Juli 2023

  • China: Glaubensweitergabe „illegales Geschäft“? Pastor einer Freikirche verhaftet

    China: Glaubensweitergabe „illegales Geschäft“? Pastor einer Freikirche verhaftet

    Frankfurt am Main. Als Gefangenen des Monats August 2023 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte“ (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den chinesischen Pastor Deng Yanxiang benannt. Sie rufen zum Einsatz für ihn und drei weitere Mitglieder der Shengjia-Kirche aus Foshan-Shunde in der Provinz Guangdong auf. Am 24. Mai 2023 erschienen mehrere Dutzend Beamte, Sicherheitskräfte und Mitarbeiter der städtischen Aufsicht sowie des Amtes für religiöse Angelegenheiten und führten eine Durchsuchung der Kirche sowie des angrenzenden Schulungszentrums durch. Zunächst beschlagnahmten sie Unterrichtsmaterial. Daraufhin nahmen sie den evangelischen Gemeindeleiter sowie drei Mitarbeiter in Gewahrsam. Ihnen wird „illegale Geschäftstätigkeit“ vorgeworfen. Sie werden seither in Foshan im Nanhai-Distrikt-Gefängnis festgehalten und die Höchstdauer der gesetzlich begrenzten Untersuchungshaft ist bereits abgelaufen. In China sind Religionsgemeinschaften einer strengen Kontrolle durch die Kommunistische Partei unterworfen. Viele Christen – Schätzungen zufolge bis zu 130 Millionen – treffen sich in staatlich nicht registrierten Gemeinden. Die Behörden verunglimpfen deren Aktivitäten zum Zweck der Glaubensweitergabe in zahlreichen Fällen als Wirtschaftsdelikte, weil sie etwa Spenden für Zwecke ihrer Untergrundgemeinde sammeln und verwenden. Das staatliche Vorgehen verstößt gegen das Recht auf Religionsfreiheit, wie es in Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte formuliert wurde.

    Die IGFM und IDEA rufen dazu auf, sich in Briefen an den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping für die Freilassung des Pastors Deng Yanxiang einzusetzen. Die Verfassung des Landes garantiert „die Freiheit des religiösen Glaubens“.

    Die Appelladresse lautet: Staatspräsident Xi Jinping via Botschaft der VR China, Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin, Fax 030-27588221.

    Sie können dazu den Muster-Appellbrief herunterladen und ausdrucken. Dieser ist lediglich um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen:

    Bildrechte: Von Furfur (help with Chinese characterers by Newfitz Yo! and Unravel17 is gratefully acknowledged) – Eigenes Werk, based on Map-Qing Dynasty 1820.jpg, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=75452637

  • Pakistan: Christ soll nach Blasphemie-Vorwurf gehängt werden

    Pakistan: Christ soll nach Blasphemie-Vorwurf gehängt werden

    Frankfurt am Main. Zum Gefangenen des Monats Juli 2023 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den pakistanischen Christen Nouman Asghar Masih benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den 24-Jährigen einzusetzen. Der junge Mann wurde am 1. Juli 2019 wegen angeblicher Beleidigung des islamischen Propheten Mohammed festgenommen. Die Polizei drang damals mitten in der Nacht in das Haus der Familie ein und nahm ihn sogleich fest. Am 30. Mai 2023 erging schließlich in der pakistanischen Stadt Bahawalpur (Provinz Punjab) das Todesurteil. Seine Familie lebt von den bescheidenen Einkünften von Noumans Vater, der als Reinigungskraft in einem Geschäft arbeitet.

    Seiner Verteidigung zufolge entbehren die Vorwürfe jeglicher Grundlage: Er soll in einem öffentlichen Park um 3.30 Uhr in der Nacht einer Gruppe von neun bis zehn Menschen blasphemische Bilder gezeigt haben. Seine Familie bezeugt, dass er zu dem Zeitpunkt zu Hause in seinem Bett lag. Noumans Cousin, Sunny Waqas, wurde ebenfalls wegen angeblicher Gotteslästerung nur wenige Tage vor Nouman festgenommen; er kam am 3. Februar 2023 schließlich gegen Kaution frei, nachdem sich weltweit Menschen für seine Freilassung eingesetzt hatten.

    Mit Ihrem Appell an den pakistanischen Staatspräsidenten Arif Alvi leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Freilassung des Inhaftierten und dessen Sicherheit.

    Die Appell-Adresse: Staatspräsident Arif Alvi via Botschaft der Islamischen Republik Pakistan, Schaperstr. 29, 10719 Berlin, Fax 030 21244210.

    Für den Appell können Sie den Musterbrief (siehe unten) herunterladen, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist.