April 2023

  • Pakistan: Christ seit zwei Jahrzehnten in der Todeszelle

    Pakistan: Christ seit zwei Jahrzehnten in der Todeszelle

    Frankfurt am Main. Zum Gefangenen des Monats Mai 2023 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die evangelische Nachrichtenagentur IDEA den pakistanischen Christen Anwar Kenneth benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den von der Todesstrafe bedrohten 66-Jährigen, ehemaligen Beamten der Fischereiverwaltung einzusetzen. Der Katholik aus Lahore-Gawalmandi in der Provinz Punjab befindet sich bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten hinter Gittern. Am 15. Juni 2001 nahm ihn die Polizei fest. Am 18. Juli 2002 erging das Todesurteil wegen angeblicher Gotteslästerung, weil er in Briefen an örtliche Geistliche islamischen Glaubenssätzen widersprochen hatte. Am 30. Juni 2014 wurde das Urteil von der nächsten Gerichtsinstanz bestätigt. Der pakistanischen Rechtshilfe-Organisation CLAAS zufolge leidet der Inhaftierte an psychischen Problemen. So konnte er wohl die Gefahr seiner Aktion nicht erkennen. Seit der Einführung der Blasphemiegesetze ab 1985 ist jeglicher Zweifel an islamischen Glaubenssätzen sowie die Verteidigung der Dogmen anderer Religionen faktisch verboten und kann zumindest lange Haftstrafen nach sich ziehen. Inzwischen ist der Fall auf Antrag des Verurteilten beim Obersten Gerichtshof in Pakistan anhängig. Seit Jahresbeginn 2023 wird ein Verteidiger für Anwar Kenneth gesucht. Angesichts seines verbrieften Rechts, in der Öffentlichkeit seine Glaubensüberzeugungen bekennen zu dürfen, der grundsätzlichen Zweifel an seiner Schuldfähigkeit sowie der langen Haftdauer, bitten IGFM und IDEA, an den pakistanischen Präsidenten Arif Alvi zu appellieren, sich für ein zügiges Berufungsverfahren, sowie für seine körperliche Unversehrtheit einzusetzen.

    Die Appell-Adresse: Staatspräsident Arif Alvi via Botschaft der Islamischen Republik Pakistan, Schaperstr. 29, 10719 Berlin, Fax 030 21244210.

    Für den Appell können Sie den Musterbrief (siehe unten) herunterladen, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist.

  • Indien: Pastor wegen Mission in Haft

    Indien: Pastor wegen Mission in Haft

    Frankfurt am Main. Zum „Gefangenen des Monats April 2023“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die evangelische Nachrichtenagentur IDEA den indischen Pastor Ramesh Vasuniya benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den Inhaftierten aus dem Bundesstaat Madhya Pradesh einzusetzen. Am 5. Dezember 2021 kamen Polizisten in den Gottesdienst seiner Hauskirche im westlichen Regierungsbezirk Jhabua. Vor den Augen der Betenden nahmen sie den Pastor mit. Darüber hinaus wurden weitere Gemeindemitglieder festgenommen.

    Ein 70-jähriger Hindugelehrter soll ihn laut Polizeiprotokoll angezeigt haben. Er habe als Schaulustiger am Gottesdienst teilgenommen. Dabei habe ihn der Pastor mit Weihwasser besprengt und jedem, der zum Christentum übertreten würde, eine stattliche Belohnung versprochen, angeblich Geld, ein Motorrad und medizinische Hilfsmittel.

    Die Inhaftierung erfolgte einen Tag nach einem Gerichtsprozess um Vorwürfe gegen die örtlichen Christengemeinden. Lokale Hindunationalisten hatten ihnen bereits seit rund einem Jahr illegale Missionsaktivitäten vorgeworfen. Die Gemeindeleiter hatten sich gegen diese Vorwürfe zur Wehr gesetzt. Unter ihnen war Vasuniya. Die Festnahme erfolgte auf der Grundlage des 2021 in Madhya Pradesh eingeführten sogenannten Anti-Konversionsgesetzes.

    Bitte, appellieren Sie an die indische Staatspräsidentin Draupadi Murmu und bitten sie, sich für die Freilassung des Pastors einzusetzen. Die Appelladresse lautet: Ihre Exzellenz Staatspräsidentin Draupadi Murmu, via Botschaft der Republik Indien, Tiergartenstraße 17, 10785 Berlin, Fax-Nr. 030 – 26557000.

    Sie können dazu den Muster-Appellbrief herunterladen, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist: