November 2025

  • Nordkorea: Missionar seit über zehn Jahren in Gefangenschaft

    Nordkorea: Missionar seit über zehn Jahren in Gefangenschaft

    Frankfurt am Main. Als Gefangenen des Monats Dezember 2025 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den in Nordkorea inhaftierten Christen Kim Jung-wook benannt. Der 61-Jährige befindet sich bereits seit mehr als einem Jahrzehnt in einem Gefangenenlager. Der Missionar hatte seit 2007 in der chinesischen Grenzstadt Dangdong gelebt und Nordkoreanern zur Flucht nach Südkorea verholfen. Aufgrund von Versprechungen glaubte der Baptist, am 7. Oktober 2013 sicher mit Bibeln und anderen religiösen Schriften nach Nordkorea einreisen zu können. Das war jedoch eine Falle: Er wurde am Tag nach seiner Einreise festgenommen und verhört.

    Kim Jung-wook wurde vorgeworfen, einen Umsturzversuch unternommen und für Südkorea spioniert zu haben. Im Februar 2014 trat er vor nordkoreanischen Medien mit einer Selbstbezichtigung und Entschuldigung auf. Er habe Anweisungen des südkoreanischen Geheimdienstes befolgt. Am 30. Mai 2014 wurde er zu lebenslanger Haft in einem Arbeitslager verurteilt. Die Arbeitsgruppe des UN-Menschenrechtsrats zu willkürlichen Inhaftierungen forderte am 13. März 2025 die sofortige Freilassung Kim Jung-wooks sowie zwei weiterer südkoreanischer Christen.

    Die IGFM und IDEA stellten ihn erstmals im März 2015 als „Gefangenen des Monats vor“. Sie rufen dazu auf, in Briefen an Kim Jong-un, kommunistischer Diktator von Nordkorea, sowohl umgehende Auskunft über den Verbleib Kim Jung-wooks wie auch dessen bedingungslose Freilassung zu fordern.

    Die Appelladresse lautet: Seine Exzellenz Kim Jong-un, Oberster Führer der Demokratischen Volksrepublik Korea, via Botschaft der Volksrepublik Korea, Glinkastraße 5-7, 10117 Berlin.

    Sie können dazu den Appell-Musterbrief verwenden, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist:

  • Lichterkette für verfolgte Christen

    Lichterkette für verfolgte Christen

    Wann: Samstag, 22. November 2025, 16 Uhr
    Ort: Ida-Ehre-Platz auf der Mönckebergstraße, Hamburg

    Die IGFM-Arbeitsgruppe Hamburg lädt auch in diesem Jahr zur alljährlichen „Lichterkette für verfolgte Christen“ ein. Wie in jedem Jahr werden Vertreter aus Politik, Kirche und Gesellschaft zu diesem Thema auf dem Podium sprechen. Die Veranstalter richten sich in Appellen an Oberhäupter der jeweiligen Staaten, in denen das Recht auf Religionsfreiheit massiv eingeschränkt ist, und machen dabei auf Einzelschicksale aufmerksam. 

    Bereits in den vergangenen Jahren schlossen sich jeweils rund 100 Menschen der Aktion an und zogen mit farbigen Laternen durch die Hamburger Innenstadt. Die Öffentlichkeit ist zur Teilnahme aufgerufen, ob als Zuschauer oder aktiv: Kerzen und Plakate halten, Unterschriften sammeln, Info-Flyer verteilen, um auf die jeweilige Situation aufmerksam zu machen. Die IGFM-Arbeitsgruppe in der Hansestadt erklärt zu ihrer Motivation, die Demonstration abzuhalten: „Wir wollen die verfolgten Christen nicht im Stich lassen und der Öffentlichkeit die Konfrontation mit der Wahrheit nicht ersparen.“  

    Einsatz für vierfache Familienmutter Shagufta Kiran in Todeszelle 

    Bei der Veranstaltung in Hamburg werden Unterschriften für den Appell um die Freilassung der zum Tode verurteilten evangelischen Christin Shagufta Kiran, „Gefangene des Monats März 2025″, gesammelt. In den frühen Morgenstunden des 29. Juli 2021 stürmten Sicherheitskräfte der Abteilung für Internetkriminalität der obersten Ermittlungsbehörde Pakistans die Wohnung der 40-jährigen Krankenschwester und Predigerin und nahmen sie wegen angeblicher Blasphemie fest. Ihr wird zur Last gelegt, über das soziale Netzwerk WhatsApp im September 2020 Inhalte geteilt zu haben, die dann später als Blasphemie ausgelegt wurden.

    Laut Verteidiger verfasste sie die umstrittene Mitteilung weder selbst und noch billigte sie diese, sondern leitete sie nur in einem Chatroom weiter.  Am 18. September 2024 fällte das zuständige Gericht in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad das Todesurteil, das nach einer siebenjährigen Haftstrafe vollstreckt werden soll.  

    „Wir freuen uns, dass der Oberste Gerichtshof Pakistans endlich am 25. Juni dieses Jahres die Freilassung des pakistanischen Christen Anwar Kenneth angeordnet hat, der 24 Jahre wegen angeblicher Blasphemie unschuldig hinter Gittern saß“, schreibt die Arbeitsgruppe, die sich ebenfalls für ihn eingesetzt hat, ebenso wie für den Christen Simon Nadeem. Der 16-Jährige Nadeem wurde am 8. Juli 2025 zusammen mit seinem Mitangeklagten, dem 20-jährigen Adil Babar, vom Vorwurf der Gotteslästerung freigesprochen. Nadeem saß seit Mai 2023 in Haft. 

    Unterstützt wird die IGFM-Arbeitsgruppe durch die Evangelische Allianz Hamburg und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK). 

  • Vietnam: Hohe Haftstrafe wegen angeblicher Gefährdung der nationalen Einheit

    Vietnam: Hohe Haftstrafe wegen angeblicher Gefährdung der nationalen Einheit

    Frankfurt am Main (05.11.25). Zum Gefangenen des Monats November 2025 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den evangelischen Christen Rlan Thih aus Vietnam benannt. Sie rufen zum Einsatz für den 45-Jährigen auf. Der evangelische Christ, der der Minderheit der Montagnards angehört, wurde am 19. Dezember 2022 festgenommen. Am 28. September 2023 erfolgte die Verurteilung in der Provinz Gia Lai zu acht Jahren Gefängnis und einer anschließenden dreijährigen Bewährungsstrafe wegen „Untergrabung der Politik der nationalen Einheit“. 

    Thih wird zur Last gelegt, über einen Zeitraum von 15 Jahren Angehörige ethnischer Minderheiten überredet zu haben, sich einer bestimmten evangelischen Gemeinschaft anzuschließen. Er habe sich dazu vom Ausland aus anweisen lassen. Seine Gruppierung sei in Pläne zur Loslösung eines Territoriums für ethnische Minderheiten im zentralen Hochland Vietnams verstrickt. Dieser Vorwurf wird häufig gegen Angehörige der Minderheit der Montagnards erhoben, wenn sie einer nicht registrierten christlichen Gruppe angehören. Die Montagnards setzen sich aus etwa 30 indigenen Stämmen zusammen. 

    Die kommunistische Regierung nennt sie abschätzig „Dega-Protestanten“. Tatsächlich treten viele christliche Montagnards offen für die Achtung des Rechts auf Religionsfreiheit ein; so verteidigte auch Rlan Thih dieses Menschenrecht. Vietnam ist Vertragsstaat des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte, der in Artikel 18 das Recht auf Religionsfreiheit garantiert.

    Bitte, appellieren Sie an den vietnamesischen Staatspräsidenten Luong Cuong und bitten Sie ihn, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um auf die Freilassung Rlan Thihs hinzuwirken. Dazu können Sie den beigefügten Muster-Appellbrief herunterladen, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist. Die Appelladresse lautet: Staatspräsident Luong Cuong c/o Botschaft der Sozialistischen Republik Vietnam, Elsenstr. 3, 12435 Berlin-Treptow.