Blasphemie

  • Pakistan: Christ soll nach Blasphemie-Vorwurf gehängt werden

    Pakistan: Christ soll nach Blasphemie-Vorwurf gehängt werden

    Frankfurt am Main. Zum Gefangenen des Monats Juli 2023 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den pakistanischen Christen Nouman Asghar Masih benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den 24-Jährigen einzusetzen. Der junge Mann wurde am 1. Juli 2019 wegen angeblicher Beleidigung des islamischen Propheten Mohammed festgenommen. Die Polizei drang damals mitten in der Nacht in das Haus der Familie ein und nahm ihn sogleich fest. Am 30. Mai 2023 erging schließlich in der pakistanischen Stadt Bahawalpur (Provinz Punjab) das Todesurteil. Seine Familie lebt von den bescheidenen Einkünften von Noumans Vater, der als Reinigungskraft in einem Geschäft arbeitet.

    Seiner Verteidigung zufolge entbehren die Vorwürfe jeglicher Grundlage: Er soll in einem öffentlichen Park um 3.30 Uhr in der Nacht einer Gruppe von neun bis zehn Menschen blasphemische Bilder gezeigt haben. Seine Familie bezeugt, dass er zu dem Zeitpunkt zu Hause in seinem Bett lag. Noumans Cousin, Sunny Waqas, wurde ebenfalls wegen angeblicher Gotteslästerung nur wenige Tage vor Nouman festgenommen; er kam am 3. Februar 2023 schließlich gegen Kaution frei, nachdem sich weltweit Menschen für seine Freilassung eingesetzt hatten.

    Mit Ihrem Appell an den pakistanischen Staatspräsidenten Arif Alvi leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Freilassung des Inhaftierten und dessen Sicherheit.

    Die Appell-Adresse: Staatspräsident Arif Alvi via Botschaft der Islamischen Republik Pakistan, Schaperstr. 29, 10719 Berlin, Fax 030 21244210.

    Für den Appell können Sie den Musterbrief (siehe unten) herunterladen, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist.

  • Nigeria: Christin beinahe gelyncht

    Nigeria: Christin beinahe gelyncht

    Frankfurt am Main. Als „Gefangene des Monats November“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA die nigerianische Christin Rhoda Jatau benannt. Sie rufen dazu auf, sich für die 45-jährige Frau aus dem Bundesstaat Bauchi in Nordnigeria einzusetzen und zu beten. Jatau lebt im Bundesstaat Bauchi im Norden des Landes, wo seit 2001 die Scharia –  das islamische Recht – gilt. Sie wurde am 20. Mai 2022 wegen „Cyberstalkings“, “Anstachelns zu öffentlichem Aufruhr“ sowie „Gotteslästerung“ und „Herabwürdigung einer religiösen Überzeugung“ festgenommen. Infolge des öffentlichen Drucks islamischer Gruppen verweigerte ihr das zuständige Gericht die Freilassung gegen Kautionszahlung.

    Jatau, die im medizinischen Bereich als Angestellte beschäftigt war, hatte im Mai 2022 über den Mitteilungsdienst WhatsApp einen Kommentar aus Ghana zum Lynchmord an der Studentin Deborah Emmanuel Yakubu im nigerianischen Bundesstaat Sokoto erhalten und an Kollegen weitergeleitet. Wegen einer angeblich gotteslästerlichen Audionachricht auf WhatsApp war Yakubu, ebenfalls Christin, von einem Mob gesteinigt und verbrannt worden. Jatau wäre es um ein Haar ebenso ergangen: Muslimische Kollegen hatten offenbar an ihrer Mitteilung Anstoß genommen und stachelten ebenso eine Menschenmenge an, die ihr Haus in der Stadt Warji stürmte und später mehrere Gebäude in Brand setzte. Bevor die Fanatiker die Frau lynchen konnte, griffen Staatsschutzbeamte ein. Sie nahmen Jatau fest.

    Bitte appellieren Sie an den nigerianischen Präsidenten Muhammadu Buhari, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um die Freilassung der Christin zu erreichen und für ihre Sicherheit zu sorgen.

    Die Appelladresse lautet: Präsident Muhammadu Buhari via Botschaft der Bundesrepublik Nigeria, Neue Jakobstraße 4, 10179 Berlin. Sie brauchen lediglich den vorbereiteten (Muster-) Appellbrief herunterladen, mit Absender, Datum und Unterschrift versehen und den (Fenster-)Brief frankieren und absenden (85 ct):

  • Pakistan: Christ wegen angeblicher Blasphemie zum Tode verurteilt

    Pakistan: Christ wegen angeblicher Blasphemie zum Tode verurteilt

    Frankfurt am Main. Zum „Gefangenen des Monats Oktober 2022“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den pakistanischen Christen Nadeem James benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den von der Todessstrafe bedrohten 32-jährigen Vater von zwei Kindern einzusetzen. Der katholische Christ aus Sarai Alamgir im Distrikt von Gujrat (Provinz Punjab) stellte sich am 12. Juli 2016 der örtlichen Polizei, nachdem sie nach ihm gesucht und seine zwei Schwägerinnen festgenommen hatte.

