitte, appellieren Sie an den vietnamesischen Präsidenten Nguyen Phú Trong, den Pastor umgehend freizulassen. Vietnam hat den internationalen Pakt über bürgerliche unsd politische Rechte ratifiziert, der Religionsfreiheit garantiert. Sie können für den Appell einen >>>vorbereiteten Musterbrief herunterladen und ausdrucken. Er braucht nur um Absender, Datum und Unterschrift versehen zu werden. die Appelladresse lautet:

    Seine Exzellenz, Präsident Nguyen Phú Trong, via Botschaft der sozialistischen Republik Vietnam, Elsenstraße 3, 12435 Berlin, Fax: 030 53630200.

    Herzlichen Dank für die Unterstützung!

  • Pakistan: Zwei Christen zum Tode verurteilt

    Frankfurt am Main. Zu „Gefangenen des Monats April“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea die pakistanischen Christen Qaisar und Amoon Ayub benannt. Sie rufen dazu auf, sich für die beiden Brüder aus der Gegend um Lahore im Punjab einzusetzen und zu beten. Am 13. Dezember vorigen Jahres wurden sie wegen Blasphemie zum Tode verurteilt. Sie betrieben gemeinsam eine Internetseite, auf der der islamische Prophet Mohammed im August 2010 beleidigt worden sein soll. Qaisar, 44 Jahre alt, soll den umstrittenen Inhalt veröffentlicht haben. Der Vater von drei Kindern unterrichtete als Lehrer für Informatik an verschiedenen Schulen in Lahore.

    Im Juni 2011 erstattete ein muslimischer Führer Anzeige. Jahrelang hielten die beiden Brüder sich versteckt. Im November 2014 erfolgte schließlich die Festnahme, woraufhin sie im Bezirksgefängnis von Jhelum eingesperrt wurden. Dort erfuhren sie auch von dem Urteil, weil der Prozess aus Sicherheitsgründen in der Anstalt geführt wurde. Vieles spricht dafür, dass sie Opfer einer Intrige in einem Streit geworden sind. Qaisar erhielt schon vor der Anzeige Morddrohungen. Der Verteidigung zufolge haben sie die strittige Internetseite bereits seit 2009 nicht mehr geführt. Vor dem Oberlandesgericht in Lahore haben sie nun Berufung eingelegt, um doch noch freigesprochen zu werden.

    Bitte, appellieren Sie an den pakistanischen Präsidenten Arif Alvi, die zum Tode verurteilten Brüder zu begnadigen.

    Die Appelladresse: Seine Exzellenz Präsident Arif Alvi via Botschaft der Islamischen Republik Pakistan, Schaperstr. 29, 10719 Berlin, Fax: 030 21244210. Sie können dazu auch den >>>vorbereiteten Musterappellbrief herunterladen und ausdrucken. Er braucht nur um Absender, Datum und Unterschrift ergänzt werden. – Herzlichen Dank für die Unterstützung.

  • Eritrea: Missionar in Haft

    Frankfurt am Main. Zum „Gefangenen des Monats November“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den evangelischen Missionar Mussie Ezaz aus Eritrea benannt. Sie rufen dazu auf, sich für ihn einzusetzen und zu beten. Seine Kirche „Kale Hiwot“ (Wort des Lebens) steht den Baptisten nahe, die zu jenen Christen gehören, die Staatspräsident Isaias Afewerki als staatszersetzend verfolgen lässt. Mehr als 14 Jahre lang setzte sich der Vater von drei Kindern für die Ausbreitung seines Glaubens ein, besonders unter der Jugend. Im September 2007 wurde er verhaftet. Die Vorwürfe gegen ihn sind unbekannt. Vier Monate war er auf der Flucht. Aber kurz vor der Grenze zu Äthiopien, nachdem er mit seiner Familie Kontakt aufgenommen hatte, holte ihn die Polizei ein. Seither hat seine Familie kein Lebenszeichen mehr von ihm erhalten. Mindestens 31 Christen kamen von 2002 bis 2017 in den Lagern und Gefängnissen zu Tode. Manche starben lieber, als dass sie nur durch Widerruf ihres Glaubens medizinische Hilfe erhielten. Die Häftlinge sind teilweise unter unmenschlichen Bedingungen in nicht klimatisierten Transportcontainern in Militärlagern eingesperrt. – Bitte appellieren Sie an den eritreischen Staatspräsidenten Isayas Afewerki für die Freilassung von Mussie Ezaz. Das Land Eritrea hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert. Freiheitsentzug ohne Anklage und faires Verfahren verletzt diesen Vertrag. Seit 2002 sind im diktatorisch regierten Eritrea nur die eritreisch-orthodoxe, die katholische und die lutherische Kirche sowie der Islam anerkannt. Sie können zwar Gottesdienst feiern, werden jedoch überwacht. Angehörige anderer Glaubensgemeinschaften – wie Baptisten und Pfingstler – leben ständig in der Gefahr, verhaftet zu werden.

    Die Appelladresse: Seine Exzellenz Staatspräsident Isayas Afewerki via Botschaft des Staates Eritrea, Stavangerstr. 18, 10439 Berlin. Sie können hieraus entweder einen eigenen Brieftext entwerfen oder einfach den >>>vorbereiteten Muster-Appellbrief herunterladen, ausdrucken und mit Absender, Datum und Unterschrift versehen.

    Herzlichen Dank für die Unterstützung!

  • China: Katholischer Priester in einem Umerziehungslager?

    Pfarrer nach Gespräch mit der Religionsbehörde verschwunden

    Zum „Gefangenen des Monats Oktober“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den katholischen Priester Lu Danhua aus China benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den Pfarrer, der bei seinen Gemeindeangehörigen in der Provinz Zhejiang sehr beliebt ist, einzusetzen und für ihn zu beten. Am 29. Dezember vorigen Jahres holten ihn Mitarbeiter des örtlichen Büros für religiöse Angelegenheiten in der Stadt Lishui (Provinz Zhejiang) aus einem Wohnheim, in dem er lebte, zu einem „kurzen Gespräch“ ab, wie es zunächst hieß. Von der Unterredung kehrte er bislang nicht zurück.

    Die Behörden gaben später an, er sei ins nahe gelegene Wenzhou gebracht worden, um sich mit den neuen Rechtsvorschriften zur Religion auseinander zu setzen und sich als Seelsorger offiziell registrieren zu lassen. Die IGFM geht davon aus, dass er gegen seinen Willen festgehalten wird, möglicherweise in einem Umerziehungslager.

    Er ist der einzige Pfarrer seiner Diözese, die von Wenzhou mitverwaltet wird. Dort amtiert der staatlich nicht anerkannte Bischof Peter Shao Zhumin. Er war seit seinem Amtsantritt  vor zwei Jahren bereits viermal inhaftiert.

    Bitte appellieren Sie an den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping – er solle Auskunft geben, wo Pfarrer Lu Danhua festgehalten wird und bitten ihn, sich für seine Freilassung einzusetzen. Sie können dazu den >>>vorbereiteten Muster-Appellbrief herunterladen und ausdrucken. Er braucht lediglich um Absender, Datum und Unterschrift ergänzt werden. Die Appelladresse lautet: Seine Exzellenz Staatspräsident Xi Jinping via Botschaft der VR China, Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin, Fax 030 27588221.