Juli 2025

  • Die IGFM auf dem Evangelischen Kirchentag in Hannover 2025

    Die IGFM auf dem Evangelischen Kirchentag in Hannover 2025

    Frankfurt am Main/Hannover. Vom 1. bis 3. Mai 2025 war der IGFM-Arbeitskreis ‚Religionsfreiheit weltweit‘ mit einem Info-Stand in der Halle 5 vertreten. Eine selbstlaufende Powerpoint-Präsentation zeigte die Schwerpunkte zum Thema Religionsfreiheit gemäß Artikel 18 der Allgemeinen Menschenrechtserklärung vom 10.12.1948.

    Der Schwerpunkt in der Besucher-Ansprache waren die Gefangenen der Monate März, April und Mai 2025.

    Es wurden zahlreiche Muster-Appellbriefe unterschrieben, die seitens der IGFM gesammelt an die jeweiligen Botschaften in Berlin gesandt wurden:

    Es ging um folgende Gefangene:

    März: Die vierfache Mutter Shagufta Kiran, Pakistan, die zum Tode verurteilt ist;

    April: Der chinesische Christ Ma Yan, der während einer Bibelstunde festgenommen wurde (Anmerkung: er wurde inzwischen freigelassen).

    Mai: Der vietnamesische Christ X Krec Bya, der im März zu 13 Jahren Gefängnis, sowie zu einer fünfjährigen Bewährungsstrafe nach Haftentlassung verurteilt wurde.

  • Nicaragua: Schicksal einer kirchlichen Mitarbeiterin ungewiss

    Nicaragua: Schicksal einer kirchlichen Mitarbeiterin ungewiss

    Frankfurt am Main. Zur Gefangenen des Monats Juli 2025 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA die katholische Christin Lesbia del Socorro Gutiérrez Poveda (kurz Lesbia Gutiérrez) aus Nicaragua benannt. Die 59-jährige Caritas-Mitarbeiterin wurde am 10. August 2024 von Sicherheitskräften zur „Befragung“ abgeführt. Sie war bei der Caritas der Diözese Matagalpa für die Förderung von Kleinproduzenten verantwortlich. Der zuständige Bischof ist Rolando Álvarez Lagos, der im August 2022 festgenommen, später zu 26 Jahren Haft verurteilt und schließlich im Januar 2024 in den Vatikan abgeschoben wurde.
    Zunächst fragten zwei Polizisten in Zivil gegen zehn Uhr morgens beim Bauernhof „La Guadalupana“ in der Nähe von Matagalpa nach Gutiérrez, verbunden mit der Bitte um Auskunft über das Projekt, das sie bei der Caritas verwaltet. Schließlich kamen noch weitere Beamte, darunter Bewaffnete in Uniform zu Gutiérrez und forderten sie auf, nach Managua zur Befragung mitzukommen, ohne einen Haftbefehl vorzuzeigen. Seither haben ihre Angehörigen keine offizielle Auskunft über den Verbleib der engagierten Christin von Behörden der sandinistischen Diktatur erhalten. Die Familie wurde jedoch gebeten, monatlich Lebensmittelpakete für sie an das Frauengefängnis „La Esperanza“ zu senden.
    Seit den Massenprotesten gegen die sozialistische Diktatur von Präsident Daniel Ortega und seiner Vizepräsidentin und Ehefrau Rosario Murillo im Jahr 2018 werden Kritiker massiv verfolgt, durch fingierte Vorwürfe, Inhaftierungen, Folter und Ausbürgerung. Der Verdacht, in Distanz zum Regime zu stehen, reicht dafür bereits aus. Tausende von Bürgerinitiativen, kirchliche Einrichtungen und Medien wurden für illegal erklärt.
    IGFM und IDEA bitten darum, in Appellen an Präsident Daniel Ortega um eine offizielle Auskunft über den Aufenthaltsort und Gesundheitszustand zu ersuchen und die sofortige Freilassung zu fordern. Seit April 2024 ist die Botschaft Nicaraguas in Berlin geschlossen und daher sind Briefe an die diplomatische Vertretung in Wien zu richten.

    Die Appelladresse lautet: Präsident Daniel Ortega, c/o Botschaft der Republik Nicaragua, Prinz-Eugen-Str. 18, Stiege 1, Top 34, A-1010 Wien.

    Sie können auch den Muster-Appellbrief verwenden; er steht hier zum Download bereit: