September 2025

  • Pressekonferenz: Okkupierte Gebiete in der Ukraine

    Pressekonferenz: Okkupierte Gebiete in der Ukraine

    Frankfurt am Main, 24. September 2025 – Russland hält weiterhin rund 20 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets besetzt und setzt die Menschen dort einer umfassenden Zwangsrussifizierung aus. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) schätzt, dass derzeit noch ca. 3,5 Millionen Menschen dort leben. Mit Filtrationslagern, Massenverschleppungen und Folter geht das Okkupationsregime mit systematischem Terror vor. Tausende ukrainische Zivilisten würden ohne Gerichtsverfahren in russischen Gefängnissen festgehalten. Alle demokratischen Regierungen weltweit seien gefordert, die russischen Kriegsverbrechen zu ahnden, zudem dürften Land und Menschen nicht als Verhandlungsmasse missbraucht werden, mahnt die IGFM an.

    „Die IGFM fordert die Bundesregierung auf, die Ukraine mit allen möglichen Mitteln zu unterstützen und der möglichen Straflosigkeit der russischen Kriegsverbrechen entgegenzuwirken.“, erklärt Valerio Krüger, Vorstandssprecher der IGFM.

    Erhebliche Einschränkungen ohne russischen Pass

    Seit Anfang 2025 gelten in den besetzten Gebieten alle Personen ohne einen russischen Pass als „ausländische Staatsbürger“ und verlieren Zugang zu medizinischer Versorgung, Bank- und Sozialleistungen. Zudem könne ihr Besitz in Staatseigentum überführt und sie jederzeit ausgewiesen werden. Der Zwang zur Annahme der russischen Staatsangehörigkeit reiche bis in Entbindungsstationen. Dort wurde sogar Müttern mit Kindesentzug gedroht, wenn nicht mindestens ein Elternteil die russische Staatsbürgerschaft besitze, so die IGFM.

    Prozess der Filtration – Gewaltsame Verhöre und Durchsuchungen

    In sogenannten „Filtrationslagern“ werden Ukrainer auf massive und brutale Weise entmenschlicht und gefoltert. Dies beinhaltet Zwangsuntersuchungen des Körpers nach proukrainischen Tätowierungen und Durchsuchungen der Wohnungen, Privatsachen und Mobiltelefonen. Außerdem gehören dazu langwierige gewaltsame Verhöre, Anwendung von Lügendetektoren, physische Gewalt und Einschüchterung.

    Zwangsrussifizierung & russisch-patriotische Erziehung

    In den besetzten Gebieten wird eine umfassende kulturelle und sprachliche Russifizierung sowie Erziehung zu „russischem Patriotismus“ betrieben. So ist seit Anfang 2023 Ukrainisch als Unterrichtssprache verboten. Der Schulalltag beginnt mit dem Hissen der russischen Flagge und dem Singen der russischen Hymne. Zudem werden die Kinder zum Schreiben von „Dankesbriefen“ an russische Soldaten verpflichtet, während Schulmaterialien die Existenz der Ukraine als eigenständigen Staat leugnen. Die IGFM fordert eine internationale Untersuchung dieser Indoktrinationsmaßnahmen an ukrainischen Kindern und Zivilisten.

    Inhaftierungen von Zivilisten und systematische Folter

    Laut Angaben der IGFM befinden sich tausende unschuldige ukrainische Zivilisten ohne Gerichtsverfahren in russischen Gefängnissen. Russland verweigert systematisch Zugang zu diesen Haftanstalten. So erhalten weder ukrainische Behörden und Angehörige der “Häftlinge”, noch UN, OSZE und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) Einlass. Auch ist der Austausch der zivilen Gefangenen bislang nicht Teil offizieller Vereinbarungen. Freigelassene berichten von schwersten Misshandlungen und grausamer Folter: Schläge, Elektroschocks, Hinrichtungsdrohungen, Scheinhinrichtungen, langwierige Stresspositionen und oft sexueller Missbrauch.

    Hintergrund zu den besetzten Gebieten

    Zu den von Russland besetzten Gebieten in der Ukraine zählen neben der bereits 2014 annektierten Halbinsel Krim die sogenannten „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk sowie Teile von Saporischschja und Cherson. Am 30. September 2022 erklärte Russland diese vier Regionen nach international nicht anerkannten Scheinreferenden zu russischem Staatsgebiet – obwohl bis heute keine vollständige militärische Kontrolle besteht.

    _______________________________________________

    Anlässlich der Veröffentlichung der neuen IGFM-Dokumentation „Das Grauen in meinem Haus“ veranstaltete die IGFM eine Pressekonferenz, in der  wir gemeinsam mit Experten und Betroffenen über die prekäre Situation in den von Russland besetzten Gebieten berichteten: von Zwangsfiltration und Passzwang über die Russifizierung von Bildung und Kultur bis hin zu Massenverschleppungen und Folter.

    Die Aufnahme der Konferenz anschauen:

  • Ankunft des Hilfstransportes der IGFM AG Wittlich

    Ankunft des Hilfstransportes der IGFM AG Wittlich

    Am 15. September 2025 ist ein Hilfstransport aus Wittlich morgens um 8 Uhr in Panevėžys eingetroffen. Das IGFM Team Litauen hat den Transport innerhalb von zwei Stunden ausgeladen. Im Panevėžys-Team gibt es viele junge, tatkräftige Menschen, die eigentlich montags zu ihrer Arbeit eilen, aber dennoch nicht darauf verzichten, sich gemeinnützig zu engagieren.

    Jurgita Samoškienė, Vorsitzende IGFM Litauen:

    Wir Litauer, die in ständiger Angst vor der Kriegsgefahr leben, wissen genau: Wenn wir der Ukraine nicht helfen und nicht gemeinsam arbeiten, um den gemeinsamen Feind zu besiegen, wird der Krieg sehr schnell auch die baltischen Staaten erreichen. Eure Arbeitsgruppe Wittlich hat die baltischen Länder schon immer in schwierigen Zeiten unterstützt und gerettet – und Ihr helft auch jetzt: nicht nur, indem Ihr uns Eure Soldaten zur Seite stellt, sondern auch, indem Ihr uns kontinuierlich humanitär unterstützt. Dafür sind wir Euch sehr dankbar und schätzen jeden von Euch verpackten Gegenstand.

    Panevėžys, als drittgrößte Stadt Litauens, beherbergt derzeit etwa 800 Kriegsflüchtlinge; außerdem gibt es in der Region viele bedürftige litauische Familien mit mehreren Kindern, die die IGFM Litauen regelmäßig unterstützt. Die Hilfsgüter werden sehr gezielt verteilt – nicht nur an Bildungseinrichtungen und gemeinnützige Organisationen, sondern ein Teil der medizinischen Hilfsmittel wird auch direkt in die Ukraine geschickt.

    Ihre Unterstützung bringt Freude zu Kindern, zu einsamen Großmüttern, zu Müttern mit Kindern, die weit weg von ihrer Heimat Ukraine Zuflucht suchen mussten.

    Danke für Ihre Solidarität beim Retten und Helfen von Menschen!

  • Neuer September Newsletter verfügbar!

    Neuer September Newsletter verfügbar!

    Unser neuer September Newsletter ist ab heute verfügbar!

  • 3. Oktober Tag der Deutschen Einheit – Deutschland singt und klingt

    3. Oktober Tag der Deutschen Einheit – Deutschland singt und klingt

    Herzliche Einladung zum Mitmach-Projekt am Tag der Deutschen Einheit

    Die Initiative „3. Oktober – Deutschland singt und klingt“  und die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte laden alle Generationen und Kulturen zum offenen Singen und Feiern in allen Städten und Dörfern ein. Die IGFM ist Mitglied des Projektträgervereins.

    35 Jahre seit der Wiedervereinigung sind die Achtung der Menschenrechte und der Demokratie in Deutschland keine Selbstverständlichkeit. Jeden Tag braucht es Menschen, die Verantwortung übernehmen, Gleichheit und Rechtsstaatlichkeit durchzusetzen, Unrecht zu nennen und Zivilcourage zu zeigen. Dankbarkeit für ein wiedervereintes Deutschland ist dennoch angebracht. Hunderte Chöre in ganz Deutschland erinnern am 3. Oktober mit dem Liederabend „Deutschland singt und klingt“ und durch die Wahl ihrer Liedbeiträge an die gemeinsame Verantwortung aller Bürger für die Vollendung der Einheit in Vielfalt.

    Das Material wird gestellt!

    Das jedes Jahr wechselnde Repertoire umfasst Volkslieder, international bekannte Friedensweisen bis hin zu einem Mix aus Stücken, die junge und alte deutsche Zeitgeschichte miteinander verbinden wie „Über sieben Brücken musst Du gehn“. In Erinnerung daran, dass die DDR-Wendebewegung in den Kirchen stattfand, wird „Großer Gott, wir loben Dich“ ein Liedbaustein sein, dessen Text Sänger und Zuhörer seit vielen Jahrhunderten bewegt.