Gefangene des Monats

  • IRAN: Konvertitin wird an unbekanntem Ort festgehalten

    IRAN: Konvertitin wird an unbekanntem Ort festgehalten

    Frankfurt am Main. Als Gefangene des Monats Mai 2026 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA die iranische Christin Ghazal Marzban benannt. Am 14. Januar 2026 suchten Geheimdienstmitarbeiter die 42-Jährige zu Hause auf, nahmen sie fest und beschlagnahmten ihre Bibel sowie weitere christliche Literatur. Zwei Stunden, nachdem sie abgeführt worden war, durfte Marzban ihren Ehemann telefonisch darüber benachrichtigen, dass sie sich im Gewahrsam des Geheimdienstes befinde. Seither ist über ihren weiteren Verbleib nichts bekannt geworden. Die Katholikin war vor ihrem Glaubenswechsel 2017 muslimisch und hat einen Universitätsabschluss in islamischer Rechtslehre.

    Aufgrund ihrer Konversion wurde sie von den Behörden der Mullah-Diktatur verfolgt, wogegen sie protestierte. Sie appellierte öffentlich an den Papst, die massenhafte Unterdrückung in ihrer iranischen Heimat anzuprangern. Daraufhin wurde sie erstmals am 5. November 2024 wegen angeblicher staatsfeindlicher Propaganda und Verstoßes gegen die Kopftuchpflicht festgenommen. Später wurde Marzban zu sechs Monaten Haft und 74 Peitschenhieben verurteilt. Nachdem sie zwei Monate ihrer Strafe im berüchtigten Evin-Gefängnis abgesessen hatte, wurde sie im Januar 2025 entlassen. Ihre Freiheit währte aber nur ein Jahr.

    Die IGFM und IDEA rufen dazu auf, in Briefen an den iranischen Präsidenten Massud Peseschkian um die sofortige Freilassung der Christin zu bitten. Die Islamische Republik Iran hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert, der auch Religionsfreiheit garantiert.

    Die Appelladresse lautet:

    Seine Exzellenz Präsident Peseschkian, c/o Botschaft der Islamischen Republik Iran, Podbielskiallee 65-67, 14195 Berlin.

    Sie können dazu den Muster-Appellbrief herunterladen, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist:

  • Pakistan: Christ wegen angeblicher Blasphemie seit Jahren hinter Gittern

    Pakistan: Christ wegen angeblicher Blasphemie seit Jahren hinter Gittern

    Zum „Gefangenen des Monats April 2026“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den pakistanischen Christen Imran Rehman benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den Inhaftierten einzusetzen.

    Rehman wurde am 14. September 2022 festgenommen. Der Fahrkartenverkäufer erhielt einen Anruf von seiner Bank mit der Bitte, dringend persönlich zu erscheinen. Dort angekommen, setzten ihn Beamte der pakistanischen Bundesermittlungsbehörde fest, weil sie ihm Computerkriminalität und Blasphemie (Gotteslästerung) vorwerfen. Er soll über die Chat-Anwendung WhatsApp die islamische Religion verunglimpft haben. Der Katholik weist die Anschuldigung zurück.

    Es ist nicht öffentlich bekannt, um welche Inhalte es sich handeln soll, die der 35-jährige Familienvater angeblich über WhatsApp verschickte. Er soll mit deren Verbreitung gegen vier der umstrittenen Blasphemie-Gesetze verstoßen haben, darunter auch gegen die Bestimmung 295-C im pakistanischen Strafgesetzbuch, die für die Beleidung des islamischen Propheten Mohammed die Todesstrafe vorsieht. Zudem werden seine angeblichen Mitteilungen sogar als terroristische Akte eingestuft.

    In Pakistan kommt es immer wieder zu ungerechtfertigten Blasphemie-Anklagen. Die IGFM und IDEA rufen dazu auf, den pakistanischen Präsidenten Asif Ali Zardari in Briefen zu bitten, alles in seiner Macht Stehende für die Freilassung des Christen zu tun und für seine Sicherheit sowie die seiner Angehörigen zu sorgen.

  • Eritrea: Priester seit mehr als zwanzig Jahren in Haft

    Eritrea: Priester seit mehr als zwanzig Jahren in Haft

    Frankfurt am Main. Zum Gefangenen des Monats März 2026 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den eritreisch-orthodoxen Priester Gebremedhin Gebregergis (alternative Schreibweise: Gebre-Giorgos) benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den seit mehr als zwei Jahrzehnten Inhaftierten einzusetzen.

    Gebregergis wurde am 19. November 2004 zusammen mit zwei weiteren Christen festgenommen. Seither werden sie in Eritreas berüchtigtem Zentralen Strafermittlungszentrum Wengel Mermera festgehalten, allerdings bislang ohne Anklage oder Gerichtsverfahren.

    Aus Kreisen von Exil-Eritreern erfuhr die IGFM, dass sich Gebregergis und seine Mitgefangenen bei der Erneuerungsbewegung „Medhane Alem Bibelstudien-Gruppe“ engagierten: Diese Initiative wird in der repressiven Militär-Diktatur unterdrückt. Gebregergis, der als bescheiden und engagiert beschrieben wird, war Leiter einer Sonntagsschule seiner Kirche, die jungen Menschen Religionsunterricht anbietet.

    Bereits im März 2014 stellten IGFM und IDEA das Schicksal des sechsfachen Vaters im Rahmen der Aktion „Gefangener des Monats“ vor. Im Jahr 2022 ist seine Ehefrau verstorben. Die IGFM und IDEA rufen dazu auf, in Briefen an den seit Mai 1993 herrschenden Diktator Isayas Afewerki erneut die Freilassung des Priesters zu fordern.

    Die eritreisch-orthodoxe Kirche gehört neben der lutherischen und der katholischen Kirche zu den wenigen in Eritrea noch zugelassenen Glaubensgemeinschaften. Sie stehen jedoch sämtlich unter strenger staatlicher Beobachtung.

    Für den Appell können Sie den beigefügten Musterappellbrief im WORD-Format verwenden. Er ist nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen:

  • Iran: Christ nach Abschiebung aus der Türkei festgenommen

    Iran: Christ nach Abschiebung aus der Türkei festgenommen

    Frankfurt am Main. Als Gefangenen des Monats Februar 2026 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den iranischen Christen Mehran Shamloui benannt. Der ehemalige Muslim trat zum Christentum über und schloss sich einer Hauskirche an. Der 37-Jährige wurde am 3. Juli 2025 festgenommen, nachdem er in die Türkei geflohen, dort aufgegriffen und in seine iranische Heimat deportiert worden war.

    Der Grund seiner Flucht war ein drakonisches Urteil im März 2025 im Iran gegen ihn und zwei weitere Christen wegen ihrer Kirchenzugehörigkeit: Demnach sollte er acht Jahre wegen „Propaganda gegen das islamische Recht“ sowie weitere zwei Jahre und acht Monate wegen der Mitgliedschaft in einer „oppositionellen Gruppe“ hinter Gittern verbringen. Seit August 2025 befindet sich Shamloui im berüchtigten Evin-Gefängnis, während sich die beiden Mitverurteilten weiterhin außer Landes versteckt halten.

    Die IGFM und IDEA rufen dazu auf, in Briefen an den iranischen Präsidenten Massud Peseschkian um die sofortige Freilassung des Christen zu bitten. Die Islamische Republik Iran hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert, der auch Religionsfreiheit garantiert.

    Die Appelladresse lautet: Präsident Massud Peseschkian, via Botschaft der Islamischen Republik Iran, Podbielskiallee 65-67, 14195 Berlin.

    Sie können dazu den Musterappellbrief im WORD-Format verwenden. Er ist nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen:

  • China: Pastor wegen Glaubensverbreitung im Internet in Haft

    China: Pastor wegen Glaubensverbreitung im Internet in Haft

    Frankfurt am Main. Als Gefangenen des Monats Januar 2026 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den evangelischen Pastor der „Kirche von Zion“ Jin (Ezra) Mingri benannt. Der 56-jährige Chinese wurde am 10. Oktober 2025 in der südchinesischen Stadt Beihai festgenommen, ebenso wie weitere Pastoren und Mitarbeiter dieser Kirche, insgesamt mehr als 30 in sieben Städten. Es kam zu Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmungen. Den Gläubigen wird illegale Verbreitung religiöser Informationen im Internet vorgeworfen. Jin Mingri gründete die Hauskirche im Jahr 2007 in Peking. Sie ist inzwischen auf mehrere Tausend Mitglieder in mehr als 40 Städten angewachsen, jedoch nicht staatlich registriert.

    Dieses diktatorische Vorgehen ist wohl eine der größten, gegen Christen gerichteten Verhaftungswellen der letzten Jahre im kommunistischen China. Einige derjenigen, die festgenommen wurden, kamen inzwischen wieder frei, überwiegend gegen Hinterlegung einer Kaution. Im Jahr 2018 wurde diese Kirche erstmals verboten und der Gründer wurde unter Hausarrest gestellt.

    IGFM und IDEA rufen dazu auf, sich in Briefen an den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping für die Freilassung des Pastors einzusetzen, verbunden mit der Bitte, für den Inhaftierten zu beten. Die Appelladresse lautet: Staatspräsident Xi Jinping via Botschaft der Volksrepublik China, Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin.

    Ein Muster-Appellbrief im WORD-Format steht zum Download bereit: