November 2021

  • Indonesien: Konvertit hinter Gittern

    Indonesien: Konvertit hinter Gittern

    Frankfurt am Main. Als „Gefangenen des Monats Dezember“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den katholischen Buchautor und YouTuber Apollinaris Darmawan aus Bandung in Indonesien benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den 70-jährigen ehemaligen Muslim einzusetzen und für ihn zu beten. Wegen angeblicher Beleidigung der islamischen Religion wird er wohl dieses Jahr zum siebten Mal in Folge Weihnachten hinter Gittern verbringen. Das Bezirksgericht von Bandung verurteilte ihn am 22. Dezember vorigen Jahres zu fünf Jahren Gefängnis. Er soll den Islam als Häresie bezeichnet haben. Von 2015 bis Anfang 2020 war er schon einmal wegen eines Blasphemievorwurfs eingesperrt.

    Darmawan wurde am 8. August 2020 erneut verhaftet, nachdem ein Mob sein Haus gestürmt und ihn auf die Straße gezogen hatte. Die wütende Menge hatte ihm dabei das Hemd vom Leib gerissen. Im Internet kursiert ein Video, auf dem er mit bloßem Oberkörper zwischen Sicherheitskräften zu sehen ist. Er wurde danach abgeführt, „zu seiner Sicherheit“, wie es zunächst hieß. Darmawan ist vor Jahren mit seiner Familie zum christlichen Glauben übergetreten. Im Jahr 2011 veröffentlichte er das Buch „Sechs Wege zu Gott“ in englischer Sprache. Der ehemalige Mitarbeiter der staatlichen indonesischen Eisenbahn verbreitete zudem seine Ansichten über Religion auf YouTube.

    Indonesien, das Land mit der größten islamischen Bevölkerung weltweit, galt lange als tolerant gegenüber religiösen Minderheiten. Seit einigen Jahren zeigt sich, dass überproportional häufig Nichtmuslime der Blasphemie beschuldigt werden. Von den mehr als 270 Millionen Einwohnern Indonesiens sind rund 88 Prozent Muslime. Der Anteil der Christen liegt bei zehn Prozent.

    Bitte, appellieren Sie an den indonesischen Staatspräsidenten Joko Widodo, sich für die Freilassung des Inhaftierten einzusetzen. Die Appelladresse lautet:

    Seine Exzellenz Joko Widodo, Staatspräsident der Republik Indonesien, c/o Botschaft der Republik Indonesien, Lehrter Strasse 16-17, D-10557 Berlin. Sie können dazu den Musterbrief herunterladen und ausdrucken. Er ist nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen.

  • Indien: Pastor wegen angeblicher Zwangsmissionierung inhaftiert

    Indien: Pastor wegen angeblicher Zwangsmissionierung inhaftiert

    Frankfurt am Main. Zum „Gefangenen des Monats November“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den indischen Pastor Raju Manji aus dem Bezirk Azamgarh im nordöstlichen Bundesstaat Uttar Pradesh benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den Leiter der örtlichen evangelikalen Kirche einzusetzen und für ihn zu beten.

    Die Polizei von Jiyanpur hatte ihn am 7. September wegen angeblicher Zwangsmission verhaftet. Die Sicherheitskräfte gaben damit einem Mob von radikalen Hindu-Nationalisten nach. Sie hatten den ursprünglich aus Westbengalen stammenden Pastor und weitere Christen, die sich in einer Kirche zum Gebet versammelt hatten, brutal niedergeschlagen. Nach dem Angriff verhaftete die Polizei Manji und beschuldigte ihn, gegen das Antikonversionsgesetz von Uttar Pradesh verstoßen zu haben. Angaben seiner Ehefrau Nuri zufolge ist ihr Mann den Armen zugewandt und missionarisch tätig. Die Antikonversionsgesetze, die es mittlerweile in mehreren indischen Bundesstaaten gibt, ermöglichen es hinduistischen nationalistischen Gruppen, mit dem Vorwurf der Zwangskonversion falsche Anschuldigungen gegen Christen zu erheben. Zudem schränken sie auch das Recht ein, friedlich für den eigenen Glauben zu werben. In Uttar Pradesh wurde das Gesetz im November 2020 eingeführt. Ein halbes Jahr später saßen auf dieser Grundlage schon mehrere Dutzend Menschen hinter Gittern. In einigen wenigen Fällen stellte die Behörden die Verfahren ein, weil den Vorwürfen jegliche Grundlage fehlte.

    Bitte, appellieren Sie an den indischen Staatspräsidenten Ram Nath Kovind und bitten ihn, sich für die Freilassung des Pastors einzusetzen. Die Appelladresse lautet: Seine Exzellenz Staatspräsident Ram Nath Kovind, via Botschaft der Republik Indien, Tiergartenstraße 17, 10785 Berlin, Fax-Nr. 030 – 26557000.

    Sie können dazu den Muster-Appellbrief herunterladen, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist: