AK_Religionsfreiheit_IGFM

  • Indien: Jesuitenpater mit 83 inhaftiert

    Frankfurt am Main. Zum „Gefangenen des Monats Dezember 2020“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den indischen Jesuitenpater Stan Lourdusamy benannt, der als Pater Stan Swamy bekannt ist. Sie rufen dazu auf, sich für den 83-jährigen katholischen Ordensmann einzusetzen. Pater Swamy wurde am 8. Oktober festgenommen. Die Polizei wirft ihm vor, maoistische, also linksradikale Terroristen unterstützt zu haben. Ein Teil seines Dienstes als Jesuitenpater besteht aber darin, die Rechte der Armen zu verteidigen. Er widmet sich besonders den Indigenen und sogenannten „Unberührbaren“, den Dalits, im nordöstlichen Bundesstaat Jharkhand.

    Ihm wird vorgeworfen, in Bhima Koregaon nahe der Stadt Pune (Bundesstaat Maharashtra) am 31. Dezember 2017 bei einer Kundgebung mit rund 35.000 Teilnehmern aufrührerische Reden gehalten zu haben. In deren weiteren Verlauf kam es am Neujahrstag 2018 zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Hindunationalisten und Dalits, wobei eine Person zu Tode kam und drei weitere Menschen verletzt wurden. Anstatt sich bei den Nachforschungen auf die Gewalttäter zu konzentrieren, kamen Menschenrechtsverteidiger ins Visier der Ermittler der National Investigation Agency, darunter Pater Swamy. Das zuständige Gericht lehnte den Antrag ab, ihn gegen Kaution frei zulassen. Der hochbetagte Priester leidet an der Parkinson-Krankheit und ist daher nicht in der Lage, selbständig zu essen oder sich zu waschen. Mitinsassen helfen ihm dabei.

    Bitte, appellieren Sie an den indischen Staatspräsidenten Ram Nath Kovind und bitten Sie ihn, sich für die umgehende Freilassung von Pater Stan Swamy einzusetzen.

    Die Appelladresse lautet: Seine Exzellenz Staatspräsident Ram Nath Kovind via Botschaft der Republik Indien, Tiergartenstraße 17, 10785 Berlin, Fax: 030 26557000.

    Sie können den vorbereiteten Muster-Appellbrief herunterladen und ausdrucken; dieser ist nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen:

  • Pakistan: Erneut Todesstrafe wegen Blasphemie

    Frankfurt am Main. Zum „Gefangenen des Monats November 2020“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den pakistanischen Christen Asif Pervaiz benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den 37-jährigen Fabrikangestellten einzusetzen. Er sitzt seit 2013 hinter Gittern und wurde am 8. September 2020 zum Tode verurteilt, weil ihn sein ehemaliger Vorgesetzter in der Strumpfwarenfabrik am 2. Oktober 2013 wegen Blasphemie (Gotteslästerung) angezeigt hatte. Sein ehemaliger Chef wirft Pervaiz vor, sich in mehreren Textnachrichten an sein Mobiltelefon mehrere Tage lang herablassend über den Islam, insbesondere den islamischen Propheten Mohammed, geäußert zu haben. Der Christ wehrt sich gegen diese Vorwürfe und schildert diese als Revanche.

    Er habe sich vielmehr gegen das Ansinnen seines Chefs zur Wehr setzen müssen, zum Islam überzutreten. Weil ihm das Drängen zusetzte, habe er sogar seinen Job aufgegeben. Erst daraufhin habe der ehemalige Vorgesetzte ihn der Blasphemie bezichtigt. Für die Beleidigung des Propheten Mohammeds ist gemäß des pakistanischen Strafrechtsparagraphen 295 C die Todesstrafe vorgesehen. Nachdem die Blasphemievorwürfe gegen ihn bei der Polizei bekannt geworden waren, floh Asif Pervaiz und versteckte sich. Laut Schilderungen aus dem Familienkreis prügelten Polizisten schließlich so lange auf einen Freund des Gesuchten ein, bis dieser dessen Versteck preisgab.

    Bitte, appellieren Sie an den pakistanischen Präsidenten Arif Alvi und bitten ihn, sich für Asif Pervaiz einzusetzen.

    Für den Appell können Sie den Musterbrief herunterladen:

    https://www.religionsfreiheit-igfm.info/wp-content/uploads/2020/11/Appellbrief-Asif-Pervaiz.pdf

    der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist. – Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

    Die Appell-Adresse: Staatspräsident Arif Alvi via Botschaft der Islamischen Republik Pakistan, Schaperstr. 29, 10719 Berlin, Fax 030 21244210.

    Appellbrief in Englisch: https://www.idea.de/fileadmin/news_pics/gefangener_des_monats/Musterbrief_November_2020_englisch.pdf

  • Iran: Hauskirchenleiter verhaftet

    Frankfurt am Main. Als „Gefangenen des Monats September“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den iranisch-armenischen Christen Joseph Shahbazian benannt. Mitarbeiter des Geheimdienstes der Iranischen Revolutionsgarden waren am 30. Juni in den Versammlungsraum seiner Gemeinde im Südwesten der Hauptstadt Teheran eingedrungen, als der 56-jährige Hauskirchenleiter gerade einen Gottesdienst feierte. Sie nahmen ihn sowie weitere Christen mit.

    Shahbazian wird seither im berüchtigten Evin-Gefängnis festgehalten. Die Ermittler eines Teheraner Sicherheitsgerichts vernahmen ihn, jedoch sind die gegen ihn erhobenen Vorwürfe immer noch nicht bekannt.

    Am selben Tag sowie am 1. Juli wurden mindestens weitere 34 Christen abgeführt und verhört. An den darauffolgenden Tagen ließen die Ermittler die meisten, bis auf zwei Ausnahmen, wieder frei. In einigen Fällen wurden Vorwürfe fallen gelassen, in anderen verlangte das Gericht die Hinterlegung einer Bürgschaft, weil sich die Betroffenen angeblich der „Propaganda gegen das Regime“ oder der „Gefährdung der nationalen Sicherheit durch Verbreitung eines zionistischen Christentums“ schuldig gemacht hätten. Von Shahbazian forderte das Gericht umgerechnet ca. 127.000 Euro für die Kaution. Seine Familie war bislang noch nicht in der Lage, die einmalig hohe Summe aufzubringen.

    Bitte, appellieren Sie an den iranischen Präsidenten Hassan Rohani und bitten ihn um sofortige Freilassung von Joseph Shahbazian.

    Die Appell-Adresse: Präsident Hassan Rohani c/o Botschaft der Islamischen Republik Iran, Podbielskiallee 65-67, 14195 Berlin, Fax 030-84353535.

    Für den Appell können Sie den Musterbrief – siehe Link unten – herunterladen und ausdrucken; er ist nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen. – Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

  • Nepal: Pastor inhaftiert

    Frankfurt am Main. Als „Gefangenen des Monats Juli“ haben die die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den in Nepal inhaftierten Pastor Keshab Acharya aus Pokhara in der Provinz Gandaki Pradesh benannt. Weil er ein Heilungsgebet gegen das Corona-Virus im Internet veröffentlichte, sitzt der 32-Jährige seit dem 23. März hinter Gittern. „Mit der Macht des Herrschers dieser Schöpfung rüge ich Dich. Mit der Macht im Namen unseres Herrn Jesus Christus, geh fort und stirb, Corona“, sprach er. Die Polizei warf ihm zunächst „Irreführung der Öffentlichkeit“ vor. Der Internetprediger habe in den sozialen Medien Falschinformationen über das Virus verbreitet. Drei Männer und eine Frau von der Polizei klingelten abends an seiner Tür, gaben sich als Christen aus und baten um ein gemeinsames Gebet. Als der Pastor sie in die Wohnung hereingelassen hatte, umzingelten sie ihn und nahmen den Vater zweier kleiner Kinder vor den Augen seiner Familie fest.

    In der Zeit vor seiner Inhaftierung erhielt der Pastor Beschimpfungen und Morddrohungen durch Anrufer. Am 8. April sollte er zunächst auf Kaution freigelassen werden. In dem Moment, in dem er in Begriff war, das Gefängnis zu verlassen, wurde er erneut festgesetzt. Nun lautete der Vorwurf, er habe religiöse Gefühle verletzt und missioniert. Bis 2006 war der Hinduismus in Nepal Staatsreligion, in seiner aktuellen Verfassung jedoch erklärt sich das Land zwischen Indien und China zu einem säkularen Staat. Vergleichbar mit der Situation in Indien gilt in dem Nachbarland seit 2018 auch eine Anti-Konversionsbestimmung. Am 13. Mai wurde Acharya in ein anderes Gefängnis verlegt, nach Dolpa, das so berüchtigt wie auch abgelegen ist. Das Distriktgericht ordnete zwischenzeitlich ausdrücklich an, ihn nicht gegen Kaution freizulassen.

    Bitte, appellieren Sie an die Präsidentin Nepals und bitten sie, sich für die Freilassung von Pastor Keshab Acharya einzusetzen.

    Die Appell-Adresse: Ihre Exzellenz Bidhya Devi Bhandari – Präsidentin – via Botschaft der Demokratischen Bundesrepublik Nepal, Guerickestrasse 27, 2. Stock, 10587 Berlin, Fax 030 343599-06 .

    Für den Appell können Sie den Musterbrief – siehe Link unten – herunterladen und ausdrucken; er ist nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen. – Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

    https://www.religionsfreiheit-igfm.info/wp-content/uploads/2020/07/Appellbrief-GdM-JUli-2020-B.pdf

  • Nordkorea: Lebenslange Haft für Pastor Kim Kuk-gi

    Frankfurt am Main. Als „Gefangenen des Monats Juni“ haben die die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den in Nordkorea inhaftierten Pastor Kim Kuk-gi benannt. Der Südkoreaner presbyterianischen Bekenntnisses ist bereits seit Dezember 2014 inhaftiert. Erst am 26. März 2015 gab die staatliche Nachrichtenagentur KCNA seine Verhaftung zusammen mit dem Geschäftsmann Choe Chun-gil bekannt. Dabei wurde beiden Männern vorgeworfen, sie seien „ruchlose Terroristen“, die auch noch für den südkoreanischen Geheimdienst spioniert und große Mengen Falschgeld in Umlauf gebracht hätten. Darüber hinaus hätten sie sich an einer Schmutzkampagne gegen Nordkorea beteiligt. Kim hielten die Behörden vor, religiöse Propaganda einer Untergrundkirche verbreitet zu haben. Im Mai desselben Jahres bezichtigte sich der Missionar, unter Druck gesetzt, selbst der Spionage in einer vom Regime inszenierten Pressekonferenz. Der staatliche Fernsehsender KCTV berichtete im Monat darauf von seiner Verurteilung vor dem Obersten Gerichtshof in der Hauptstadt Pjöngjang zu lebenslanger Haft. Pastor Kim wirkte seit 2003 als Missionar im chinesischen Dandong, wo er nordkoreanischen Flüchtlingen, insbesondere obdachlosen Kindern, half. – Die IGFM isetzt sich seit Jahren für ein Ende der Zwangsrückführungen von Flüchtlingen nach Nordkorea ein, die Pastor Kim unterstützte.

    Bitte, appellieren Sie an den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un und bitten ihn, sich für die Freilassung von Pastor Kim Kuk-gi einzusetzen.

    Die Appell-Adresse: Seine Exzellenz Kim Jong-un, Oberster Führer der Demokratischen Volksrepublik Nordkorea, via Botschaft Nordkoreas, Glinkastraße 5-7, 10117 Berlin, Fax-Nr. 030-22651929.

    Für den Appell können Sie den Musterbrief – siehe unten – herunterladen und ausdrucken; er ist nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen. – Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

    https://www.religionsfreiheit-igfm.info/gdm-juni-2020-appellbrief/