Algerien

  • Algerien: Seit 2021 inhaftierter Pastor freigelassen

    Algier (IDEA) – In Algerien ist der seit 2021 inhaftierte Pastor Hamid Soudad, ein leitender Repräsentant der dortigen evangelischen Kirche, freigelassen worden. Das teilte die christliche Menschenrechtsorganisation ADF International am 17. August mit.

    Der 44-jährige Konvertit war im Januar 2021 verhaftet und in einem Schnellverfahren wegen Beleidigung des islamischen Propheten Mohammed zur Höchststrafe von fünf Jahren Haft verurteilt worden. Ihm wurde vorgeworfen, im Internet 2018 eine Karikatur geteilt zu haben.

    ADF International hatte sich seit 2021 für die Freilassung des Christen eingesetzt. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA hatten ihn als „Gefangenen des Monats August 2021“ benannt und dazu aufgerufen, in Briefen an die Regierung für dessen Freilassung einzutreten.

    Die ADF-Direktorin für Globale Religionsfreiheit, Kelsey Zorzi (New York), erklärte jetzt: „Wir sind dankbar, dass Pastor Soudad endlich aus dem Gefängnis entlassen wurde, und hoffen, dass sein Fall ein Licht auf die Verfolgung von Christen und anderen religiösen Minderheiten in Algerien werfen wird.“ Niemand sollte für eine friedliche Meinungsäußerung bestraft, geschweige denn inhaftiert werden, so Zorzi.

    Die internationale Gemeinschaft müsse weiterhin für das Recht aller Algerier eintreten, ihren Glauben frei zu praktizieren, ohne Angst vor Verfolgung haben zu müssen. Die algerische Verfassung garantiert laut ADF die freie Meinungsäußerung und Religionsausübung. Algerien habe auch die wichtigsten Menschenrechtsabkommen unterzeichnet, die das Land verpflichten, das Recht auf Religions- und Meinungsfreiheit einzuhalten.

    Die Regierung schränke diese Rechte aber ein, etwa durch Blasphemiegesetze. Das Strafgesetzbuch verbiete Veröffentlichungen, die „gegen die islamischen Sitten“ verstießen. Außerdem sei die Regierung systematisch durch Kirchenschließungen und Razzien gegen die evangelische Kirche vorgegangen.

    Nach ADF-Angaben betrachten sich 99 Prozent der fast 43 Millionen Einwohner des nordafrikanischen Landes als sunnitische Muslime. Schätzungen zufolge leben rund 130.000 Christen in Algerien. Fast alle haben einen muslimischen Hintergrund.

  • Algerien: Höchststrafe nach Glaubenswechsel und Islamkritik

    Frankfurt am Main. Zum „Gefangenen des Monats August“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den christlichen Konvertiten Hamid Soudad aus Algerien benannt, der seit 20. Januar 2021 hinter Gittern sitzt. Sie rufen dazu auf, sich für seine Freilassung sowie für die Abschaffung sogenannter Blasphemiebestimmungen einzusetzen. Noch am selben Tag, an dem ihn die algerische Gendarmerie festgenommen und verhört hatte, kam er in der Küstenstadt Arzew (Provinz Oran) vor Gericht. Dieses Gericht verurteilte ihn wegen Beleidigung des islamischen Propheten Mohammed zur Höchststrafe von fünf Jahren Gefängnis. Er soll im Internet eine Karikatur geteilt haben.

    Am 22. März 2021 bestätigte der Gerichtshof der Stadt Oran das erstinstanzliche Urteil. Sein Anwalt zeigte sich davon überzeugt, dass die Gerichte ihn wegen seines Glaubenswechsels so unverhältnismäßig hart bestraft haben. Der 42-jährige Familienvater war vom Islam zu Christentum übergetreten. Sein jüngstes Kind ist ein halbes Jahr alt, die anderen Drei sind zwischen drei und sechs Jahre alt. Gegen das strenge Urteil legte Soudad Rechtsmittel ein. Die US-Kommission für Internationale Religionsfreiheit kritisierte dieses und weitere Urteile gegen algerische Neuchristen. Algerien bewege sich in die falsche Richtung. Es handele sich um unverhohlene Versuche, das Recht algerischer Christen auf Religionsfreiheit zu verweigern. Ein Buchhändler aus Oran und sein Angestellter waren im Februar wegen Mission zu jeweils zwei Jahren Haft verurteilt worden.

    Bitte, appellieren Sie an den algerischen Präsidenten Abdelmadjid Tebboune und bitten ihn, sich für die Freilassung des Inhaftierten einzusetzen, ebenso für die Abschaffung der Blasphemie-Bestimmungen.

    Die Appell-Adresse: Präsident Abdelmadjid Tebboune, via Botschaft der Demokratischen Volksrepublik Algerien, Görschstraße 45-46, D-13187 Berlin, Fax 030-43737-214

    Für den Appell können Sie den Musterbrief (siehe unten) herunterladen, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist.