AK_Religionsfreiheit_IGFM

  • Appellbitte für den pakistanischen Christen Nabeel Masih

    Christlicher Teenager wegen angeblicher Blasphemie in Haft – Familie und Nachbarn von Fanatikern bedroht

    Als „Gefangenen des Monats Oktober“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) den 16-jährigen pakistanischen Christen Nabeel Masih benannt. Sie rufen auf, für ihn einzutreten und zu beten. Masih, dessen Mutter schon verstorben ist, sitzt seit dem 18. September unter Blasphemieverdacht im Gefängnis. Ihm drohen zehn Jahre oder sogar lebenslange Haft. Es verbreitete sich im Dorf des Fabrikarbeiters die Nachricht, er habe ein manipuliertes Bild von der heiligsten Stätte der Muslime, der Kaaba in Mekka, auf Facebook geteilt. Wie die IGFM erfuhr, soll die Bildbearbeitung auf seinen muslimischen Facebook-Freund Akhtar Ali herabwürdigend gewirkt haben; dieser erstattete Anzeige. Möglicherweise ist Nabeel aber in eine Falle getappt. Ein Pastor, der auch Arzt im Dorf ist und den Beschuldigten seit dessen Kindheit kennt, versicherte, dass Nabeel vernünftiger auf ihn wirke als viele Gleichaltrige und er bislang stets die religiösen Gefühle anderer respektiert habe. Um nicht gelyncht zu werden, mussten sich nun der Vater und die fünf Geschwister verstecken. Sogar die Nachbarn brauchen nun Polizeischutz. – Das Blasphemiegesetz in Pakistan wird immer wieder dazu mißbraucht, gegen Angehörige religiöser Minderheiten vorzugehen, vor allem gegen Christen. – Appellieren Sie an den pakistanischen Präsidenten Mamnoon Hussain über die pakistanische Botschaft in Berlin. Bitten Sie ihn, sich für die umgehende, bedingungslose Freilassung einzusetzen. Hierzu können sie auch den vorbereiteten Musterbrief herunterladen, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist. Er kann in einem Fensterbriefumschlag versandt werden. Porto: 70 ct. – Fax-Nr. der Botschaft: 030 21244210.

  • Appellbitte für drei im Iran inhaftierte Christen

    Drei Christen aus Aserbaidschan werden im Iran an einem unbekannten Ort festgehalten. Es handelt sich um Pastor Eldar Gurbanov, zuständig für Jugend und Mission, Yusif Farhadov und Bahram Nasibov von der Kirche „Wort des Lebens“. Sie wurden am 24. Juni in Teheran verhaftet, als sie an einer Verlobungsfeier teilnahmen. Sicherheitskräfte unterbrachen die Feier und nahmen insgesamt rund zehn Personen fest; die meisten von ihnen wurden bald wieder freigelassen. Die drei Aserbaidschaner sitzen nun in Einzelhaft. Bislang durfte sie noch kein Vertreter ihrer Botschaft besuchen. Auch ist noch immer nicht bekannt, welche Vorwürfe zur Festnahme geführt haben. – Die islamische Republik Iran hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert, der auch Religionsfreiheit garantiert. – Ihren Appell richten Sie bitte an den Präsidenten der Islamischen Republik Iran, Seine Exzellenz Hassan Ruhani, via Botschaft des Iran, Podbielskiallee 67,14195 Berlin, Fax-Nr. 030 84353535.

    ⇒Download Muster-Appellbrief

  • China: Appellbitte für zwei katholische Priester

    Frankfurt am Main. Die IGFM bittet, sich im Juli besonders für die Freilassung der in China inhaftierten katholischen Priester Quan Xiaoyun (41) und Cao Jianyou (43) einzusetzen und deren sofortige Freilassung zu fordern. Die beiden Geistlichen kommen aus der Stadt Mudanjiang in der nordöstlichsten Provinz Heilongjiang. Am 22. März vorigen Jahres drangen Polizisten in eine Privatwohnung ein, in der die Priester der sogenannten Untergrundkirche gerade einen Gottesdienst feierten. Die Sicherheitskräfte führten die beiden so eilig ab, dass einer der Festgenommenen sogar seinen Mantel zurücklassen musste. In der Folge wurden sie lange verhört und schließlich „illegaler religiöser Aktivitäten und nicht registrierter religiöser Verehrung“ beschuldigt. Noch immer werden sie an unbekanntem Ort festgehalten. Auch eine Annäherung zwischen Peking und dem Vatikan, die sich durch regelmäßigere Dialogtreffen seit Ende vorigen Jahres abzeichnet, führten bislang nicht zur Freilassung dieser Priester.  Ihren Appell richten Sie bitte an den Staatspräsidenten Xi Jinping, Via Botschaft der VR China, Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin; Fax: 030-27588 221. Sie können dazu den fertigen Musterbrief herunterladen, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist. Sie können ihn per Fax oder Brief an die Botschaft in Berlin senden (70 ct).

  • Appellbitte für drei iranische Christen

    Frankfurt am Main. Aus unbekannten Gründen wurden im Iran die Christen Yasser Mossayebzadeh, Saheb Fadaie sowie Mohammadreza Omidi festgenommen. Sie befinden sich im Lakan-Gefängnis in der Stadt Rascht am Kaspischen Meer. Bislang haben sich die Behörden nicht dazu geäußert, was diesen Christen vorgeworfen wird. Sie haben nur die Möglichkeit einer Freilassung gegen Kaution in Höhe von umgerechnet 30.000 Euro in Aussicht gestellt, ein Betrag, der für die drei Häftlinge unerschwinglich ist. Von Yasser Mossayebzadeh ist bekannt, dass er – wie die anderen beiden – verheiratet ist. Fadaie ist Vater einer achtjährigen Tochter, Omidi hat zwei Töchter im Alter von 13 und 15 Jahren.

    Anmerkung: Yasser Mossayebzadeh war am 13. Mai im Haus von Pastor Nadarkhani zusammen mit diesem und dessen Frau Tina festgenommen worden. Die Eheleute sind – wie berichtet wurde – wieder auf freiem Fuß.

    Der Fall Nadarkhani wurde durch die zeitweilige Anklage wegen Apostasie weltweit bekannt. Er war mit einigen Monaten Unterbrechung bereits von 2009 bis 2013 inhaftiert. Die IGFM befürchtet, dass die Razzien zu einer breiter angelegten systematischen Aktion gehören, die junge christliche Gemeinschaften letztlich ins Exil drängen sollen. –
    Die Appell-Adresse: Botschaft der Islamischen Republik Iran, S.E. Herrn Botschafter Ali Majedi, Podbielskiallee 65-67, 14195 Berlin, Fax: 030-8435 3535.

    Sie können einen eigenen Appelltext entwerfen oder einfach den Muster-Appellbrief herunterladen. Dieser ist nur mit Absender, Datum und Unterschrift zu versehen und entweder per Fax oder per Brief an die Botschaft zu senden. (Porto 70 ct)

  • China lässt zwei Gefangene frei! Kampagne gegen Kreuze geht weiter

    Uns erreichte die erfreuliche Nachricht über zwei Haftentlassungen in China:

    Der evangelische Pastor Gu Yuese und der christliche Rechtsanwalt Zhang Kai sind frei. Für Zhang Kai setzte sich die IGFM im Januar 2016 ein – siehe Appellbitte. Internationaler Druck kam hinzu – auch die Begegnung des chinesischen Präsidenten Xi Jinping mit US-Präsident Barack Obama in der Woche nach Ostern in Washington aus Anlass des dortigen Atomgipfels spielte eine Rolle.

    Ende Januar war Pastor Pastor Gu Yuese aus Hangzhou festgenommen worden. Er ist als Dialogpartner ausländischer Gäste und Pastor der staatlich kontrollierten Chonyi Kirche auch über die Grenzen Chinas hinaus bekannt, quasi ein prominentes Aushängeschild der Religionspolitik. Zunächst wurde er am 22. Januar entlassen und kurz darauf wurde bekannt, dass er sich in staatlichem Gewahrsam befindet. Gu Yuese, dem die Behörden Korruption vorwarfen, hatte sich gegen die Kampagne in der Provinz Zhejiang gewandt, in der seit zwei Jahren Kreuze von den Kirchen abgerissen werden.* Die IGFM hatte Pastor Gu Yuese zusammen mit der evangelischen Nachrichtenagentur idea als „Gefangenen des Monats April“ nominiert.

    Mehr als sechs Monate verbrachte der christliche Rechtsanwalt Zhang Kai an unbekanntem Ort hinter Gittern. Nun kam er endlich frei. Am Mittwoch vor Ostern war der 37-Jährige schon wieder zu Hause in der Inneren Mongolei. Pastor Bob Fu von der in Texas (USA) ansässigen Hilfsorganisation China Aid, kommentierte die Freilassung: „Als ein enger Freund von Zhang Kai freue ich mich, diese guten Nachrichten zu vernehmen, obgleich nähere Details zu den Bedingungen seiner Freilassung immer noch unbekannt sind.“ Er sei ein mutiger Menschenrechtsanwalt und Verteidiger der Rechtsstaatlichkeit und Religionsfreiheit. Zhang Kai sei vollkommen unschuldig.

    *Es gibt trotz der erfreulichen Nachrichten keine Anzeichen dafür, dass die Kommunisten in der chinesischen Provinz Zhejiang bei ihrer Kampagne gegen religiöse Symbole auf Gotteshäusern und Gebetsstätten nun grundsätzlich einlenken.

    Beobachtern zufolge geht es nur vordergründig um angebliche Verstöße gegen Bauvorschriften. Betroffen sind Kirchen aller Konfessionen, auch der patriotischen, sprich staatlich-kontrollierten. Hintergründig geht es wohl um die Unterwerfung unter die Kontrolle der Kommunistischen Partei. Im vorigen Jahr stieg die Zahl der Beschädigungen an den Kirchen enorm an, insgesamt rund 1.800 Kirchenkreuze ließ die Provinzregierung demontieren. Auf friedliche Proteste reagieren die Sicherheitskräfte mit Festnahmen und Gewalt. Beobachter gehen davon aus, dass der Regierung der enorme Zuwachs der Christen aller Konfessionen ein Dorn im Auge ist.