    Dem ausgebildeten Schneider, der weder Lesen noch Schreiben gelernt hat, wird Blasphemie (Gotteslästerung), insbesondere die Beleidigung des islamischen Propheten Mohammed vorgeworfen. In erster Gerichtsinstanz wurde er deswegen bereits am 14. September 2017 zum Tode verurteilt. Mittlerweile wartet er seit fünf Jahren auf sein Berufungsverfahren.

    Nadeem James soll angeblich am 4. Juli 2016 ein despektierliches Gedicht an seinen Freund Yasir Bashir über die Kurznachrichten-Anwendung WhatsApp geschickt haben. Laut Verteidigung sei dies zu einem Zeitpunkt gewesen, währenddessen er mit diesem und zwei weiteren Freunden zerstritten war, sich mit ihnen aber noch traf, um zu diskutieren. Die drei muslimischen Männer versuchten, ihn zur Annahme des islamischen Glaubens zu drängen. James beharrte aber darauf, Christ bleiben zu wollen und bat vergeblich um Verständnis. Schließlich zeigte ihn Bashir wegen Gotteslästerung an.

    Bitte, appellieren Sie an den pakistanischen Präsidenten Arif Alvi und bitten ihn, sich für ein zügiges Berufungsverfahren, sowie für seine körperliche Unversehrtheit einzusetzen.

    Die Appell-Adresse: Staatspräsident Arif Alvi via Botschaft der Islamischen Republik Pakistan, Schaperstr. 29, 10719 Berlin, Fax 030 21244210.

    Für den Appell können Sie den Musterbrief (siehe unten) herunterladen, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist.

  • Indonesien: Zehn Jahre Gefängnis und Folter für Konvertiten nach Islamkritik

    Indonesien: Zehn Jahre Gefängnis und Folter für Konvertiten nach Islamkritik

    Frankfurt am Main. Als „Gefangenen des Monats September“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den christlichen YouTuber Muhammad Kace aus Indonesien benannt. Der 56-Jährige wurde am 25. August 2021 auf der Insel Bali verhaftet, zwei Tage, nachdem er in einem Video-Kommentar Kritik an der Person des islamischen Religionsstifters Mohammed geäußert hatte. Das Bezirksgericht im westjavanischen Bezirk Ciamis verurteilte ihn am 6. April 2022 zu einer zehnjährigen Haftstrafe wegen „Blasphemie“ (Gotteslästerung).

    Kace war früher ein frommer islamischer Geistlicher, der sogar dreimal nach Mekka gepilgert war. Er nahm dann aber den christlichen Glauben an und ließ sich 2014 taufen. Seither produzierte er regelmäßig Videos, in denen er seine Abkehr vom Islam erläutert und pro Christentum argumentiert. Rund 400 Beiträge lud er bei YouTube zu religiösen Fragen hoch. Beobachter halten das Urteil im Vergleich zu anderen Gerichtsentscheidungen in solchen Fällen  für äußerst scharf. Gruppen von Fanatikern forderten gar eine noch härtere Bestrafung. Inzwischen wurde zudem bekannt, dass er in der Haft Folter erlitt.

    Indonesien, das Land mit der größten islamischen Bevölkerung weltweit, galt lange als tolerant gegenüber religiösen Minderheiten. Seit einigen Jahren zeigt sich, dass überproportional häufig Nichtmuslime der Blasphemie beschuldigt werden. Von den mehr als 270 Millionen Einwohnern Indonesiens sind rund 88 Prozent Muslime. Der Anteil der Christen liegt bei zehn Prozent.

    Bitte, appellieren Sie an den indonesischen Staatspräsidenten Joko Widodo, sich für die Freilassung des Inhaftierten einzusetzen. Die Appelladresse lautet:

    Seine Exzellenz Joko Widodo, Staatspräsident der Republik Indonesien, c/o Botschaft der Republik Indonesien, Lehrter Strasse 16-17, D-10557 Berlin. Sie können dazu den Musterbrief herunterladen und ausdrucken. Er ist nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen.

  • Pakistan: Freilassung von Stephen Masih abgelehnt

    Der „Gefangene des Monats Juni 2021“, der Christ Stephen Masih, von Geburt an geistig behindert, wurde am 11. März 2019 nach §295 C des pakistanischen Gesetzbuches wegen abfälliger Bemerkungen über den Propheten Mohammed angeklagt. Es droht somit die Todesstrafe. Der medizinische Bericht einer Expertenkommission bescheinigt dem Angeklagten eine “bipolare affektive Störung” und “Verhandlungsunfähigkeit”. Trotzdem lehnte das Gericht aufgrund der religiösen Intoleranz gegenüber „Gotteslästerern“ eine Freilassung gegen Kaution ab. 

    Das den Angeklagten verteidigende The Voice Team erhielt Morddrohungen und die Drohung, bei Weiterverfolgung des Falls selbst der Blasphemie angeklagt zu werden. 

    Das „The Voice Team“ von Aneeqa Maria Anthony bittet um Gebetsunterstützung. 

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