September 2023

  • Iran: Pastor wegen Leitung einer Hauskirche verurteilt

    Iran: Pastor wegen Leitung einer Hauskirche verurteilt

    Frankfurt am Main. Als Gefangenen des Monats Oktober 2023 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den evangelischen Christen Anooshavan Avedian aus dem Iran benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den 61-jährigen inhaftierten Hauskirchen-Pastor einzusetzen.

    Knapp 20 Gläubige waren am 21. August 2020 in seiner Wohnung versammelt, als ungefähr 30 Mitarbeiter des Geheimdienstministeriums dort eindrangen und das gemeinschaftliche Gebet unterbrachen. Die Sicherheitskräfte sammelten sämtliche Bibeln, Mobil-Geräte und Passwörter der Anwesenden ein, insbesondere auch zu ihren Social-Media-Auftritten. Sie nahmen Avedian zusammen mit anderen Gläubigen fest und brachten sie ins berüchtigte Evin-Gefängnis. Gegen Hinterlegung einer Kaution von umgerechnet beinah 50.000 Euro kam er am 23. September 2020 zunächst wieder frei.

    Die Behörden bemühten sich in der Folge, einigen Christen die schriftliche Zusicherung abzuringen, künftig von Hauskirchenversammlungen fernzubleiben und den Kontakt zu anderen Gläubigen abzubrechen. Am 11. April 2022 fiel dann das drakonische Urteil gegen Avedian zu zehn Jahren Haft wegen sogenannter „Propaganda gegen das System“ sowie „Gefährdung der inneren Sicherheit“ aufgrund der Organisation und Leitung einer Hauskirche. Rund sechs Wochen später bestätigte die Berufungsinstanz das erste Gerichtsurteil in Abwesenheit. Eine Beschwerde dagegen wurde letztinstanzlich abgewiesen. Am 18. September 2023 trat der 61-jährige Pastor seine Gefängnisstrafe an.

    Der Iran hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert, der Religionsfreiheit beinhaltet.

    Bitte, appellieren Sie an den iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi und bitten um sofortige und bedingungslose Freilassung des Inhaftierten. Dazu können Sie den vorbereiteten Musterbrief herunterladen und ausdrucken. Er ist lediglich um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen. Die Appelladresse lautet:

    Seine Exzellenz Präsident Ebrahim Raisi, via Botschaft der Islamischen Republik Iran, Podbielskiallee 65-67, 14195 Berlin, Fax 030 84353165

  • IRAN: Pastor Joseph Shahbazian ist frei

    Teheran/Frankfurt am Main. Wie IDEA heute (27.09.23) mitteilt, ist Pastor Joseph Shabazian aus der Haft entlassen worden. Er befand sich seit Ende Mai 2022 im berüchtigten Evin-Gefängnis. Im Mai 2023 hatte ein Berufungsgericht in Teheran die ursprünglich verhängte Haftdauer von zehn Jahren auf zwei Jahre reduziert. Ihm war unter anderem vorgeworfen worden, durch sein Engagement in einer Hauskirche die Staatssicherheit zu gefährden und die Bevölkerung aufzuwiegeln.

    Shahbazian war bereits 2020 54 Tage in Haft und kam erst gegen Zahlung einer Kaution in Höhe von umgerechnet 84000 Euro frei. Die IGFM und IDEA hatten ihn als Gefangenen des Monats September 2020 benannt.

  • Vietnam: 14 Jahre Haft nach Einsatz für Religionsfreiheit

    Vietnam: 14 Jahre Haft nach Einsatz für Religionsfreiheit

    Frankfurt am Main. Zum Gefangenen des Monats September 2023 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den christlichen Missionar Y Pum Bya aus Vietnam benannt. Sie rufen zum Einsatz für den 59-Jährigen auf. Am 10. April 2018 wurde der Familienvater während einer Polizeirazzia gegen eine Hauskirche in der südvietnamesischen Provinz Dak Lak (Region Zentrales Hochland) festgenommen. Danach wurde er von der Polizei verhört und dabei geschlagen sowie mit Elektroschocks gefoltert.

    Er wurde gezwungen, in einer Erklärung schriftlich zu garantieren, die Gottesdienste in seiner „Good-News-Kirche“ zu beenden. Im Jahr zuvor hatten ihm die kommunistischen Behörden bereits die Registrierung seiner Gemeinde verweigert. Y Pum Bya gehört zur indigenen Volksgruppe der Montagnards im zentralen Hochland Vietnams. Wie häufig bei christlichen Montagnards wird ihm ein religiös motivierter Separatismus vorgeworfen. Zudem lautet die Anklage auf Verbreitung von Falschinformationen über die Verletzung der Minderheitenrechte und der Religionsfreiheit.

    Für Y Pum Bya ist dies nicht die erste Haft: Bereits am ersten Weihnachtstag 2002 war er wegen Teilnahme an friedlichen Protesten zu acht Jahren Gefängnis verurteilt wurden.

    Offiziell herrscht laut Verfassung in dem kommunistisch regierten Land Religionsfreiheit. Doch der christliche Glaube wird oft als westliche Religion angesehen und abgelehnt.

    Am 31. Januar 2019 wurde Y Pum Bya zu einer 14-jährigen Gefängnisstrafe verurteilt, die er ihm Gia-Trung-Gefängnis in der Provinz Gia Lai verbringt. Es wird sich laut Gerichtsurteil nach der Entlassung noch eine Bewährungszeit anschließen.

    Die IGFM und IDEA rufen dazu auf, in Briefen an den vietnamesischen Präsidenten Nguyen Xuân Phúc die Freilassung des Evangelisten Y Pum Bya fordern. Vietnam ist seit 1982 Vertragsstaat des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte.

    Die Appell-Adresse lautet:

    Staatspräsident Nguyen Xuan Phuc, via Botschaft der Sozialistischen Republik Vietnam, Elsenstraße 3, 12435 Berlin-Treptow.

    Sie können dafür den vorbereiteten Musterbrief verwenden: