AK_Religionsfreiheit_IGFM

  • Gefangener des Monats Dezember 2022 ist frei

    Gefangener des Monats Dezember 2022 ist frei

    Asmara (IDEA) – Ein 75 Tage lang in Eritrea inhaftierter katholischer Bischof ist wieder in Freiheit. Das berichtete unter anderem das italienische katholische Nachrichtenportal Avvenire. Es handelt sich um den Bischof von Segheneyti (Süderitrea), Abune Fikremariam Hagos Tsalim.

    Er war am 15. Oktober am Flughafen der Hauptstadt Asmara verhaftet worden. Mit dem Bischof waren nahezu zeitgleich auch zwei Priester in Haft gekommen, von denen einer jetzt ebenfalls freikam. Alle drei sollen in Predigten über Menschenrechtsverletzungen in dem nordostafrikanischen Land gesprochen haben.

    Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA hatten den Bischof als „Gefangenen des Monats Dezember“ benannt. Sie riefen dazu auf, sich in Briefen an den eritreischen Machthaber Isayas Afewerki für die Freilassung von Hagos Tsalim einzusetzen.

    Afewerki herrscht seit der Staatsgründung im Jahre 1993 mittels eines sozialistischen Einparteiensystems. Laut Menschenrechtlern befinden sich in Eritrea Hunderte von Christen wegen ihres Glaubens in Haft. Vor allem Angehörige staatlich nicht anerkannter Glaubensgemeinschaften kommen hinter Gitter. Die Gefangenen leiden unter unmenschlichen Haftbedingungen und Folter.

    Staatlich anerkannt sind die katholische, die eritreisch-orthodoxe und die evangelisch-lutherische Kirche sowie der sunnitische Islam.

    Schätzungen zufolge sind von den über sechs Millionen Einwohnern Eritreas 51 Prozent Muslime und 47 Prozent Christen.

  • Eritrea: Bischof nach Europareise festgenommen

    Eritrea: Bischof nach Europareise festgenommen

    Frankfurt am Main. Zum „Gefangenen des Monats Dezember 2022“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den eritreisch-katholischen Bischof Fikremariam Hagos Tsalim von Segheneyti (Süderitrea) benannt. Aus bislang unbekannten Gründen führten Sicherheitskräfte den Geistlichen dieser katholischen Ostkirche am 15. Oktober 2022 – wenige Tage vor seinem 52. Geburtstag – auf dem Flughafen der Hauptstadt Asmara ab.

    Er war gerade von einer Europareise zurückgekehrt, auf der er unter anderem Deutschland besucht hatte. Zwei weitere Priester seiner Kirche wurden auch in dem Zeitraum festgenommen. Bischof Hagos wird im berüchtigten Adi Abeto Militärgefängnis vor den Toren der Hauptstadt festgehalten. In seiner Führungsrolle sah er es in der Vergangenheit als seine Pflicht an, in seinen Predigten die massiven Verletzungen der Menschenrechte in seinem Heimatland zu kritisieren. Es wird befürchtet, dass ihm das zum Verhängnis wurde.

    Meist sind es Anhänger staatlich nicht anerkannter Glaubensgemeinschaften, die willkürlich hinter Gittern gebracht werden, oftmals für lange Jahre, ohne jemals einen Richter gesehen zu haben. Unmenschliche Haftbedingungen und gar Folter sind in dem ostafrikanischen Land eher die Regel als die Ausnahme. Dessen Geschicke werden seit der Gründung am 24. Mai 1993 von Diktator Isayas Aferwerki mittels eines sozialistischen Einparteiensystems geführt.

    Bitte, appellieren Sie an den eritreischen Präsidenten Isayas Afewerki und bitten ihn, sich für die Freilassung des Bischofs Hagos einzusetzen.

    Die Appell-Adresse:  An den Präsidenten Isayas Afewerki, via Botschaft des Staates Eritrea, Stavangerstrasse 18, 10439 Berlin.

    Für den Appell können Sie den Musterbrief (siehe unten) herunterladen, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist.

  • Nigeria: Christin beinahe gelyncht

    Nigeria: Christin beinahe gelyncht

    Frankfurt am Main. Als „Gefangene des Monats November“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA die nigerianische Christin Rhoda Jatau benannt. Sie rufen dazu auf, sich für die 45-jährige Frau aus dem Bundesstaat Bauchi in Nordnigeria einzusetzen und zu beten. Jatau lebt im Bundesstaat Bauchi im Norden des Landes, wo seit 2001 die Scharia –  das islamische Recht – gilt. Sie wurde am 20. Mai 2022 wegen „Cyberstalkings“, “Anstachelns zu öffentlichem Aufruhr“ sowie „Gotteslästerung“ und „Herabwürdigung einer religiösen Überzeugung“ festgenommen. Infolge des öffentlichen Drucks islamischer Gruppen verweigerte ihr das zuständige Gericht die Freilassung gegen Kautionszahlung.

    Jatau, die im medizinischen Bereich als Angestellte beschäftigt war, hatte im Mai 2022 über den Mitteilungsdienst WhatsApp einen Kommentar aus Ghana zum Lynchmord an der Studentin Deborah Emmanuel Yakubu im nigerianischen Bundesstaat Sokoto erhalten und an Kollegen weitergeleitet. Wegen einer angeblich gotteslästerlichen Audionachricht auf WhatsApp war Yakubu, ebenfalls Christin, von einem Mob gesteinigt und verbrannt worden. Jatau wäre es um ein Haar ebenso ergangen: Muslimische Kollegen hatten offenbar an ihrer Mitteilung Anstoß genommen und stachelten ebenso eine Menschenmenge an, die ihr Haus in der Stadt Warji stürmte und später mehrere Gebäude in Brand setzte. Bevor die Fanatiker die Frau lynchen konnte, griffen Staatsschutzbeamte ein. Sie nahmen Jatau fest.

    Bitte appellieren Sie an den nigerianischen Präsidenten Muhammadu Buhari, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um die Freilassung der Christin zu erreichen und für ihre Sicherheit zu sorgen.

    Die Appelladresse lautet: Präsident Muhammadu Buhari via Botschaft der Bundesrepublik Nigeria, Neue Jakobstraße 4, 10179 Berlin. Sie brauchen lediglich den vorbereiteten (Muster-) Appellbrief herunterladen, mit Absender, Datum und Unterschrift versehen und den (Fenster-)Brief frankieren und absenden (85 ct):

  • Pakistan: Christ wegen angeblicher Blasphemie zum Tode verurteilt

    Pakistan: Christ wegen angeblicher Blasphemie zum Tode verurteilt

    Frankfurt am Main. Zum „Gefangenen des Monats Oktober 2022“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den pakistanischen Christen Nadeem James benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den von der Todessstrafe bedrohten 32-jährigen Vater von zwei Kindern einzusetzen. Der katholische Christ aus Sarai Alamgir im Distrikt von Gujrat (Provinz Punjab) stellte sich am 12. Juli 2016 der örtlichen Polizei, nachdem sie nach ihm gesucht und seine zwei Schwägerinnen festgenommen hatte.

    Dem ausgebildeten Schneider, der weder Lesen noch Schreiben gelernt hat, wird Blasphemie (Gotteslästerung), insbesondere die Beleidigung des islamischen Propheten Mohammed vorgeworfen. In erster Gerichtsinstanz wurde er deswegen bereits am 14. September 2017 zum Tode verurteilt. Mittlerweile wartet er seit fünf Jahren auf sein Berufungsverfahren.

    Nadeem James soll angeblich am 4. Juli 2016 ein despektierliches Gedicht an seinen Freund Yasir Bashir über die Kurznachrichten-Anwendung WhatsApp geschickt haben. Laut Verteidigung sei dies zu einem Zeitpunkt gewesen, währenddessen er mit diesem und zwei weiteren Freunden zerstritten war, sich mit ihnen aber noch traf, um zu diskutieren. Die drei muslimischen Männer versuchten, ihn zur Annahme des islamischen Glaubens zu drängen. James beharrte aber darauf, Christ bleiben zu wollen und bat vergeblich um Verständnis. Schließlich zeigte ihn Bashir wegen Gotteslästerung an.

    Bitte, appellieren Sie an den pakistanischen Präsidenten Arif Alvi und bitten ihn, sich für ein zügiges Berufungsverfahren, sowie für seine körperliche Unversehrtheit einzusetzen.

    Die Appell-Adresse: Staatspräsident Arif Alvi via Botschaft der Islamischen Republik Pakistan, Schaperstr. 29, 10719 Berlin, Fax 030 21244210.

    Für den Appell können Sie den Musterbrief (siehe unten) herunterladen, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist.

  • Blasphemie-Opfer Patras Masih auf Kaution frei

    Lahore/Frankfurt am Main. Der Einsatz für den seit über vier Jahren inhaftierten Patris Masih war – auch mit Gottes Hilfe – erfolgreich. Die IGFM und IDEA hatten den jungen Mann bereits im April 2018 als „Gefangenen des Monats“ bezeichnet. Zuletzt hatte die IGFM einen Petitions-Postkarten-Aktion initiiert. Außerdem wurde in christlichen Gemeinden für die Freilassung gebetet. Über die Zukunft des Freigelassenen und seiner bedrohten Familie werden wir noch berichten. Siehe auch den Idea-Beitrag in der aktuellen Ausgabe vom 07.09.2022 auf diesem Blog.